haGalil TV-Radar: Fernsehtipps der Woche

Vom 10.04. bis 16.04.2009 …

Freitag, 10.04.2009

00:00 Uhr; Phoenix
Jerusalem – Tor zum Himmel

Jerusalem ist ein Ort voller Mythen, Prophezeiungen und Sehnsüchte. Denn gleich drei große Weltreligionen verehren Jerusalem als heilige Stadt. Juden, Christen und Muslime sehen hier die Wurzeln ihres Glaubens. Die „Stadt des Friedens“ ist zugleich gezeichnet von Kriegen und Gewalt. Der Tempelberg, inmitten der Altstadt, gehört zu den explosivsten Quadratmetern der Welt.
Hier baute 1000 Jahre vor Christi Geburt König Salomon seinen sagenumwobenen Tempel als Schrein für die Bundeslade. Er wurde von Nebukadnezar ausgeraubt und angezündet. Die Bundeslade ist seither verschollen. Herodes der Große veranlasste den Bau des zweiten Tempels. Auch er ein imposantes Bauwerk seiner Zeit. Hier war Jesus als Kind und beeindruckte die Gelehrten, hier vertrieb er die Geldverleiher. Von hier aus trat er seinen letzten Weg an: vom Gerichtsgebäude zur Hinrichtungsstätte….

02:15 Uhr; Phoenix
Faszination Glaube: Budapest – Die Dohány-Synagoge

Das prächtige Gebäude zeugt vom großen Reichtum der Budapester Jüdischen Gemeinde im 19. Jahrhundert. Anders als viele jüdische Gotteshäuser, die in unscheinbaren Seitenstraßen versteckt liegen, steht die Dohány-Synagoge weithin sichtbar an einer der Hauptverkehrsadern der ungarischen Hauptstadt.

05:50 Uhr; Phoenix
Die Bundeslade

Die „Bundeslade“ der Israeliten gilt als eines der geheimnisvollsten Kultobjekte in der Geschichte der Menschheit. Vor etwa 2.500 Jahren verschwand der legendäre Schrein spurlos. Wie die Bibel berichtet, ließ Moses seine Lade aus Akazienholz fertigen und mit Gold überziehen. Darin bewahrten die Israeliten auf ihrem Zug von Ägypten ins Gelobte Land die Steintafeln mit den Zehn Geboten auf. Bis heute suchen Forscher, Abenteurer und Glücksritter nach dem legendären Schrein.

06:00 Uhr; Phoenix
Wohnungen der Götter: New York – Mystischer Ort des Judentums

New York ist ein Schmelztiegel der Völker und diese Völkerwelten wechseln schnell, oft von einem Straßenzug zum anderen, von einer Metro-Station zur nächsten. New York ist auch eine Stadt der Religionen. Sie haben sich bis zum heutigen Tag in den Häuserschluchten zwischen den Wolkenkratzern behauptet. Die Kirchen, Synagogen, Moscheen sind vergleichsweise klein gegenüber den Tempeln des Kapitals, doch sie sind allgegenwärtig.
Die Völker in den Vierteln haben ihr eigenes Gesicht bewahrt, sind nicht „gemischt“. Die Viertel New Yorks sind kleine Heimaten geblieben. So ist die Metropole auch die Heimat von vielen orthodoxen Juden, die die mystische Praxis ihrer Religion sehr betonen und leben. Neben alten Formen dieses Lebens bestehen und entstehen neue, ungewohnte.

18:30 Uhr; 3sat
Happy Birthday Tel Aviv

Welche Stadt kann schon ihre Geburtsstunde auf den Tag genau angeben? Tel Aviv! Die israelische Stadt wurde am 12. April 1909 gegründet. Belegt durch Urkunden und ein altes Foto, das Vertreter der 60 jüdischen Familien zeigt, die aus der Enge und Unbequemlichkeit der uralten Hafenstadt Jaffa ausbrachen, um Grundstücke am Meer zu erwerben.

21:00 Uhr; arte
Mein Leben – Marcel Reich-Ranicki

Verfilmung der Autobiografie von Deutschlands einflussreichstem Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki. Von seiner Kindheit in Polen und der Schulzeit in Berlin, über die Deportation und den täglichen Überlebenskampf im Warschauer Ghetto, wo er die Liebe seines Lebens findet, bis hin zu seiner Wiederkehr nach Deutschland: die jungen Jahre des heute 88-Jährigen.

22:30 Uhr; arte
Biographie – Marcel Reich-Ranicki

Der von Lesern geliebte, von Autoren gehasste, von Kollegen bewunderte oder neidisch betrachtete Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki ist mit seinen inzwischen 88 Jahren immer noch eine der populärsten Figuren des deutschen Literaturbetriebs. In „Mein Leben“ lässt Marcel Reich-Ranicki sein bewegtes Leben noch einmal Revue passieren.

Samstag, 11.04.2009

14:00 Uhr; Phoenix
ZDF-History – John Rabe

Der gute Deutsche von Nanking
Ein Nazi als Retter? In Chinas alter Hauptstadt Nanking vollzog sich Ende 1937 die heute fast vergessene Wandlung des deutschen Kaufmanns und NSDAP-Mitglieds John Rabe. Japanische Truppen hatten kurz zuvor Nanking erobert und nach Schätzungen mehr als 300.000 Einwohner der Stadt ermordet. Rabe nutzte die guten deutsch-japanischen Kontakte und richtete rund um sein Haus eine Schutzzone ein, in der mehr als 200.000 Menschen Zuflucht fanden. Es war der einzige sichere Ort in Nanking – schon von weitem gut sichtbar mit Hakenkreuzflaggen gekennzeichnet. Rabe wird in China seitdem als „zweiter Schindler“ und „deutscher Buddha“ geehrt. In seiner Heimat allerdings stieß er auf Unverständnis. Sein Appell an Hitler, gegen die japanischen Kriegsverbrechen in China vorzugehen, brachte ihm eine Verhaftung durch die Gestapo ein.

19:00 Uhr; arte
ARTE Reportage

u.a.: Israel : Der andere Krieg der Steine
Seit zehn Jahren führt die private israelische Stiftung „Elad“ am Fuß der Al-Aksa-Moschee in Jerusalem umfangreiche archäologische Grabungen durch. Ziel der Forschung: Die sogenannte „Stadt Davids“ auszugraben, jene im zehnten Jahrhundert vor Christus vom berühmten König David angelegte Siedlung.
Im Laufe der Jahre hat sich der Grabungsort als reichhaltiger Fundort erwiesen: Nicht nur tausende von Gegenständen verschiedener Epochen kamen ans Tageslicht, die israelische Archäologin Eilat Mazar stieß 2006 auch auf eine monumentale Struktur, in der sie den Palast von König David entdeckt haben will. 500 000 Touristen besuchen seither jährlich die Ausgrabungen.
Doch nicht die reine Archäologie steht im Mittelpunkt des Interesses: Der Gründer der Ausgrabungsstiftung, Davi Be’eri, möchte die frühe jüdische Geschichte vor allem deshalb wieder aufleben lassen, weil er damit beweisen will, dass Jerusalem seit jeher und für immer die politische und spirituelle Hauptstadt der Juden ist. Und das bedeutet im Umkehrschluss: Die Stadt Jerusalem soll nicht von Palästinensern kontrolliert oder etwa gar mit ihnen geteilt werden.
Der Konflikt zwischen Palästinenserbehörden und der „Elad“-Stiftung hat inzwischen eine internationale Dimension bekommen: Denn die Stadtverwaltung von Jerusalem will demnächst mehrere Häuser von Palästinensern abreißen lassen, Häuser, die ohne Baugenehmigung errichtet wurden. Die Palästinenser erkennen dieses Verwaltungs-Argument jedoch nicht an – vermuten sie vielmehr, die Stadtverwaltung kooperiere mit den Grabungsbetreibern. Aus Sicht der Palästinenser wolle man wohl nur palästinensische Familien von den archäologischen Stätten vertreiben und weitere Grabungen vornehmen können, noch näher an der Al-Aksa-Moschee.
Inzwischen haben sich die USA in Person ihrer Außenministerin Hillary Clinton heftig gegen die Ausweitung der jüdischen Grabungsaktivitäten ausgesprochen – ein erster Konflikt zwischen der neuen israelischen Regierung und der Regierung Obama. Die EU hat sich der Position der USA angeschlossen. Und die muslimischen Länder sprechen von einem Flächenbrand in der gesamten Region, der ausbrechen könnte, falls die „Elad“-Stiftung nicht sofort damit aufhört, im Ost-Teil Jerusalems nach Spuren des Königreichs von David zu graben.

19:20 Uhr; 3sat
Biblische Genüsse
Eine kulinarische Reise durch Israel mit Starkoch Wini Brugger

Pitabrot und Wiener Schnitzel, Humus und Apfelstrudel, Hammelreis und Wok-Gemüse : In der Küche hat Israel seine Probleme längst gelöst. Ganz unorthodox sitzen Araber und Juden beim Palästinenser „Abu Shukri“ in Jerusalem zusammen, in Tel Aviv treffen sich alle beim Chinesen. – Mit einer kulinarischen Reise beweist Starkoch Wini Brugger, dass Juden und Araber mehr eint als trennt.

21:45 Uhr; Phoenix
ZDF-History – Von Jesus zu Benedikt

2000 Jahre Juden und Christen
Vom „Hosianna“ zum „Kreuzige ihn!“ – der Bibel nach trennten sich die Wege nach dem Palmsonntag: Die Jerusalemer Juden, die Jesus von Nazareth bei seinem Einzug in die heilige Stadt noch bejubelten, forderten eine Woche später seine Hinrichtung. Seitdem entwickelte sich die Beziehung von Juden und Christen wechselhaft – zwischen brüderlicher Verbundenheit und unheilvoller Rivalität.
„Christusmörder“, „Ritualmörder“, „Brunnenvergifter“ – die Liste der Anfeindungen gegen Juden ist lang. Über Jahrhunderte wurden sie im christlichen Europa ausgegrenzt, diskriminiert und verfolgt. Welche Schuld trifft dabei die Kirche? Die Kirchenväter Petrus und Paulus konkurrierten in ihrer Zeit mit den wichtigsten Rabbinern und spalteten zahlreiche jüdische Gemeinden. Mit der Erhebung zur Staatsreligiion besaß das Christentum dann plötzlich eine Machtgrundlage, die dem Judentum fehlte. Es folgten Zwangstaufen, Kreuzzüge und Pogrome. Die Entstehung der protestantischen Kirche änderte kaum etwas am leidvollen Gegeneinander der beiden Religionen.
Erst das 20. Jahrhundert brachte die Wende. Nach dem heftig kritisierten Schweigen des Vatikans zum Holocaust setzten die Päpste Johannes XXIII. und Paul VI. während des II. Vatikanischen Konzils ein deutliches Zeichen zur Versöhnung zwischen Juden und Christen. Johannes Paul II. setzte diesen Kurs konsequent fort. Die aktuelle Diskussion um die Rehabilitation der Piusbruderschaft wirft jetzt die Frage auf, wie die katholische Kirche unter Papst Benedikt XVI. ihr Verhältnis zu den Juden weiter definieren will.

21:50 Uhr; arte
Geh hin und lerne weiter

„Wer hat Fragen? Ich habe so viele Antworten!“, so könnte das Anliegen der jüdischen Schriftensammlung des Talmud kurz zusammenfasst werden, die auf beinahe alle Wissensbereiche eingeht und einer umfangreichen Enzyklopädie gleicht. Die filmische Reise führt – unter Verwendung umfangreichen Archivmaterials – vom Nahen Osten nach Spanien, von Frankreich nach Deutschland und von Italien in die Vereinigten Staaten.

Sonntag, 12.04.2009

09:15 Uhr; 3sat
Hannah Arendt – Handeln in Freiheit

„Perspektiven politischen Denkens“ – dieser Buchtitel klingt wie gemacht für die Zeiten der globalen Finanzkrise. Das politische Selbstverständnis ist in hohem Maße herausgefordert, Fragen nach der Rolle von Politik stellen sich. Das Buch hat Antonia Grunenberg publiziert, Professorin für Politische Philosophie und Hannah-Arendt-Spezialistin. Die Menschen der Gegenwart sind Zeitzeugen eines Umbruchs, in dem Gedankenhorizonte gefragt sind, die über den Glauben an einen selbstregulierenden Markt hinaus eine Ethik des Handelns in Sichtweite bringen. Für eine solche Ethik der gegenseitigen Verpflichtung aller Bürgerinnen und Bürger hat sich Hannah Arendt zeit ihres Lebens in theoretischen Texten und politischen Beiträgen eingesetzt. Sind bei Arendt, einer der wichtigsten Philosophinnen des 20. Jahrhunderts, Aufschlüsse zu finden für das menschliche Handeln insbesondere in der heutigen Zeit?

Montag, 13.04.2009

06:00 Uhr; arte
Hommage an Yehudi Menuhin

Aus Anlass seines zehnten Todestages gedenkt ARTE der Geigenlegende Yehudi Menuhin mit einem Programmschwerpunkt. Menuhin wurde 1916 in New York geboren und war einer der größten Gegenvirtuosen des 20. Jahrhunderts. Er setzte sich nicht nur für die Musik ein, sondern auf für Frieden und Völkerverständigung. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er – obwohl jüdischer Herkunft – einer der Ersten, der in Deutschland mit deutschen Orchestern auftrat, und der erste, der Werke deutscher Komponisten in Israel spielte.

Mittwoch, 15.04.2009

20:15 Uhr; ARD
Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben

In Rückblenden erzählt der Film die frühe Lebensgeschichte des 1920 im polnischen Wloclawek geborenen Marcel Reich-Ranicki. Nach seiner Schulzeit in Berlin bleibt ihm als Jude das Studium verwehrt. Im Herbst 1938, wenige Monate nach seinem Abitur, wird er nach Warschau deportiert, 1940 ins Ghetto umgesiedelt, wo er in größter Not auch die Liebe seines Lebens findet: Der Hochzeitstag mit Teophila (genannt „Tosia“) fällt zusammen mit dem Beginn der Räumung des Ghettos. Marcels Eltern, sein Bruder und Tosias Mutter werden in die Vernichtungslager deportiert. Im Februar 1943 gelingt Marcel mit seiner Frau die Flucht aus dem Ghetto in den Warschauer Untergrund. In den 50er Jahren entschließen sich beide zu einem ungewöhnlichen Schritt: Sie gehen in die Bundesrepublik Deutschland zurück. Marcel Reich-Ranicki wird der deutsche „Kritiker-Papst“. Die Liebe zur deutschen Sprache und Literatur ist ihm trotz allem geblieben.

21:45 Uhr; ARD
Eine Begegnung mit Marcel Reich-Ranicki

Am 21. Juni 1958 steigt Marcel Ranicki in Frankfurt am Main aus dem Zug. In der einen Hand einen Koffer, in der anderen die Reiseschreibmaschine. Seine Frau und sein Sohn sind von Warschau nach London gereist. Ranicki will es wagen: in dem Land neu anfangen, dessen Sprache, dessen Kultur, dessen Literatur er über Alles liebt. Obwohl ihm die Deutschen unendliches Leid angetan hatten. Es folgt eine der erstaunlichsten Karrieren im deutschen Kultur- und Medienbetrieb. Außenseiter – Insider – Kritikerpapst – Fernsehstar. Und bei allem bleibt Marcel Reich-Ranicki doch immer auch der Mann, der die Bücher liebt, mit ihnen lebt. „Er ist selbst ein Stück Literatur“, schrieb ihm ein anderer Kritiker, Friedrich Luft, ins Stammbuch.
Er lobt und verreißt, hat keine Scheu vor klaren Worten. Noch heute spaltet er das Publikum, denn mit seinem Urteil ist Marcel Reich-Ranicki nicht zimperlich. Er hat immer einen Standpunkt – auch wenn er damit aneckt. Manche Freundschaft ist an seiner Streitlust zerbrochen, manch andere wird genau dadurch bestärkt.
„Er schreibt über mich, also bin ich“ sagte der Schriftsteller Wolfgang Koeppen. Marcel Reich-Ranicki ist, seit er erstmals in den deutschen Feuilletons auftrat, ein Kritiker, der Karrieren aus dem Nichts in die erste Garde der Literatur befördern kann. So ging es der Lyrikerin Ulla Hahn, die von Reich-Ranicki entdeckt wurde. Doch diese Macht hat auch ihre Schattenseiten, denn wenn Reich-Ranicki ein Buch nicht gefällt, sagt er das auch laut und deutlich. So hat er bei den von ihm kritisierten Autoren viele Wunden hinterlassen, die gelegentlich, wie im Fall Martin Walser, zu handfesten literarischen Rachefeldzügen führten.
Von 1988 bis 2001 leitete Reich-Ranicki die legendäre Diskussionssendung „Das Literarische Quartett“. Er holte damit die Diskussion über Bücher aus dem Ghetto des Feuilleton und machte aus ihr ein Stück Showbusiness – auch das zum Missfallen seiner mittlerweile zahlreichen Gegner. Heute ist der Name Reich-Ranicki immer für Schlagzeilen gut, auch weil der Großkritiker keiner Auseinandersetzung aus dem Weg geht. Seine Ablehnung des Deutschen Fernsehpreises war ein Eklat, der wochenlang die Blätter und TV-Sender beschäftigte. Heftig umstritten und kritisiert, sorgte dieser Auftritt doch auch für eine neue Qualitätsdebatte über das Fernsehen in Deutschland.

Donnerstag, 16.04.2009

10:00 Uhr; arte
Kammermusik aus Jerusalem (1)

Jerusalem Chamber Music Festival 2008
Das Jerusalem Chamber Music Festival wurde von der Starpianistin Jelena Baschkirowa gegründet und findet 2008 bereits zum elften Mal statt. Bedeutende Musiker spielen in einer offenen und doch sehr fokussierten Atmosphäre ausgewählte Werke von Schumann, Mozart, Bruch und Brahms: Kammermusik vom Feinsten.
Programm des ersten Teils:
– Vorspiel von Matthias Glander auf dem Dach des Österreichischen Hospizes in der Jerusalemer Altstadt
– Max Bruch: Vier Stücke für Klavier, Viola und Klarinette, op. 70
– Johannes Brahms: Streich-Sextett Nr. 1 in B-Dur, op. 18

11:00 Uhr; arte
Kammermusik aus Jerusalem (2)

Jerusalem Chamber Music Festival 2008
Programm des zweiten Teils:
– Wolfgang Amadeus Mozart: Andante und Variationen in G-Dur, KV 501
– Robert Schumann: Klavier-Quintett in Es-Dur, op. 44

11:40 Uhr; arte
Der Spaziergänger von Jerusalem

Der französische Regisseur und Schauspieler Serge Moati streift durch die Straßen Jerusalems und trifft viele Bewohner – Isrealis und Palästinenser, bekannte und weniger bekannte. Im Gespräch mit ihm versuchen sie ihre emotionale Bindung an diese einzigartige, manchmal harte Stadt in Worte zu fassen.. Eine sehr persönliche Annäherung an Jerusalem, bei der die Frage nach der politischen Zukunft der Stadt im Vordergrund steht.

13:05 Uhr; arte
Heilige Städte: Jerusalem – Tor zum Himmel

Jerusalem ist geistiges Zentrum dreier Weltreligionen, ein heiliger Ort für Juden, Christen und Muslime zugleich. Jerusalem ist eine Stadt der Mythen und des Glaubens, der Prophezeiungen und der Sehnsüchte, der Kriege und der Gewalt.
Der Tempelberg ist seit Jahrzehnten heftig umkämpft. Aktuell wird gerade über Bauarbeiten an seinem Fuß zwischen Israelis und Palästinensern gestritten. Hier baute 1.000 Jahre vor Christi Geburt König Salomon seinen sagenumwobenen Tempel als Schrein für die Bundeslade. Er wurde von Nebukadnezar II, dem König Babylons, ausgeraubt und angezündet. Die Bundeslade ist seither verschollen. Herodes der Große veranlasste dann den Bau des zweiten Tempels, ein ebenso imposantes Bauwerk. Jesus besuchte ihn als Kind, beeindruckte hier die Gelehrten und vertrieb die Geldverleiher.
Heute leuchtet hier die goldene Kuppel des Felsendoms. Seit 1.400 Jahren ist der Tempelberg in islamischer Hand. Jerusalem hat für den Glauben der Muslime große Bedeutung und ist nach Mekka und Medina ihr drittheiligster Ort. Von hier – so die Legende – soll Mohammed eine Nachtreise in den Himmel unternommen haben.
Den Streit um die Ansprüche auf dieses Stück Erde tragen heute die Archäologen aus. Zum Beispiel der Israeli Gabriel Barkay und der Palästinenser Youssef Natsche. Barkay meint, einen Beweis für die Existenz des Tempels von König Salomon gefunden zu haben: eine Sandsteintafel mit zehn eingravierten Zeilen aus dem Alten Testament. Natsche bezweifelt die Existenz eines jüdischen Tempels an dieser Stelle. Andere gehen noch weiter und behaupten, es hätte nie ein „jüdisches Staubkorn“ auf dem Tempelberg gegeben.
Die Dokumentation begibt sich an die neuralgischen Punkte Jerusalems, lässt durch Computer-Animationen den Tempel Salomons wieder auferstehen und erzählt, wie aus der kleinen unbedeutenden Siedlung, die Jerusalem 3.000 Jahre vor Christi Geburt war, eine der begehrtesten und faszinierendsten Städte der Menschheit wurde. Und sie stellt drei Menschen vor, für die Jerusalem heute Heimat ist: eine junge armenische Christin, die in der Altstadt aufwächst, einen Juden, der zusammen mit seiner Verlobten aus den USA ins gelobte Land übergesiedelt ist, um hier streng orthodox zu leben, und einen Muezzin, der sich jeden Tag auf dem Tempelberg in eine Klause zurückzieht.

14:20 Uhr; arte
Der Kampf um Jerusalem: Mai 1948

Palästina im Mai 1948: ein Krieg, zehn Tage, drei Geschichten: Jerusalems Altstadt am Vorabend einer neuen Epoche im Nahen Osten. Für die Juden ist es die Geburt ihrer Nation, für die Palästinenser eine Katastrophe. Erst heute, 60 Jahre später, kann eine neue Geschichte anhand dreier gegensätzlicher Perspektiven erzählt werden.

15:25 Uhr; arte
WunderWelten: Jerusalem – Yoel, Israel und die Pashkavils

„Pashkavils“ nennt man die Plakate, auf denen ultraorthodoxe Juden ihren Protest und ihre Meinung zu bestimmten Themen kundtun, da ihr religiöses Verständnis es ihnen verbietet, hierfür auf andere Medien wie Fernsehen, Radio oder Internet zurückzugreifen.
Yoel Krause lebt in Jerusalem und sammelt seit etwa 20 Jahren Pashkavils, inzwischen besitzt er über 20.000 Stück. Er ist überzeugter Anhänger der Neturei Karta, einer ultraorthodoxen jüdischen Gruppierung, die aus religiösen Gründen den Zionismus vehement ablehnt. Er besitzt weder einen Pass, der ihn als Bürger des Staates Israel ausweist, noch eine Sozialversicherungsnummer. Er verweigert jeden Kontakt zu staatlichen Behörden. Der 34-Jährige und seine Frau Rachel leben zusammen mit ihren neun Kindern in einer Einzimmerwohnung. Das Paar will noch mehr Kinder, insgesamt 22. Yoel nimmt keine „zionistischen“ Nahrungsmittel zu sich. Ihr Brot backt Rachel selbst. Yoel und Rachel halten sich eine Kuh, um ihre Milch nicht in israelischen Läden kaufen zu müssen. Für Yoel sind die Zionisten die Ursache allen Übels.
Israel Kletzkin teilt Yoels Ansichten nicht, doch das hindert ihn keineswegs daran, überall in Jerusalem Pashkavils an die Wände zu kleben. Israel Kletzkin besitzt eine Druckerpresse, mit der er schon Hunderttausende selbstverfasste Pashkavils gedruckt hat. Er ist ein charismatischer, begabter Mann mit sehr viel Humor. Ein Geschäftsmann mit gesundem Menschenverstand. Seines Erachtens muss jedem erlaubt sein, sein Leben so zu gestalten, wie es ihm gefällt. Doch die Ultraorthodoxen sind da weniger tolerant und stellen Israel für sein liberales Verhalten an den Pranger.

18:10 Uhr; arte
Zapping International

Heute: Das Fernsehen in Israel.
Auch in Israel erliegen die Fernsehzuschauer derzeit den Versuchungen des Reality-Fernsehens. Allerdings ist die erfolgreichste Sendung hier nicht wie anderswo ein gigantischer TV-Talentschuppen, sondern eine Art mündliche Abschlussprüfung für Eliteschüler. Denn es geht darum, aus einer Gruppe Jugendlicher den künftigen Botschafter Israels auszuwählen. Unmittelbar mit der Frage von Image und Repräsentation konfrontiert, hat das Publikum entgegen allen Erwartungen eine junge Äthiopierin ins Finale gebracht, was eine lebhafte Debatte im Land auslöste.
Die beliebte Serie „Milium“ hinterfragt eine israelische Institution, denn sie beschreibt das Dilemma von Reservisten, die aus sehr unterschiedlichen sozialen Milieus stammen. Vor dem Hintergrund ihrer oft auseinandergehenden Einstellungen zum Militärdienst werden in der Serie aktuelle Fragen beleuchtet. Aber natürlich kann das Fernsehen in einem Land, in dem Anschläge und dramatische politische Ereignisse zum Alltag gehören, nicht auf die beste aller Ablenkungen verzichten: den Humor. In einer Talkshow liefert das überraschende Komikerduo London und Kirchenbaum schon seit einigen Jahren seine bissig-scharfsinnigen Interpretationen von Kultur- und Zeitgeschehen in Israel.

19:00 Uhr; arte
Zeruya Shalev – Das Hohelied der Liebe

Weltweit fasziniert die israelische Bestsellerautorin Zeruya Shalev die Leser mit ihrer literarischen Erforschung des Mysteriums zwischen Mann und Frau. Die Schriftstellerin sprengt die Political Correctness ihrer Literatenväter, tritt mit Provokationen, Tabubrüchen und dem radikalen Wunsch nach Individualität aus der Erzähltradition ihres Landes heraus – ein Porträt, gezeigt im Rahmen des Thementages über Jerusalem.

21:00 Uhr; arte
Mein kleines Jerusalem

Das „kleine Jerusalem“ wird ein Viertel innerhalb eines Pariser Vorortes genannt, in dem hauptsächlich Juden wohnen. Hier lebt die 18-jährige Laura, die zwischen ihrer religiösen Erziehung und ihrem Philosophiestudium, das ihr einen anderen Blick auf die Welt ermöglicht, hin- und hergerissen ist. Während ihre Schwester ihr das Leben einer orthodoxen Jüdin vorlebt, hinterfragt Laura die Existenz Gottes. Doch beide Schwestern suchen die leidenschaftliche Liebe – die eine in ihrer Ehe, die andere bei ihren ersten Liebesbegegnungen.

22:45 Uhr; arte
Jerusalem – Eine Stadt, drei Welten

Nidal und Mikhal arbeiten als Stadtführerinnen in Jerusalem. Nidal ist palästinensische und Mikhal jüdische Staatsbürgerin Israels. Die Dokumentation begleitet die beiden Frauen jeweils getrennt mit drei unterschiedlichen Besuchergruppen – Juden, Christen und Moslems. Deutlich werden nicht nur die unterschiedlichen Erwartungen der Besucher, sondern vor allem die unterschiedlichen Sichtweisen der beiden Frauen auf ihre Stadt und die Lage in ihrem Heimatland.

Zusammenstellung: Holger Raak