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Antisemitismus? Antizionismus? Israelkritik – Ausstellung im Jüdischen Museum Westfalen

Entgegen optimistischen Annahmen handelt es sich beim Antisemitismus nicht um ein absterbendes Phänomen der politischen (Un-) Kultur, sondern um eine weiterhin lebendige Strömung in unserer Gesellschaft. Viele Quellen speisen die Judenfeindschaft: Juden werden heute in der Regel nicht mehr als „Rasse“ oder wegen ihrer Religion verleumdet, sondern weil sie wahnhaft als eine Macht, die die Welt beherrscht, wahrgenommen werden…

Das vorherrschende Thema des zeitgenössischen Antisemitismus ist demnach das der jüdischen Weltverschwörung, also die Annahme, Juden kontrollierten mittels Finanz- oder Medienmacht oder über verdeckten politischen Einfluss vor allem auf die USA, aber auch auf europäische Länder, das Weltgeschehen.

Ein neues Gesicht haben diese klassischen Einstellungsmuster erhalten durch die Verquickung mit antiisraelischen Positionen, die gesellschaftlich noch weiter verbreitet sind in allen politischen Lagern und Gruppen, sowie durch antijüdische und antiisraelische Stimmungen unter muslimischen Einwanderern bzw. Einwohnerlinnen mit Migrationsgeschichte.

Anhand aktueller Formen des Antisemitismus in Deutschland und Europa zeigt die Ausstellung „Antisemitismus? Antizionismus? Israelkritik?“, wie sich judenfeindliche Denkstrukturen in allen gesellschaftlichen Gruppen bis heute gehalten haben und wie sie immer wieder wirksam werden. Sie illustriert verschiedene Formen und die Diskussion um das Thema, „was man sagen darf’“.

Die Besucher und Besucherinnen sollen für antisemitische Erscheinungsformen, wie sie heute in öffentlichen Diskursen und in allen gesellschaftlichen und sozialen Milieus auftreten, sensibilisiert werden. In der Ausstellung illustrieren Fotos, Karikaturen und Plakate die Unterschiede zwischen den drei Begriffen. In den Begleitveranstaltungen sollen offene Debatten auch über Kontroverses sowie über eigene Unklarheiten und Unsicherheiten ermöglicht werden und pädagogisch Tätige auf die Arbeit mit dieser Ausstellung vorbereitet werden.

Die Ausstellung „Antisemitismus? Antizionismus? Israelkritik?“ wurde vom Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin und der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem erarbeitet. Sie wird im Jüdischen Museum Westfalen in Dorsten vom 19. April bis zum 29. Juni 2009 gezeigt.

Der Eintritt zur Ausstellung und zu allen Begleitveranstaltungen ist kostenfrei. Auch für Führungen durch die Ausstellung entstehen dank der Unterstützung unserer Kooperationspartner der Landeszentrale für politische Bildung NRW und der Israel-Stiftung keine Kosten!

Die Ausstellungseröffnung findet statt am 19. April 2009, um 11:30 Uhr. Den Einführungsvortrag hält Prof. Dr. Wolfgang Benz, Direktor des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin.

Jüdisches Museum Westfalen
Julius-Ambrunn-Straße 1
46282 Dorsten
www.jmw-dorsten.de