Völkerverständigung durch Penis-Beschneidung

Juden und Moslems wollen ihren ganzen Erfahrungsschatz einsetzen, um in Afrika gemeinsam gegen die Ausbreitung von AIDS (HIV) anzukämpfen…

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 12. Juli 2009

Muslimische Ärzte aus Senegal hatten sich in Israel mit professionellen medizinischen Beschneidern getroffen, und ein gemeinsames Vorgehen beschlossen. Bei Männern mindert sich die Ansteckungsgefahr, wenn sie beschnitten sind. Sowohl bei Juden wie bei Moslems ist Beschneidung üblich. Bei den Juden werden Jungen üblicherweise acht Tage nach der Geburt beschnitten. Doch israelische Ärzte vollziehen etwa 100.000 Beschneidungen an Erwachsenen pro Jahr. Manche israelische Ärzte beschneiden bis zu 40 Männer am Tag, überwiegend Neueinwanderer aus Russland und Äthiopien.

Die Ärzte aus Senegal besuchten israelische Hospitäler und schauten zu, wie die Israelis mit der sogenannten “Umklammerungs-Methode ” Beschneidungen durchführten. Diese Methode ist auch bei Moslems verbreitet. Ebenso besuchten sie fromme jüdische „Mohalim“, traditionelle Beschneider, die bei Neugeborenen die Beschneidung vornehmen.

Erstmals soll nun ein gemeinsames jüdisch-muslimisches Team zusammengestellt werden, um in Afrika, zu beschneiden. Gemäß einer Pressemitteilung der Organisation „Operation Abraham“, die sich dem Kampf gegen HIV widmet, wird erwartet, dass sich dem Projekt auch Experten aus arabischen Ländern anschließen.

Die UNO-Organisation UNAIDS habe die Kooperative Operation-Abraham informiert, dass der Einsatz von freiwilligen Beschneidungsärzten zwecks Kampf gegen HIV in Afrika zu den Prioritäten für jene Länder zählt, in denen die UNO versucht, ihre Gesundheitspolitik durchzusetzen.

© Ulrich W. Sahm / haGalil.com