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Hirnforschung: Die Suche nach dem Gedächtnis

Der 1929 in Wien geborene Nobelpreisträger Eric Kandel ist einer der bedeutendsten Hirnforscher unserer Zeit. Vor der NS-Ausrottungspolitik floh er mit 9 Jahren nach Amerika. In New York studierte er Literatur, wurde später Psychoanalytiker und Mediziner. Seit 50 Jahren hat er sich auf die Hirnforschung spezialisiert; sein Forschungsthema hängt eng mit seinen traumatischen Kindheitserlebnissen in Wien während des Holocaust zusammen: Die Suche nach dem Gedächtnis…

Ein filmisches Portrait von Eric Kandel, einem der bedeutendsten Hirnforscher unserer Zeit

In dem vor Kurzem angelaufenen Film zeichnet die Filmemacherin Petra Seeger die Spuren von Kandels Leben nach und besucht mit ihm die Orte seiner Kindheit. Kandel erinnert sich, und seine Erinnerungen werden auf der Leinwand lebendig.

Auch seine Forschung wird filmisch nachgezeichnet: Grundlagen der Hirnforschung und der Suche nach dem Gedächtnis werden anschaulich dargestellt; die neuesten Erkenntnisse aus Kandels Labor zugänglich gemacht. Der Film reist an die äußeren und inneren Orte von Kandels Kindheit in Wien, in den spannenden Laboralltag des Wissenschaftlers an seinem Institut an der Columbia University in New York bis hin ins Zentrum des Gehirns – dorthin, wo unsere Erinnerungen gespeichert sind.

Nach seinem Buch entstand nun ein weiteres umfassendes Bild des faszinierenden Genies Eric Kandel, der mit seiner sympathischen Art und seinem mitreißenden Charme das Publikum in den Bann zieht.

Es entstand ein Film…

Eric Richard Kandel wurde am 7. November 1929 in Wien geboren. Seine Eltern, Charlotte Zimels und Hermann Kandel, lebten mit ihm in Wien-Währing. Wegen seiner jüdischen Abstammung musste Kandel 1939 mit seiner Familie in die USA emigrieren. Als einem von zwei Schülern unter 1.400 Bewerbern wurde ihm, nachdem er in New York die Schule abgeschlossen hatte, ein Stipendium für ein Studium an der Harvard University bewilligt.

Über die Beschäftigung mit Sigmund Freud und der Psychoanalyse kam er zur Neurologie. Sein besonderes Interesse bei der Erforschung der unbewussten neuronalen Vorgänge im menschlichen Gehirn galt der Motivation und dem Gedächtnis. Doch im Gegensatz zu den meisten Psychiatriestudenten seiner Zeit studierte Kandel nicht die psychologischen, sondern die biologischen Vorgänge des Gehirns. Während des Studiums lernte er Denise Bystryn kennen, die er später heiratete.

Kandels Forschung an der Meeresschnecke Aplysia Californica brachte entscheidende Hinweise zur Funktion des Erinnerungsprozesses: Einfache Formen des Lernens können auch an einzelnen Nervenzellen im Gehirn der Aplysia untersucht werden. So konnten Kandel und sein Team festmachen, welche Proteine die entscheidende Rolle bei der Verlagerung von Erinnerungen vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis spielen – dies bedeutet, dass mit dem Langzeitgedächtnis anatomische Veränderungen im Nervensystem ausgelöst werden: Erinnerung wird im Gehirn in Materie umgewandelt.

HTML clipboardHeute ist Eric Kandel amerikanischer Staatsbürger. Seit 1974 ist er Mitglied der National Academy of Sciences der USA; 1997 wurde ihm der deutsche Orden Pour le Mérite für Wissenschaft und Künste verliehen. Im Jahr 2000 wurden er und seine Kollegen Avid Carlsson und Paul Greengard für ihre Erkenntnisse zur Signalübertragung im Nervensystem mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. 2006 erschien seine Autobiografie „Auf der Suche nach dem Gedächtnis. Die Entstehung einer neuen Wissenschaft des Geistes“, in der Kandel auf faszinierende Weise seine Forschungsarbeit mit seinem Lebenslauf verknüpft. Er ist Professor an der Columbia University New York, Leiter des Howard Hughes Medical Institute und Mitglied des Kuratoriums des Institutes of Science and Technology Austria.

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