haGalil TV-Radar: Fernsehtipps der Woche

Vom 05.06. bis 11.06.2009 …

Samstag, 06.06.2009

00:05 Uhr; arte
KurzSchluss – Das Magazin

Das Kurzfilmmagazin zeigt die israelische Produktion „Sackgasse!“ von Imri Matalon über eine zum Scheitern verurteilte israelisch-palästinensische Freundschaft

14:15 Uhr; ZDFdoku
Fremde Kinder: Zwischen Köln und Tel Aviv

Sharon Aronof ist zwölf Jahre alt und lebt zusammen mit ihrer Mutter Ruthi Aronof-Günther in Köln. Beide sind aktive Mitglieder der jüdischen Gemeinde.
Sharon praktiziert ihren Glauben offen und selbstverständlich. Ihre Familie mütterlicherseits besteht aus traditionsreichen deutschen Juden, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus Israel nach Deutschland zurückgekehrt sind, um sich hier am Wiederaufbau der jüdischen Gemeinden zu beteiligen. Sharon sieht sich selbst als „echt kölsches“ und gleichzeitig als „echt jüdisches“ Mädchen. Ihre Muttersprachen sind Deutsch und Hebräisch, ihre Heimat ist Deutschland, ihr Zuhause das Judentum und das Land ihres Glaubens ist Israel. Mehrmals im Jahr fährt sie dorthin, nicht nur weil sie Jüdin ist, sondern vor allem, weil dort – in der Nähe von Tel Aviv – ihr Vater lebt. Während Sharon sich früher sicher war, dass sie später ebenfalls in Israel leben möchte, glaubt sie heute, ihren Platz in ihrer Lieblingsstadt Köln gefunden zu haben.

14:30 Uhr; 3sat
Anne Frank – Ein neues Kapitel

1998 erschien die umfassende Biografie „Das MädchenAnne Frank“, in der von der österreichischen Historikerin Melissa Müller neue Details aus dem Leben von Anne Frank beleuchtet werden. Der Autorin waren fünf bislang unveröffentlichte Tagebuchseiten zugänglich, in denen sich Anne Frank kritisch über die Ehe ihrer Eltern äußert. Auch gibt Müllers Biografie Hinweise auf mögliche Verräter des von den Nazis ermordeten jüdischen Mädchens.
Die Dokumentation von Bernard Hammelburg rückt die Geschichte Anne Franks in eine neue Perspektive. Sie erzählt vom Leben der Familie Frank in Deutschland vor dem Krieg, ihrer Flucht nach Holland und ihrer jahrelangen Gefangenschaft im Amsterdamer Hinterhaus.

Sonntag, 07.06.2009

08:30 Uhr; Phoenix
Die Mullahs und die Macht

30 Jahre Islamische Revokution
Der von Ajatollah Khomeini gegründete Gottesstaat hat sich schleichend verändert. Unter Präsident Ahmadinedschad schickt sich die Generation der Kinder an, die Revolution der Eltern zu fressen. Die Revolutionsgarden und radikale Moslems drängen die Kleriker ins Abseits. Eine neue Elite entsteht.

09:45 Uhr; Phoenix
Anne Frank – Ein Mädchen aus Frankfurt

Ihr Tagebuch hat sie weltberühmt gemacht. Millionen Menschen haben gelesen, was Anne Frank in den zwei Jahren in ihrem Amsterdamer Hinterhausversteck geschrieben hat.
Zwei Jahre ohne Sonnenlicht, ohne Außenkontakt und in ständiger Angst, entdeckt zu werden. Doch kaum jemand weiß, wie die dreizehn Jahre davor waren. Gabriela Hermer erzählt vom unbekannten und unbeschwerten Leben der Anne Frank, bevor die Familie Deutschland verlassen musste.
„Einmal werden wir doch wieder Menschen und nicht nur Juden sein!“, schreibt Anne in ihr Tagebuch im Amsterdamer Versteck. Die Hoffnung schöpft sie aus ihren Erinnerungen an ihre Kindheit in Frankfurt, wo religiöse Unterschiede zwischen Familie Frank und ihren weltoffenen Nachbarn keine Rolle spielten. Es war diese Freiheit, die sie prägte und sie zu dem Mädchen machte, das wir durch das Tagebuch kennenlernen. Gabriela Hermers eindrucksvolle Spurensuche führt nach Frankfurt, Amsterdam und Basel, wo sie auf Menschen trifft, die durch ihre persönlichen Erinnerungen das Mädchen hinter dem Mythos lebendig werden lassen.
Annes älterer Cousin Buddy Elias, der einzige heute noch lebende Verwandte, erzählt von ihrer gemeinsamen Kindheit in Frankfurt, den Eltern und Großeltern, die trotz ihrer jüdischen Herkunft lieber Goethe lasen als das Alte Testament. Jacqueline van Maarsen, Annes beste Freundin aus der Amsterdamer Schulzeit, schildert, wie die beiden Mädchen ihre Jugend voller Lebenslust und Optimismus genossen – der zunehmenden Bedrohung durch die Nazis zum Trotz.

22:00 Uhr; 3sat
Tod und Teufel

Anfang des 20. Jahrhunderts unternahm der schwedische Fotograf und Abenteurer Eric von Rosen (1879-1948) Forschungsreisen nach Afrika und Südamerika, von denen erreichhaltiges Fotomaterial und Reiseberichte mit nach Hause brachte. Er wurde zum Chronisten der Kulturen, die dort durch den Kolonialismus dem Untergang geweiht waren. Von Rosens war eine vielschichtige Persönlichkeit, geprägt durch seineadelige Herkunft, voller Energie und Neugier. Als Schloss- und Gutsbesitzer beunruhigten von Rosen die revolutionären Bewegungen Anfang des Jahrhunderts. In den 1930er Jahren arbeitete er als bekennender Antisemit an einer Vereinigung schwedischer Nazigruppen. Erst 1938 wurde von Rosen der Antisemitismus „zu viel“, und er zog sich aus der öffentlichen Debatte zurück. Bis vor wenigen Jahren wäre dem Dokumentarfilmer Peter Nestler nicht einmal der Gedanke gekommen, über seinen Großvater einen Film zu machen. Dessen Adelshintergrund war Nestler suspekt, und die spätere politische Haltung verabscheute er. Doch seit seinen späten Dokumentarfilmen, den 3sat-Koproduktionen „Flucht“ (2000) und „Die Verwandlung des guten Nachbarn“ (2002), die Fragen nach der Entstehung von Rassismus und nach den Ursachen der Täterschaft im Holocaust stellen, erschien Nestler die Person seines Großvaters interessant. Aus dem vielfältigen vorhandenen Material – Fotos, Reiseberichte und Forschungsergebnisse sowie private Filmaufnahmen – entstand das Porträt einer ambivalenten Persönlichkeit „mit sehr dunklen nazistischen Seiten“, so Nestler. Peter Nestler, 1937 in Freiburg geboren, lebt seit 1966 in Schweden, wo er als Redakteur des Schwedischen Fernsehens arbeitete. Seit 1962 entstanden unter seiner Regie mehr als 50 Kurz- und Dokumentarfilme.

Dienstag, 09.06.2009

09:55 Uhr; arte
Überleben im Versteck – Jüdische Kinder und ihre Retter

Mehr als eineinhalb Millionen jüdischer Kinder wurden während des Dritten Reiches von den Nazis ermordet. Überlebt haben den Holocaust in zum Teil absurden Verstecken nur wenige Zehntausend. Die Dokumentation zeigt drei ehemals versteckte Kinder auf ihrer Reise in ihre Vergangenheit und vor allem die Orte ihres Verstecks. Erinnerungen werden wach und lange verdrängte Gefühle brechen sich Bahn. Emotional und bewegend erzählen drei Frauen von ihrer Kindheit, von Gefahr und großem Mut und davon, wie ihr ganzes Leben von diesen Erfahrungen geprägt wurde.

10:50 Uhr; arte
Schiff der Verdammten – Die Irrfahrt der St. Louis

930 Männer, Frauen und Kinder jüdischen Glaubens gingen am 13. Mai 1939 in Hamburg an Bord des deutschen Passagierdampfers St. Louis. 300 von ihnen waren bereits in Konzentrationslagern interniert gewesen. Sie hofften, der Verfolgung und den Todeslagern der Nazis zu entkommen. Ihr erstes Ziel war Kuba, von dort aus wollten sie weiter nach Amerika. Von ihren letzten Ersparnissen kauften sie Schiffstickets, um auf die Karibik-Insel zu gelangen. Die Nazi-Behörden ließen die Emigranten ausreisen, um mit einer großangelegten Propagandakampagne zu zeigen, dass Juden jederzeit Deutschland legal verlassen könnten.
Aber es gab noch einen anderen Grund für diese „Sonderfahrt“ nach Kuba: Spionage. An Bord waren deutsche Agenten, getarnt als Crewmitglieder. Sie sammelten auf Kuba Geheimmaterial über die amerikanische Kriegsmarine. Die Aktion lief unter dem Codenamen „Aktion Sonnenschein“. Die jüdischen Passagiere glaubten, in die Freiheit zu fahren. Doch für viele endete die Reise in einer Tragödie. Weder Kuba noch Amerika wollten die Emigranten aufnehmen. Nach Tagen der Ungewissheit und neuer Todesängste mussten sie schließlich nach Europa zurückkehren. In Frankreich, Holland und Belgien fanden sie vorübergehend Asyl, doch während des Krieges und der deutschen Besatzung wurden viele von ihnen aufgegriffen, deportiert und in Konzentrationslagern ermordet. Von den mehr als 930 Juden auf der St. Louis hat nur ein Drittel das Kriegsende erlebt.

22:25 Uhr; 3sat
Berg und Geist: Charles Lewinsky

Charles Lewinsky, 63, zählt seit seinem Buchbestseller, der jüdischen Familiensaga „Melnitz“ (2006), zu den gefragten und preisgekrönten Buchautoren im deutschsprachigen Europa und in Frankreich. Bekannt geworden ist er vor Jahrzehnten als TV-Sitcom-Schreiber, Liedertexter und Drehbuchautor. Er war erfolgreich für das Schweizer Fernsehen, die ARD und das ZDF tätig. Heute lebt und arbeitet Lewinsky in Frankreich und in seiner Heimatstadt Zürich.

Mittwoch, 10.06.2009

22:45 Uhr; ZDF
auslandsjournal XXL

Die Macht der Mullahs – Iran vor der Wahl
Iran ist das Land, das die westliche Welt gleichzeitig fasziniert und in Atem hält. Seit 30 Jahren nun herrschen die Ayatollahs über das ehemalige Reich aus 1001 Nacht, das früher vor allem für den Prunk seiner Herrscher, seine antiken Stätten und seine Poesie bekannt war. Heute sorgt sein Präsident Mahmud Ahmadinedschad mit Drohungen gegen Israel und undurchschaubaren Atomplänen für Schlagzeilen. Den Alltag der Menschen bestimmt die Islamische Revolution – samt Schleierzwang, strengen Sittengesetzen und staatlich verordnetem Amerika-Hass.
Doch wie leben die Iraner wirklich, wovon träumen sie, und wen wählen sie im 30. Jahr der Revolution? Wohin steuert das Land, dem der neue amerikanische Präsident gerade erst die Hand zur Annäherung hingestreckt hat und das fast zeitgleich neue Erfolge im Atomprogramm verkündet? Wie stehen die Chancen für einen Neuanfang mit den USA, gerade jetzt, da der Westen Iran als Partner in Nahost, in Afghanistan und im Irak eigentlich dringend bräuchte?

Zusammenstellung: Holger Raak