„Neue Aussichten“ im Jüdischen Museum Franken

Das Jüdische Museum Franken in Fürth feiert seinen zehnjährigen Geburtstag. Aus diesem Anlass präsentiert das Museum im Jubiläumsjahr seine Dauerausstellung neu. Eröffnet werden neue Abteilungen, die die jüdische Geschichte Frankens thematisieren. Mit seinen Ausstellungen und seinem Veranstaltungsprogramm hat sich das Jüdische Museum Franken einen Namen gemacht als wichtiger Impulsgeber in der Auseinandersetzung mit der fränkisch-jüdischen Geschichte und Kultur…

Die Neukonzeption der Dauerausstellung sieht einen stärkeren Frankenbezug vor. Er soll Besuchern vor allem vermitteln, dass Franken eine der wichtigsten Wiegen jüdischen Lebens in Süddeutschland war. Franken war ein bedeutendes Zentrum einer besonders vielfältigen jüdischen Kultur mit eigenen Alltagsgebräuchen und jüdischfränkischen Dialekten, religiösen Ritualen und berühmten Gelehrten. Die Dauerausstellung präsentiert die fränkischjüdische Geschichte von den mittelalterlichen Anfängen bis zu unserer Gegenwart. Sie zeigt jüdisches Leben in Franken in einem Spannungsfeld zwischen Heimat und Exil, Tradition und Anpassung, zwischen Vernichtung und Neubeginn.

lebkuchen
„Heimat“, Nürnberg, Lebkuchendose mit Motiv der Nürnberger Hauptsynagoge (1874 eingeweiht)
Nürnberg, um 1920, © Jüdisches Museum Franken

Neue Dauerausstellungsabteilungen entstanden zum bürgerlichen Zeitalter, der Zwischenkriegszeit, der nationalsozialistischen Zeit und der jüdischen Jetztzeit. Die Ausstellung schließt mit einem Interviewprojekt über fränkisch-jüdische Identität, für die u.a. die Schriftsteller Ruth Weiß und Robert Schopflocher zur Verfügung standen.

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„Jüdisch Jetzt“, Chanukka 1958, Ronnie und Danny Gundelfinger
© Jüdisches Museum Franken / Suzanne Gundelfinger

Das Museum in Fürth ist das Haupthaus des Jüdischen Museums Franken und wurde 1999 eröffnet. Es gehört heute mit den Museen in Berlin, Frankfurt und München zu den bedeutendsten Museen für jüdische Geschichte und Kultur in Deutschland. In Franken hat das Museum mit seinen bedeutenden Sammlungen und seinen musealen Einrichtungen in Fürth, Schnaittach und Schwabach ein Alleinstellungsmerkmal im Bereich des Sammelns, Bewahrens, Erforschens und des Vermittelns jüdischer Kultur. Mit seinen Ausstellungen und seinem Veranstaltungsprogramm hat sich das Museum einen Namen als wichtiger Impulsgeber in der Auseinandersetzung mit der fränkisch-jüdischen Geschichte und Kultur gemacht. Durch seine Fragestellungen und unorthodoxen Präsentationen jüdischer Themen – wie etwa mit den Ausstellungen »Feinkost Adam«, »du darfst – koscher essen«, »Andere Umstände« oder »Fürth. Das Fränkische Jerusalem – Von der Erfindung jüdischer Geschichte« – ist das Jüdische Museum Franken stets bestrebt, neue Sichtweisen – »Neue Aussichten« zu eröffnen, Diskussionen anzustoßen und das Publikum dazu anzuregen, seine Vorstellungen und Standpunkte neu zu überdenken.

Die Neukonzeption der Dauerausstellung ist auch ein erster Schritt hin zur Realisierung des Neubaus. Durch ihn können im historischen Museumsgebäude zusätzliche Dauerausstellungsflächen gewonnen werden. Im April 2010 wird der zweite und letzte Teil der Dauerausstellung in neuer Konzeption eröffnet. Er thematisiert Judentum.

„Neue Aussichten – Changing Views“
Eröffnung neuer Abteilungen der Dauerausstellung
Ab dem 16. Juli im Jüdischen Museum
www.juedisches-museum.org

Begleitprogramm

Die Kuratoren des Jüdischen Museum Frankens bieten im Begleitprogramm der Ausstellung die Gelegenheit, mit ihnen die neuen Abteilungen zu erkunden.

Di, 4.8.09, 18.30 Uhr | JMF in Fürth
Jüdisches Leben heute
Kuratorenführung mit Daniela F. Eisenstein durch die neuen Abteilungen mit einem Schwerpunkt auf der Nachkriegszeit bis heute.

Di, 15.9.09, 18.30 Uhr | JMF in Fürth
Ein jüdisches Haus
Kuratorenführung mit Christiane Twiehaus zur Hausgeschichte des historischen Museumsgebäudes.

Di, 29.9.09, 18.30 Uhr | JMF in Fürth
Jüdisches Leben in Franken
Zwischen Heimat und Exil
Kuratorenführung mit Monika Berthold-Hilpert durch die neuen Abteilungen mit einem Schwerpunkt auf der nationalsozialistischen Zeit.