Friedenspreis: Palästinenser aus Gaza und Israelin aus Sderot

Der palästinensische Arzt Eseldin Abu al-Aisch, der Anfang April für den Friedensnobelpreis nominiert worden ist, bekommt zusammen mit Nomika Zion aus Sderot den US-amerikanischen Niarchos-Preis für Überlebende. Die Auszeichnung soll am Mittwoch bei einer Feier der Organisation „Survivor Corps“ in New York überreicht werden…
 
Abu al-Aisch hatte während des israelischen Großeinsatzes im Gazastreifen gegen die Hamas drei Töchter verloren. Über die Gaza-Offensive hatte er gesagt: „Wir machen alle Fehler, und wir können sie nicht wieder gut machen.“ Zudem erklärte er noch: „Wir haben zwei Möglichkeiten: den Weg der Dunkelheit oder den Weg des Lichts. Der Weg der Dunkelheit ist mit Komplikationen, Krankheiten und Depressionen behaftet. Der Weg des Lichts hingegen hat die Zukunft und meine Kinder im Blick.“
 
Der Palästinenser teilt sich den Preis mit der aus Sderot stammenden Nomika Zion. Sie ist Autorin des Buches „War Diary from Sderot“ (Kriegstagebuch aus Sderot), berichtet die Tageszeitung „Jerusalem Post“. In dem Tagebuch erzählt sie von ihren Erfahrungen, die sie während der Offensive gemacht hat und spricht sich darin öffentlich gegen die Glorifizierung des Krieges aus. „Ich bin entsetzt darüber, dass wir die menschliche Fähigkeit, auch die andere Seite zu sehen, gerade verlieren: Zu fühlen, erschreckt zu sein und Einfühlungsvermögen zu zeigen.“
 
Der Arzt und die Autorin aus dem Nahen Osten wollen zusammen mit Preisträgern aus Bosnien und Ruanda die Öffentlichkeit an ihren Erfahrungen teilhaben lassen. Zwei Tage vor der Preisverleihung werden sie ihre Geschichten an der „Universalist National Memorial“-Kirche in Washington erzählen.
 
Survivor Corps ist ein weltweites Netzwerk, das Menschen in Kriegsgebieten unterstützt. Zudem war es eine der führenden Organisationen der „Internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen“.