haGalil TV-Radar: Fernsehtipps der Woche

Vom 26.06. bis 02.07.2009 …

Freitag, 26.06.2009

07:20 Uhr; WDR
Nadavs kleines Stück Frieden in Jerusalem

Nach einer Reihe von Selbstmordanschlägen in Jerusalem beschließt der israelische Junge Nadav eine Kampagne zu starten – „Frieden für die Zukunft“. Die 30-minütige Sendung zeigt die konträren Sichtweisen israelischer und palästinensischer Jugendlicher und begleitet die Entstehung und das letztendliche Scheitern dieser Initiative.

18:30 Uhr; Phoenix
Hitlers Stellvertreter (1/2)

Der Aufstieg von Rudolf Heß
Rudolf Heß ist die unumstrittene Kultfigur alter und neuer Nazis weltweit. Außer Hitlers Geburtstag ist ihnen nichts so heilig wie der Todestag des Stellvertreters. Jedes Jahr pilgern sie zu Hunderten ins oberfränkische Wunsiedel, wo Heß begraben ist. Insgesamt hat er 46 Jahre in Haft verbracht und in der ganzen Zeit nicht ein Wort der Reue geäußert.
Bis heute wird Rudolf Heß, der Stellvertreter Hitlers, als „guter Nazi“ und „Friedensbote“ verklärt. Aufgrund von bislang unveröffentlichten Dokumenten und Filmmaterial, Originalaufnahmen, Zeitzeugeninterviews und eigenen Recherchen zeichnet der Film ein neues Bild: Christine Rütten stellt klar: Der „Stellvertreter“ war schon seit den 20er Jahren der treueste Gefolgsmann Adolf Hitlers. Und er war und blieb einer der glühendsten Vertreter der NS-Rassenideologie.
Der erste Teil spannt den Bogen von der Geburt in Ägypten über die Studienzeit in München, die Begegnung mit Hitler und die gemeinsame Haftzeit in Landsberg über den Aufstieg zum drittmächtigsten Mann im Dritten Reich bis zum mysteriösen Englandflug am 10. Mai 1941, für den er als „Märtyrer des Friedens“ in der rechten Szene gefeiert wird. Der Film räumt auch mit diesem Mythos auf. Interviews u.a. mit Hilde Heß, der Ehefrau, mit Hildegard Fath und Laura Huber, den Sekretärinnen, und mit Rochus Misch, dem Leibwächter von Adolf Hitler, bringen Licht ins Dunkel.

19:15 Uhr; Phoenix
Hitlers Stellvertreter (2/2)

Der Fall des Rudolf Heß
In „Der Fall des Rudolf Heß“, dem zweiten Teil der Dokumentation hat sich Ulrike Bremer auf Spurensuche nach England begeben. Rund um Eaglesham, die Kleinstadt bei Glasgow, hat sie Augenzeugen getroffen, die sich noch an die Nacht erinnern, als dieser merkwürdige Deutsche mit dem Fallschirm landete. Im Gepäck hatte er „Friedensangebote“, die er dem Herzog von Hamilton unterbreiten wollte. Noch heute rätseln die Söhne des Herzogs, warum Heß sich ausgerechnet an ihren Vater wenden wollte. Originalnotizen des „Friedensfliegers“ Heß, die die Autorin in Londoner Archiven fand, belegen, dass es sich bei dem vermeintlichen Friedensangebot um eine wirklichkeitsfremde Aufforderung zur Kapitulation Englands handelte.
Über den Nürnberger Prozess berichtet Richard Sonnenfeldt, Chefdolmetscher der Amerikaner und über die anschließende Haft im Spandauer Kriegsverbrechergefängnis gibt Eugene Bird, amerikanischer Gefängnisdirektor von Spandau, Auskunft. Er berichtet von den Spleens und Wahnvorstellungen seines prominenten Häftlings, der, so Bird im Einklang mit der Familie Heß, am 17. August 1987 ermordet worden sei. Der Film setzt sich mit dieser Verschwörungstheorie auseinander und stellt eigene Vermutungen dazu an, was an diesem Tag passiert sein könnte

21:00 Uhr; 3sat
auslandsjournal extra

u.a.: – Iran – Anhaltende Proteste in Iran

21:02 Uhr; EinsExtra
Iran: Galgen für eine 16-Jährige

Tod durch Erhängen, so lautete das Urteil gegen die 16-jährige Atefeh R. Ihr wurde „unkeusches Verhalten“ vorgeworfen. Der Richter hatte dem Teenager den Strick eigenhändig umgelegt. Der Galgen stand mitten in der nordiranischen Stadt Neka, und die Bevölkerung durfte zuschauen.
Die Reportage rekonstruiert die aufwühlende Geschichte eines ungewöhnlichen Teenagers, Tochter eines Drogenabhängigen, Halbwaise und von den Großeltern mehr schlecht als recht betreut. Eine Streunerin, die sich in der Kleinstadt freier gab als andere Mädchen in ihrem Alter. Das wurde ihr zum Verhängnis. Bereits mit 13 Jahren geriet sie in die Fänge der islamischen „Moral-Polizei“. Im Namen Gottes wurde sie verprügelt und eingesperrt – wie es die strengen Scharia-Regeln bestimmen. Weil andere Teenager abgeschreckt werden sollten, wurde sie schließlich in einem unrechtmäßigen Verfahren zum Tode verurteilt. An einem Sommermorgen wurde die 16-Jährige dann in aller Öffentlichkeit erhängt.
Ihre Geburtsurkunde, so die späteren Recherchen von Menschenrechtlern und Journalisten, war gefälscht worden. Denn auch der Gottesstaat Iran hat die UN-Kinderkonvention unterzeichnet, wonach Minderjährige nicht hingerichtet werden dürfen.

Samstag, 27.06.2009

14:00 Uhr; arte
Die Stunde der Offiziere

Vor fast 65 Jahren, am 20. Juli 1944, verübte Graf Stauffenberg ein Attentat auf Hitler, das fehlschlug. „Die Stunde der Offiziere“ zeigt eine Collage aus Archivaufnahmen, Aussagen von Zeitzeugen sowie hochkarätig besetzten Spielszenen, die die Wege, Motive und Schicksale der Verschwörer lebendig machen.

18:02 Uhr; EinsExtra
Raus aus den Löchern!

30 Jahre Christopher Street Day in Berlin
In diesem Jahr findet zum dreißigsten Mal in Berlin die Parade zum Christopher Street Day statt. Kaum einer der 400 Demonstranten hätte beim ersten CSD am 30. Juni 1979 damit gerechnet, dass sich diese Veranstaltung so lange halten wird.
Mittlerweile gehört sie mit ihren vielen hunderttausend Teilnehmern zu Berlin wie die Siegessäule oder der Regierende Bürgermeister.
Der Film erzählt die Geschichte dieser immer größer werdenden Bewegung. Schwule und Lesben gehören einfach dazu, zumindest in Berlin. Diese Entwicklung ist aber erst möglich geworden durch die Mütter und Väter der ersten CSD-Paraden, die wesentlich politischer und in ihren Forderungen resoluter waren.
Es kommen Menschen zu Wort, die bei den ersten Demos auf dem Kudamm dabei waren und für die Abschaffung des Strafrechtsparagrafen 175 eintraten.
Dieser stellte noch bis 1994 homosexuelle Handlungen teilweise unter Strafe. Aber auch die persönlichen Geschichten rund um dieses schrille und bunte Ereignis kommen nicht zu kurz.

19:00 Uhr; EinsExtra
Mama, ich bin schwul!

Jugendliche und ihr Coming-Out
Elias ist 16 und hat immer davon geträumt, irgendwann mal zu heiraten und Kinder zu haben. Bis ihm auffiel, dass er sich nie wie andere Jungen in seiner Klasse für Mädchen interessierte. Es folgte eine schwere Zeit.
Schwul – das war in seiner Schule ein Schimpfwort. Schwuchtel, so wurden Jungs beschimpft, die man beleidigen wollte. Irgendwann wurde ihm klar, was los war, und dann kam der zweite Schritt: sich den Eltern zu offenbaren, den Klassenkameraden, den Freunden. Elias‘ Eltern reagierten gelassen: Sie hatten sich das schon gedacht. Aber es gibt auch Eltern, die panisch reagieren, aus Scham und aus Angst, Nachbarn, Freunde, Verwandte würden nun mit dem Finger auf sie zeigen.
Rita Knobel-Ulrich hat homosexuelle Jungen und Mädchen und deren Eltern aufgesucht und nachgefragt: War es schwer zu sagen: Mama, ich bin schwul? Haben sie sich mit Schuldgefühlen herumgeplagt, nicht so zu sein wie alle? Wie kommen sie damit zurecht, zu wissen, dass die Eltern sich eine andere Zukunft für ihr Kind vorgestellt haben?
Und wie war das Ganze für die Eltern? Wie ist es, zu erfahren, der Sohn ist schwul, die Tochter lesbisch? Wie reagiert die Umwelt? Was passiert, wenn die Familie kirchlich engagiert ist? Gerät man moralisch unter Druck? Wie geht man mit der Angst um, das eigene Kind oder man selber könnte nun diskriminiert werden? Offen sprechen Eltern und Kinder darüber, was zu Hause los war, als es hieß: Mama, ich bin schwul oder Mama, ich bin lesbisch.

19:15 Uhr; ZDFdoku
Schiff der Verdammten: Die Irrfahrt der St. Louis

Das Passagierschiff „St. Louis“ war im Mai 1939 von Hamburg unterwegs nach Havanna, um 930 Juden aus Deutschland und anderen europäischen Ländern nach Kuba zu bringen.
Die Emigranten hofften, sich durch ihre Ausreise vor dem nationalsozialistischen Terror in Sicherheit zu bringen. Doch Kuba und später auch die USA weigerten sich, die Passagiere der „St. Louis“ einreisen zu lassen. Nach einer längeren Irrfahrt konnte das Schiff in Antwerpen einlaufen, die Insassen wurden auf mehrere europäische Länder verteilt. Da nur wenige Monate später der Zweite Weltkrieg begann, sind viele Passagiere der „St. Louis“ doch noch Opfer der Nationalsozialisten geworden. Unter dem Codenamen „Aktion Sonnenschein“ befanden sich auch deutsche Agenten an Bord der „St. Louis“ als Besatzungsmitglieder getarnt. Sie sammelten auf Kuba Geheimmaterial über die US-Kriegsmarine.

22:10 Uhr; n-tv
n-tv-History: Der ewige Sündenbock

Die Geschichte der Feindschaft gegenüber Juden
Die Geschichte der Feindschaft gegenüber Juden zieht sich durch die Jahrhunderte. Seit Generationen ist beispielsweise von Ritualmorden die Rede. Juden würden christliche Kinder ermorden, um deren Blut für geheime Riten zu benutzen. Im Nahen Osten werden sogar Fernsehserien produziert, die diese Anschuldigungen aufnehmen und in den Wohnzimmern flimmern. Bevorzugter Ausstrahlungstermin ist der Ramadan, der Fastenmonat, in dem Muslime ein besonders intensives religiöses Leben führen. Ihre Wirkung scheint der moderne Antisemitismus nicht zu verfehlen. Eine Bestandsaufnahme von historischen Ursprüngen bis zur Gegenwart.)

Sonntag, 28.06.2009

16:10 Uhr; n-tv
n-tv History: Hitlers Psyche

“Auf der Akte des Geheimdienstes prangt ein Stempel: Top Secret! Niemand sollte wissen, dass die Amerikaner 1943 ein psychologisches Profil Hitlers erstellen ließ. Sie trieb nur eine Frage um: Was denkt Hitler? Wie denkt er? Was sind seine Ziele? Welche Strategien hat er? Jahrzehnte lang lagen diese Akten unter Verschluß, jetzt öffnen sich die Türen der amerikanischen Archive. Ein Psychogramm eines Massenmörders und Menschenfeindes.”

22:00 Uhr; EinsExtra
Der Mann hinter Adenauer – Hans Maria Globke

Hans Maria Globke, Staatssekretär im Bundeskanzleramt von 1953 bis 1963, war die rechte Hand des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer – und mit ihm fiel von Anfang an der lange Schatten des gerade überwundenen NS-Regimes auf die junge Bundesrepublik.
Denn der katholische Jurist Globke hatte eine problematische Vergangenheit, bekannt war allgemein, dass er Mitkommentator der Nürnberger Rassegesetze gewesen war und wichtige Funktionen im Reichsinnenministerium innegehabt hatte.
1949 in der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland wird der erfahrene Jurist Globke ins Bundeskanzleramt berufen. Wegen seiner Vergangenheit im Reichsinnenministerium wagt es Adenauer noch nicht, ihn zum Staatssekretär zu ernennen, aber der verschwiegene, effizient arbeitende rheinische Katholik wird auf Anhieb Adenauers Vertrauter, zum Schattenmann, der im Verborgenen agiert. Globke pflegt enge Beziehungen zum Vatikan und ist Adenauers Verbindungsmann zur CIA, mit der er alle wichtigen Entscheidungen, auch personelle, bespricht. Globke taucht von nun an immer da auf, wo es gilt, Machtpositionen zu besetzen. Er sorgt dafür, dass General Gehlen, dessen Organisation nach dem Krieg von der CIA als Spionagedienst finanziert wird, schließlich zum BND wird. Globke kümmert sich um den Aufbau des Verfassungsschutzes und um die Vorbereitungen für den Aufbau der Bundeswehr.
1953 wird Globke Staatssekretär im Kanzleramt, mit einer kaum vorstellbaren Machtfülle. Er lässt den BND gesetzeswidrig im Inland Gegner der Adenauer-Regierung ausspionieren und kontrolliert das Presse- und Informationsamt. Mit Gesetzesvorlagen öffnet er ehemaligen NS-Eliten (Beamten, Richtern, Militärs, Polizisten, Geheimdienstlern) die Rückkehr in hohe Positionen.
Globke verfügt über den „Reptilienfonds“, mit dem er die erwünschte innen- und außenpolitische Stabilität auch durch hohe Geldzahlungen sichert. Und er spielt zunehmend in der neuen Regierungspartei CDU die entscheidende Rolle. Der bestinformierte Mann in Bonn beeinflusst als engster Berater Adenauers die Richtlinien der Politik, Globke – der heimliche Kanzler.
Hans Maria Globke ist sicher das prominenteste Beispiel für die bruchlose Kontinuität von Karrieren im Staatsdienst vor und nach 1945.

Montag, 29.06.2009

10:30 Uhr; ZDFdoku
Schiff der Verdammten: Die Irrfahrt der St. Louis

siehe 27.06.2009; 19:15 Uhr

Mittwoch, 01.07.2009

21:00 Uhr; arte
Von der Schulbank an die Front – Kindersoldaten im 2. Weltkrieg

Zahllose Kinder zogen mit der Waffe in den Kampf – vor allem zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Aber wussten sie wirklich, was sie erwartete? „Man hat das gelernt. Man will nur treffen und ist befriedigt, wenn man getroffen hat,“ erinnert sich Gregor Dorfmeister, der mit 15 Jahren gemeinsam mit Gleichaltrigen in einem Panzergraben in Bayern die heranrückenden alliierten Bodentruppen aufhalten sollte. Knapp entgeht er dem Tod durch feindliche Granatwerfer und flieht. Seine fanatischen Kameraden halten weiter die Stellung und büßen mit ihrem Leben dafür.
„Es ist eine riesige Verantwortung für einen 15-Jährigen zu sagen: Ich werde töten. Aber in dem Moment denkt man nicht darüber nach, da denkt man nur: Ich muss zuerst schießen. Sonst erwischt es mich.“ Jean Rispal ist bei der Befreiung von Paris mit einem Gewehr in der Hand dabei. Nie zuvor hat er eine Waffe in der Hand gehabt. Ob er im Straßenkampf jemanden getötet hat, darüber will er bis heute keine Gewissheit haben.
Es ist die Extremerfahrung, die diese Jugendlichen verbindet, ganz gleich, ob sie in Frankreich, Deutschland, Polen oder Russland im Einsatz waren. Oft waren es nur wenige Tage oder Wochen, die die europäischen Kindersoldaten im Gefecht verbrachten. Doch es waren Tage und Wochen, die sie bis heute begleiten. Weil sie leben müssen mit dem, was sie gesehen haben – und mit dem, was sie getan haben.

21:00 Uhr; 3sat
Der Scientology-Plan

Selbstbewusst präsentiert sich Scientology in Europa, imposant erhebt sich die Deutschlandzentrale der umstrittenen Organisation in Berlin. Doch warum ist das Land im Zentrum Europas für die Organisation so wichtig?
Der Film von Stephanie Gargosch zeigt ausführlich, welche Strategie Scientology in Deutschland verfolgt, wie der Alltag einer Scientology-Gemeinde aussieht und welche Interessen hinter der umstrittenen Organisation stecken.

Zusammenstellung: Holger Raak