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Hasbarah: Warum Israel so wenig PR-Erfolg hat

Die Frage, warum Israel niemals den Kampf um die Aufklärungsarbeit in aller Welt gewinnt, ist schon uralt, und die Antwort auf diese Frage ist kompliziert. Nicht immer ist das Außenministerium schuld, obwohl es sicherlich teilweise die Verantwortung dafür trägt…

In der national-religiösen Tageszeitung „haZofeh“ machte sich Ehud Shaked Gedanken über das Problem der israelischen Aufklärungsarbeit

Einer der Gründe für die gescheiterte Aufklärungsarbeit hängt nicht von uns ab. Ich meine den Antisemitismus. In Europa, wo Israels Aufklärungsarbeit überhaupt keine Erfolge verzeichnen kann, existiert uralter Judenhass, den die Europäer nicht los werden. Dieser Hass ist so tief, dass er immer ausbricht, wenn sich eine Gelegenheit dazu bietet. Die christliche Religion hat diesen Hass Jahrhundertelang gepredigt, und danach haben Faschismus und Nazismus ihn noch mehr geschürt, was mit der Vernichtung von sechs Millionen Juden einen grausamen Höhepunkt erreichte. Europa war nach dem Krieg über sich selbst schockiert, was es dazu veranlasste, sozusagen als Sühne seine Tore für Einwanderer zu öffnen, die meisten Moslems, wofür die Europäer heute einen sehr hohen Preis zahlen, der in Zukunft sogar noch höher werden wird.

Gegen diesen Antisemitismus kann Israel nicht viel unternehmen. Ein Mensch, der von innerem Hass motiviert ist, lässt sich durch nichts überzeugen. Ein weiterer Grund für die erfolglose Aufklärungsarbeit ist das Fehlen eines geregelten Büros, das sich ausschließlich mit diesem Thema befasst. Wir haben 24 Minister, fünf davon ohne Portefeuille, aber keiner davon ist Aufklärungsminister*.

…Einen weiteren Aspekt, den wir verbessern müssen, ist der visuelle. Wenn die Palästinenser Bilder von verletzten Kindern zeigen, müssen wir sofort Bilder von palästinensischen Kindern zeigen, die Waffen tragen und schwören, als Märtyrer zu sterben. Wir sollten uns nicht länger schämen und die Samthandschuhe ablegen. Auch wir haben Kinder, die verletzt wurden, und auch wir könnten ihre Bilder in aller Welt veröffentlichen. Aber leider tut Israel das nicht.

Wir reagieren immer aus der Annahme heraus, dass die Europäer intellektuell sind. Aber die Europäer sind eigentlich Bestien, was sie vor 65 Jahren ja nur zu deutlich unter Beweis gestellt haben, und deshalb muss man sie auch als solche behandeln und nicht davor zurückschrecken, sie zu schockieren.

Man kann noch viel über eine Verbesserung der Aufklärungsarbeit schreiben. Aber das wichtigste Prinzip ist, dass wir unsere Position in effektiver Weise darstellen müssen, um Erfolg zu haben. Kriege waren noch nie etwas für Schöngeister, und Israel kann es sich nicht erlauben, sich bei seinem gerechten Kampf gegen seine Feinde wie Schöngeister zu verhalten.

* in der neuen Regierung sind es sogar über 30 Minister