Krasse Menschenrechtsverletzungen, für die Verständnis aufgebracht wird

Es lohnt manchmal BBC zu hören bzw. anzuschauen, auch dann wenn diese – einst angesehene Institution – den Balen-Bericht [1] über ihre unausgewogene Nahostberichterstattung nicht veröffentlicht. Gestern Abend [23.5] zum Beispiel berichtete eine BBC-Journalistin über die vielen zivilen Opfer, die vernichteten Ortschaften und die Flüchtlinge, die im eigenen Land Sri Lanka im Siedlungsgebiet der Tamilen hinter Stacheldraht in Lagern gehalten werden…

Von Karl Pfeifer

Wer erwartet, dass jetzt die Aktivisten von „Weg mit der Mauer in Palästina“ sich stark machen und gegen dieses Massaker demonstrieren, der wird enttäuscht. Ihre Stimme wird nur laut, wenn es gegen Israel oder die USA geht [2]

„Somalische Justiz – Islamistischer Stil“

Auch ein Blick auf die Website von BBC lohnt. So berichtet Mohamed Mohamed von der somalischen Abteilung der BBC über „Somalische Justiz – Islamistischer Stil“:

Auf den staubigen Straßen von Kismayo in Somalien hallten die Stimmen eines Fahrzeugs mit Lautsprecher wider, welche die Einwohner Anfang Mai zu einer neuen Form der öffentlichen „Unterhaltung“ einluden. Sie wurden eingeladen anzuschauen, wie einem Mann in einem öffentlichen Park der Stadt die Hand abgehackt wird. Der junge Mann Mohamed Omar Ismail wurde schuldig befunden Gegenstände aus dem Haus eines anderen Mannes gestohlen zu haben. Am Nachmittag, versammelten sich Hundert im Freiheitspark um die Amputation anzuschauen. Nach langem Warten wurde M.O. Ismail dorthin gebracht und ein Beamter begann die Entscheidung des Gerichtes vorzulesen.

Diebstahl von Kleidern

“Das Islamische Scharia Gericht des Bezirks Kismayo bestätigt, das Mohamed Omar Ismail des Diebstahls schuldig befunden wurde” erklärte der Beamte. “Herr Ismail hat 10 Hosen und 10 Hemden, acht andere Gegenstände und eine Tasche gestohlen. Der Wert all dieser Sachen wird auf 90 $ geschätzt.” (€ 65 K.P.). Der Beamte zitierte ein Kapitel aus dem Koran, die Surah Maida, Vers 38 [3], welche die vorgesehene Strafe für Diebstahl bestimmt. Er sagte, dass der Koran erklärt, dass die Strafe für Diebstahl das Abhacken der rechten Hand des Diebes sei. Ein Journalist vom Ort, der Zeuge war, sah einen geschockten Herrn Ismail, der in den Park gebracht wurde. Seine rechte Hand wurde hochgehalten, dann auf einen Tisch gelegt und sofort ohne jede Zeremonie am Handgelenk abgehackt.”

Die blutige Hand vorgezeigt

Der Augenzeuge erzählte über seinen Abscheu als die blutige abgehackte Hand zur Schau gestellt wurde, um der Masse zu beweisen, dass die Bestrafung ausgeführt wurde. Herr Ismail befindet sich im Kismayo Spital, wo er behandelt und von der islamistischen Miliz, die ihn bestraft hat, bewacht wird. Sie erlauben ihm nicht, mit Medien zu sprechen. Doch laut einer unabhängigen Quelle, beharrt der entsetzte Herr Ismail darauf, dass er den Diebstahl, für den er seine Hand verloren hat und schreckliche Schmerzen spürt, nicht begangen hat.

‚Due process‘

Michelle Kagari, die für Afrika zuständige Amnesty International Referentin sagte: „Punishments like these illustrate the extent to which violence still substitutes for the rule of law in many areas of Somalia.“ She said she wanted the United Nations to take concrete steps to stop such human rights abuses, and that an independent commission of inquiry or similar mechanism should be set up to investigate. Amnesty International has also called on the fragile Somali transitional government – and the militias which currently run Kismayo and other parts of the south – to publicly condemn all human rights abuses, including punishments carried out without due process of law. [4]

Zu hoffen, dass die UNO Schritte unternehmen wird, um Menschenrechtsverletzungen in einem islamischen Land wie zum Beispiel in Saudi Arabien und dem Sudan abzustellen, zeigt auf eine seltene Blauäugigkeit. Wenn es um die “unverletzlichen Rechte” der Palästinenser geht, da wird die UNO tätig, die UNESCO unterstützt sogar die Abhaltung eines Vortrags (des “jüdischen David Irving”) Norman Finkelstein in Wien, aber bei Menschenrechtsverletzungen der meisten arabischen und islamischen Ländern bleibt sie passiv. Und die Friedenskämpfer, die behaupten sich zu bemühen, Menschenrechtsverletzungen anzuprangern, reagieren auch nicht, wenn in diesen Ländern Massaker begangen werden, wenn Millionen Menschen vertrieben und zu Flüchtlingen werden, wenn Frauen gesteinigt, Homosexuelle gehängt und (angeblichen) Dieben die Hand abgehackt wird. Wenn man sie fragt, weshalb, dann kann man die Begründung hören, dass diese Völker ein Recht haben ihre eigene Kultur zu bewahren oder “was kann man schon erwarten von denen, da unten”.

1) www.bbc.co.uk/pressoffice/pressreleases/stories/2007/04_april/27/balen.shtml
2) Wien (OTS) – „Weg mit der Mauer in Palästina! Truppen raus aus dem Irak!“ sind die zentralen Anliegen einer Demonstration eines breiten Aktionsbündnisses in Wien, die im Zusammenhang mit dem internationalen Aktionstag gegen Besatzung und Krieg stattfindet. Als Redner werden EU-Abgeordneter Hannes Swoboda [SPÖ] Elisabeth Hlavac (Integrationssprecherin der SPÖ), der Amstettner Betriebsseelsorger Kaplan Franz Sieder, Leo Gabriel u.a. auftreten…http://linke.cc/news/article.php?story=20040921110456310
3 ) Für Diebstahl sieht der Koran eine eindeutige Strafe vor: „Wenn ein Mann oder eine Frau Diebstahl begangen haben, dann haut ihnen die Hand ab!“ http://www.bpb.de/publikationen/ZFTQZH,0,Politischer_Islam_im_20_Jahrhundert.html
4) Story from BBC NEWS Published: 2009/05/20 07:55:38 GMT: http://news.bbc.co.uk/2/hi/africa/8057179.stm