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Ostern vorbei: Juchuu- wir leben noch!

Ostern war schon immer eine schlechte Zeit für Juden. Wenn man nicht grade erschlagen wurde, wurde zumindest ein Friedhof verwüstet. Heute ist es so: Während die einen Mazzen essen, beten die anderen inbrünstig für die Bekehrung der Mazzenesser zu Hostienschlozern…

von Ramona Ambs

Das ist deutlich weniger gefährlich- aber unerfreulich ist es- wie eh und je. Nun ist allerdings innerhalb der christlichen Gemeinschaft eine Debatte zum Sühnetod Jesus und zur Judenmission ausgebrochen. Diese Debatte zieht sich durch diverse christliche Foren und Medien. Dabei gibt es einiges Interessantes zu entdecken. Zum Beispiel hat das Zentralkomitee der deutschen Katholiken eine Stellungnahme zur Judenmission verfasst, die Hoffnung macht, weil sie der Judenmission eine Absage erteilt.

Diese- als „Juden- Erklärung“ bezeichnetete Stellungnahme wollen aber viele führende Christen nicht so einfach hinnehmen. Zum Beispiel der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller, der denn doch nicht so radikal von der Judenmission abrücken will, wie seine Schäfchen. Er kritisiert zum Beispiel, die im ZdK-Papier vertretene Darstellung, Christen und Juden würden die Position vertreten, dass „jenseits der Glaubensunterschiede“ ethisches Handeln und Taten der Nächstenliebe einen Weg zu Gott eröffnen. Weiter bekräftigt er: Jesus habe unzweifelhaft Juden und Heiden in die Kirche berufen. Allerdings – räumt er ein- gehe es nicht darum, Gläubige anderer Religionen durch Überredung abzuwerben oder gar mit Drohung zu nötigen: „Glaube und Freiheit bedingen einander„.

Na dann können wir ja jetzt beruhigt sein. Immerhin will man nur für uns beten und uns nicht mit Drohungen nötigen.

In den Foren der christlichen Webseiten liest man das Ganze dann ungeschminkter: „Jeschua ist im vollen Umfang zuzustimmen, denn noch immer sind die Juden in dem alten Glauben verfangen, dass das AT seine Gültigkeit hat, indem sie ihre semitischen Brüder als Feinde behandeln, statt sie zu lieben und mit ihnen in brüderlicher Gemeinschaft zu leben!“ oder „So wie viele Juden kurz vor seinem Tode unseren Herrn verspottet haben, so verspotten die Satansjünger hier die Christen, die ihren Glauben noch etwas ernst nehmen.“

Aber es bedarf nicht nur anonymisierter Forumsbeiträge um derlei zu lesen. Auch in hohen akademischen Kreisen wittert man eine Kampagne gegen das Kreuz- wobei nie gesagt wird, wer hinter einer solchen Kampagne steht…
Prof.Dr. Klaus Berger – ein Katholik, der bis zum Jahre 2006 an der evangelischen-theologischen Fakultät Heidelberg lehrte, befürchtet sogar „das Ende des Christentums“ weil „dialogfixierte Christen“ das Kreuz als Störfaktor empfinden. In der Jungen Freiheit fühlt er sich bezeichnenderweise „frei“ genug zu sagen was er denkt: „Ohne das Sühneopfer Jesu könnten wir uns nur noch möglichst rasch mit Juden und Moslems zu einer allgemeinen abrahamitischen Religion vereinigen. Ich vermute, das ist auch einer der Hintergründe der Kampagne.“ Aha- wir erfahren zwar nicht, wer hinter der Kampagne steht- aber das Juden und Muslime irgendwie dran beteiligt sind kann man nun zumindest annehmen. Immerhin bietet der Professor eine originelle Lösung für das Problem der Judenmission an: Das sollen nämlich „jüdische Christen“ übernehmen. Die würden ohnehin, – nur um Juden nicht zu verärgern- schlecht behandelt, weil sie noch nicht mal zu Kirchentagen eingeladen werden. Arme „Judenchristen“. Das ist natürlich wirklich schlimm. Eine solche Leidensgeschichte mutet man sonst kaum jemandem zu. Juden scheinen demnach halt doch zu viel Einfluss zu haben. Vielleicht stecken sie sogar hinter der „Kampagne gegen das Kreuz“…wer weiss- es sagt ja keiner nix genaues!
Aber es soll ja auch genügend Spielraum für die eigene phantasie bleiben.
Zum Glück ist Ostern – für dieses Jahr- vorbei.

Die Erklärung des Regensburger Bischofs im Wortlaut.

Prof. Dr. Klaus Berger im JF-Interview.