Eva Luise Köhler zu Gast bei Charlotte Knobloch

Auf Einladung von Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland und Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, war Eva Luise Köhler am 8. Mai 2009 zu Gast in der Israelitischen Kultusgemeinde in München…

Eva Luise Köhler hat den Alexander Moksel-Kindergarten und die Sinai-Schule besucht und sich ein Bild über die jüdische Erziehung verschafft. Ihr Eindruck: „Bei meinem Besuch konnte ich mich davon überzeugen, wie bedeutsam und identitätsstiftend die jüdische Erziehung ist und mit welchem Engagement hier in München die jüdische Religion und Kultur weitergegeben wird.“ Erfreut zeigte sich Eva Luise Köhler darüber, dass auch nichtjüdische Kinder die Einrichtungen nutzen können. „Dass jüdische und nichtjüdische Kinder gemeinsam den Kindergarten und die Schule besuchen können und dadurch die Möglichkeit haben, voneinander zu lernen, ist eine Bereicherung von unschätzbarem Wert für die Heranwachsenden.“

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde begrüßte das große Interesse der Ehefrau des Bundespräsidenten am jüdischen Erziehungswesen. Charlotte Knobloch betonte die Bedeutung der Weitergabe des jüdischen Erbes an die nächsten Generationen, um den Fortbestand eines lebendigen Judentums in Deutschland zu sichern. Sie unterstrich auch die gesellschaftliche Relevanz der Einrichtungen, in denen jüdische und nichtjüdische Kinder willkommen sind. „Mit dieser Offenheit wollen wir ein Zeichen setzen und schon im Kindesalter zu einer besseren interkulturellen und interreligiösen Verständigung beitragen. Denn das Wissen um die jüdische Kultur und Religion zählt zur Basis für mehr Toleranz in unserer Gesellschaft.“

Schwerpunkte des jüdischen Erziehungswesens sind neben den allgemeinen Bildungsinhalten die Vermittlung der jüdischen Kultur und Religion sowie das Erlernen der hebräischen Sprache. Der Kindergarten der Israelitischen Kultusgemeinde München ist der einzige jüdische Kindergarten in München und Oberbayern und besteht seit rund 50 Jahren. Das Erziehungskonzept beinhaltet Elemente der Pestalozzi-, Fröbel-, Montessori- und Waldorfpädagogik. Eine wichtige Aufgabe des Kindergartens besteht darin, die Kinder mit der jüdischen Religion und Tradition vertraut zu machen. Die Sinai-Schule lehrt ab der ersten Grundschulklasse neben der hebräischen Sprache ein profundes Wissen über die Bräuche des Judentums. Sie ist eine staatlich anerkannte, konfessionelle Ganztagsschule. Der „Pädagogische Nachmittag“ basiert auf den Bausteinen Musikunterricht, Sport und Bewegung sowie Förderunterricht.

PM der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, 08.05.2009