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Bayerisches Brauchtum bizarr: „Der Jud muß verbrannt werden!“

Wenn von den Verbrechen des „Dritten Reiches“ die Rede ist, werden diese in der bundesdeutschen Öffentlichkeit geradezu automatisch mit „den Nazis“, „den Nationalsozialisten“, „dem NS-Regime“ in Verbindung gebracht und genannt. Sehr viel seltener wird in diesem Zusammenhang (eher nachdenklich gestimmt) von „deutschen Tätern“ oder „den Deutschen“ gesprochen…

Von Robert Schlickewitz

Die Absicht hinter diesem, wohl staatlich veranlassten, Gebaren ist klar – die Deutschen von heute sollen sich frei von Schuld und Verantwortung fühlen können und nicht ‚übertrieben‘ lange über sich, über ihr ‚deutsches Wesen‘, oder ihren ‚deutschen Volkscharakter‘ nachdenken, sondern sich möglichst unbeschwert auf die Erhöhung des Bruttosozialproduktes konzentrieren.

Wagt es ein kritischer Bürger dennoch sich ernsthafte Gedanken zu machen, stößt er rasch auf gewisse Unstimmigkeiten: die Täter von einst, die „Nazis“ also – wie viele waren denn das? – Siehe da, maximal 8, 5 Millionen NSDAP-Mitglieder insgesamt gab es also ‚nur‘, demnach etwa ein Achtel oder ein Neuntel aller Deutschen damals. Die Anzahl der Täter und Mörder in Feldgrau (Wehrmacht) und in Schwarz (SS) plus Marine und Luftwaffe lag beträchtlich darüber. – Also waren auch Nichtnazis an Genozid-Aktionen beteiligt, oder, mit anderen Worten: Man musste nicht unbedingt Nazi gewesen zu sein, um als Mörder an Unschuldigen, Zivilisten, Angehörigen von Minderheiten in Erscheinung getreten zu sein. – Aha.

Gedankensprung.

Wer jemals die KZ-Gedenkstätte Auschwitz oder dessen Vorläufer, Vorbild und Musterlager, das oberbayerische KZ Dachau, besucht und die dortigen Krematorien (bzw. deren Überreste) gesehen hat, macht sich möglicherweise auch darüber seine Gedanken, was wohl dazu beigetragen haben könnte, dass eigene deutsche Landsleute, also nicht unbedingt „Nazis“, vor allem Juden zu töten und zu verbrennen vermochten. Ferner, was wohl dazu geführt haben könnte, dass sämtliche humanen ‚Instinkte‘ bzw. die ganz natürlichen Hemmmechanismen versagten und Deutsche zu Bestien hat werden lassen.

Der Ethnologe oder Völkerkundler weiß, dass alte Traditionen und Bräuche in gewissen Situationen auf Gemeinschaften enthemmend wirken können.

Gab es denn bei uns Deutschen so tief sitzende Traditionen oder Bräuche, die das Verbrennen von Menschen (Juden), sei es auch nur in Form von Symbolen, als etwas zum nationalen oder religiösen Erbe Gehöriges, also als gleichsam etwas ‚Normales‘, das man nicht länger hinterfragte, darstellten?

Ja, definitiv ja, es gab sie.

Wir brauchen nur ein älteres Lexikon oder eines der zahlreichen populärwissenschaftlichen Bücher über deutsche Volksbräuche von vor 1933 aufzuschlagen und darin nachzulesen.

So erschien in München im Jahre 1908 das im damals modischen Jugendstil aufgemachte und aufwändig illustrierte „Von deutscher Sitt‘ und Art. Volkssitten und Volksbräuche in Bayern und den angrenzenden Gebieten“ von F. J. Bronner.

In seinem Geleitwort zu den Wurzeln des und dem Umgang mit Brauchtum merkt der Autor an:
„Die beste Grundlage für die Pflege und Erhaltung echt deutscher und christlicher Sitte und Gesinnung ist richtiges Verständnis und wahre Wertschätzung derselben. Hier bietet sich Gelegenheit zu zeigen, ‚wie oft Germanisch-Heidnisches, Jungchristliches und Altrömisches aufeinander eingewirkt hat, ja ineinander geflossen ist‘ und wie ursprünglich tief oft die Ideen zu den heute noch üblichen Volksbräuchen wurzeln.“

In seinem Kapitel „Die letzten Tage der Karwoche“ kommt er dann ‚zur Sache‘:

Der Karsamstag
bringt schon vor dem Frühgottesdienst zwei wichtige Zeremonien, woran sich die katholische Landjugend gern beteiligt…
Jeder Bauer im Dorf schickt zum Judasbrennen durch seine Buben – ein Stück Holz, oft noch den Stiel des Palmbüschels vom Vorjahre. Die Scheiter und Prügel werden vor der Kirchentüre zu einem Haufen aufgeschichtet. Nachdem alle Lichter in der Kirche, auch das ewige Licht, ausgelöscht worden sind, schlägt der Priester aus einem Stein ‚neues, reines Feuer‘. Dieses wird gesegnet und mit ihm werden der Scheiterhaufen und die Lichter des Gotteshauses entzündet. Nach der Weihe nimmt sich jeder Teilnehmer dann sein angekohltes Scheit und trägt es nach Hause.
Du hast vorhin die Scheiterweihe ‚das Judasverbrennen‘ genannt, sprach der Vater. Diesen Namen hatte sie einmal in ganz Süddeutschland. In Altbayern und in der Pfalz heißt man die Feuerweihe heute noch den Judas brennen oder verbrennen. Früher wurde mancherorts eine wirkliche Holzfigur, der Judas, in das Feuer geworfen. In der Rheinpfalz bringen die Buben zum Karsamstagsfeuer die alten Pfähle aus den Weingärten, die sogen. Wingertsstiefel, im Badischen Eichenpfähle oder Eichenscheite, also Holz vom einstigen Donarbaume. An diesem Morgen vergißt auch keine katholische Familie, vom neugesegneten Weihwasser (Ostertauf) ein Fläschlein wohl mit nach Hause zu nehmen. Habt ihr auch etwas Kohlen vom heiligen Feuer zusammengerafft und heimgetragen?
Jawohl! Die Tante schürte damit den kalten Hausherd an. Siehst du! So sucht man nach altem Volksglauben die Feuerstätte des Hauses und die Speisen zu feien. Mancherorts werden auch etwas zerriebene Kohlen ins Viehfutter getan. Vom ausgekohlten Holz werden kleine Stückchen an verschiedene Orte des Hauses gestckt, um dies vor Blitz und Feuergefahr zu schützen, außerdem werden aus dem geweihten Scheit kleine Kreuzchen geschnitzt, die beim ‚Feldpalmen‘, worüber wir später einmal sprechen wollen, zur Verwendung kommen.* …“

Und in der dazugehörigen Fussnote fährt der Autor erläuternd fort:

„*Für den Brauch des Judasverbrennens dürfte ein uraltes Kirchenlied dessen Weise schon im 14. Jahrhundert weite Verbreitung hatte, einige Aufklärung bringen. Der Gesang begann:

‚Laus tibi, Christe, qui pateris
In cruce pendens pro miseris.‘

Die letzte Strophe lautete:

‚O du armer Judas, was hast du getan,
daß du unsern Herrn also verraten hast?
Deshalb mußt du leiden höllische Pein,
Luzifers Geselle mußt du sein!‘

Nach der Volksmeinung stand demnach fest, daß Judas bei dem Satan im höllischen Feuer brennen müsse. Die frommen Gemüter der Christen lebten sich damals zu Ostern in einen ganzen Ingrimm auf den bösen Erzschelmen Judas hinein. Luther erzählt in seinem Sermon von der Betrachtung des heiligen Leidens Christi 1519: Zum ersten bedenken etliche das Leiden Christi also, daß sie über die Juden zornig werden, singen und schelten über den armen Judas. – In Köln verbrannten die Kinder in der Karwoche eine Strohpuppe, Judas genannt. Mit dem Brauche hängt wohl die volkstümliche Redensart zusammen: ‚Der Jud muß verbrannt werden.‘ Merkwürdig ist nun das Folgende, daß beim sogen. Todaustreiben um Mittelfasten, dem bekannten Frühlingsumzuge, der älter ist als das Judasverbrennen, bei dem oft eine Strohpuppe verbrannt ward, mancherorts gesungen wurde:

‚Nun treiben wir den Tod hinaus,
dem (oder den) alten Juden
(oder den alten Weibern, aus denen gewöhnlich die Hexen wurden)
In das Haus.

Hier darf wohl mit Recht vermutet werden, daß die ursprüngliche Sommertagfeier um die Osterzeit Züge des späteren Judasverbrennens annahm. Waren doch Ähnlichkeitspunkte genug da, die ein Ineinanderschmelzen sehr erleichterten! …“

Der anscheinend naive und ungebildete Autor Bronner hat offensichtlich von der Leidensgeschichte der Juden im europäischen Mittelalter nie etwas gehört, sonst wäre ihm nämlich längst das Verwerfliche, das ganz generell Menschenfeindliche an diesem von ihm voller Enthusiasmus geschilderten Brauchtum aufgefallen und er hätte zumindest einen diesbezüglichen Vermerk für angebracht gehalten.

Jedwede Einwände das „Judasverbrennen“ sei harmlos und habe mit dem Judenverbrennen des Mittelalters nichts zu tun, widerlegt der obige Textauszug auf allerdeutlichste Weise. Für die breite Bevölkerung in Bayern bzw. Deutschland stand Judas für die Juden.

Ebenfalls interessante Rückschlüsse lässt ein Blick auf den Umgang deutscher Nachschlagewerke, einst und heute, mit dem Brauch „Judasverbrennen“ zu:

Meyers Großes Konversationslexikon (20 Bde., 6. Aufl., 1905):
Judasfeuer, an manchen Orten Bezeichnung der Osterfeuer, weil in denselben statt des Winterdämons eine Judas genannte Puppe verbrannt wird.“

Der Große Brockhaus (20 Bde., 15. Aufl. 1931):
Judasverbrennen, ein mancherorts beim Osterfeuer geübter Brauch: ein Holzklotz oder eine Strohpuppe werden im Osterfeuer verbrannt, der verkohlte Rest wird mit nach Hause genommen und zum Abwehrzauber in verschiedenster Weise benutzt. Die Sitte scheint darauf zu beruhen, daß im Volksglauben der altgerman. Donnergott oder der absterbende Winter die Gestalt des Judas Ischarioth angenommen hat, der nun zum Träger ihrer Eigenschaften wird. In einigen Gegenden wird das ganze Osterfeuer J. genannt.“

Der Grosse Brockhaus (12 Bde., 16. Aufl., 1955):
Judasverbrennen, ein am Funkensonntag, zu Lätare oder beim Osterfeuer geübter Brauch, bei dem eine als Judas bezeichnete Strohpuppe, die vielleicht ehemals den Winter verkörperte, verbrannt wird.“

Die Brockhaus Enzyklopädie (20 Bde., 17. Aufl., 1970) verzichtet auf ein eigenes Stichwort „Judasverbrennen“, klärt aber in ihrem Eintrag „4) Judas Iskarioth (Ischarioth)“ unter „Brauchtum“ auf:
„Vom späten MA. Bis über das 19. Jahrh. wurde in den volkstüml. Passionsspielen und –prozessionen die Gestalt J.‘, durch roten Bart, Beutel und Strick charakterisiert, betont drastisch herausgestellt. Ein seit 1300 nachweisbares Lied ‚Ach du armer J., was hast du getan?‘ wurde zum Schmählied schlechthin, so daß es zur Redensart führen konnte: einem den armen J. singen, d. h. ihn verhöhnen. Der Lärm bei der ersten >Pumpermette wurde u.a. auf die Empörung über den Verrat des J. gedeutet. In Franken hieß diese demnach Judasmette, das kirchl. Klapperbrett der Karwoche Judastafel, ein fahrbares Klappergerät Judaskarren. In Westfalen und am Niederrhein nannte man die Karwoche auch Judaswoche.
Eine als J. bezeichnete Puppe wurde landschaftlich verschieden, im Judasfeuer unter freiem Himmel am >Funkensonntag, an >Lätare oder am Karsamstag verbrannt. Das Judasverbrennen hat sich in den meisten kath. Ländern Europas lange erhalten und wurde auch nach Mexiko und Südamerika übertragen. Weit verbreitet war auch das Judasjagen oder Judasvertreiben, bei dem ein als J. Verkleideter herumgehetzt und verhöhnt wurde. Ein Judasschlagen, bei dem man eine Tonne mit Steinen bewarf, bis sie zersprang, war in Schlesien üblich. In Italien baumelte zuweilen noch eine Puppe als erhängter J. über dem Kirchenportal. Verschiedenen dt. Landschaften sind noch die Bezeichnungen Judaswecken, Judaszelten und Judasohren für bestimmte Gebäcke der Karwoche geläufig. Als Gabensammler mit humorist. Zügen geriet die Gestalt des J. in den skandinav. Ländern und in mittel- und norddt. Gebieten in die weihnachtl. Heischeumzüge.

Die neueste Ausgabe der Brockhaus Enzyklopädie (30 Bde., 21. Aufl., 2006) enttäuscht einmal mehr – sie enthält weder das Stichwort „Judasverbrennen“ noch einen Brauchtumsverweis unter „Judas Ischarioth“; auch unter „Antijudaismus“ oder „Antisemitismus“ finden sich hier keine Hinweise auf judenfeindliches christlich-deutsches Brauchtum. Die gleiche ‚Geschäftspolitik‘ verfolgen jene ach so populären Veröffentlichungen, die alte Sitten und Bräuche ‚im neuen Gewande‘ präsentieren und verherrlichen: Nur nicht die Leser zum kritischen Nachdenken verleiten – so das offensichtliche Motto von deren Autoren und Verlegern. Als ein Beispiel von vielen mag „Unsere bayerische Lebensart. Echtes Brauchtum von A-Z“ gelten, in dem die Autorin Seethaler zwar heidnische und germanische Ursprünge des Osterfeuers erwähnt, das Judasverbrennen, das gerade in Bayern besonders tief wurzelte, jedoch unterschlägt. Es liegt ihr und ihrem Verlag doch an einer möglichst hohen Auflage und da muss man schon dem ‚Kundengeschmack‘ Rechnung tragen, indem man ‚unappetitliche Nebensächlichkeiten‘ lieber außen vor lässt.

judenverbrennung
Judenverbrennung – Holzschnitt aus Hartmann Schedels
„Nürnberger Chronik“ von 1493

Vom Verbrennen der Juden in Deutschland

Der prominenteste Deutsche, der das Verbrennen von Juden, bzw. von deren Häusern und Schriften propagierte, war der Reformator Martin Luther. In seinen späten Lebensjahren und nachdem er einsehen musste, dass sich die Juden seiner Umgebung nicht so ohne weiteres bekehren lassen wollten, polemisierte er gegen sie mit einer bis dahin und auch danach kaum übertroffenen Gehässigkeit und Vehemenz.

Das Verbrennen von Juden in Deutschland setzte im Mittelalter ein; überliefert sind gewöhnlich solche Fälle, die eine größere Anzahl Opfer forderten. Die meisten und bekanntesten ‚Tatorte‘ hat das damals noch ganz katholische Bayern aufzuweisen. Ab 1298 zog dort der süddeutsche Judenschlächter „Ritter“ Rindfleisch durch die Städte Frankens und Schwabens und hinterließ eine Spur des Grauens. Seine Bande schändete, folterte, beraubte und verbrannte Juden, während christliche Nachbarn sich entweder an den Verbrechen beteiligten oder teilnahmslos zusahen. 1338 verbrannten Bürger des Ortes und der Umgebung die Juden von Deggendorf in Niederbayern, nachdem der Stadtrat und andere ‚hohe Herren‘ sich zu dieser Aktion verschworen hatten. 1348 erging es den Juden in Straßburg, 1421 denen in Wien und bald darauf auch den Breslauer Juden ebenso. Diese Aufzählung ließe sich noch beträchtlich erweitern, indes sie genügt, um zu zeigen, dass das angeblich so harmlose Brauchtum des „Judasverbrennens“ einen todernsten und wenig zum Feiern tauglichen Hintergrund besitzt.

Diese Erkenntnis wird dann wohl auch der Grund dafür gewesen sein, dass die verantwortlichen Redakteure der neuesten Lexika (Brockhaus) diese Seite unserer christlichen Kultur- und Sozialgeschichte ausblendeten. Ob sie aber durch das völlige Unterdrücken von Fakten und Zusammenhängen einer breiten deutschen Öffentlichkeit einen Gefallen tun, darf bezweifelt werden. Deutschland weist zu Beginn des 21. Jh. einen der höchsten Prozentsätze europäischer Länder an Antisemiten auf und Bayern ‚outet‘ sich regelmäßig bei den Umfragen der Friedrich-Ebert-Stiftung als das Bundesland mit den meisten Judenhassern.

Eine bessere Aufklärung über die Vor-NS-Judengeschichte in unserem Lande läge daher in aller Interesse.

Erläuterungen zum Textauszug aus „Von deutscher Sitt‘ und Art. Volkssitten und Volksbräuche in Bayern und den angrenzenden Gebieten“:
Altbayern = die Regionen Oberpfalz, Niederbayern, Oberbayern (Bayern ohne Schwaben und Franken); feien = unverwundbar, unempfindlich machen, durch Zaubermittel schützen; im 14. Jahrhundert („uraltes Kirchenlied“) fanden ganz besonders viele Judenverbrennungen in Süddeutschland statt; Ingrimm = unterdrückter, verbissener Zorn; Schelm = (früher) ehrloser, aus der Gesellschaft ausgestoßener Mensch, Henker, lustiger, durchtriebener vom Missgeschick verfolgter Bursche

Literatur:
M. Brenner, Kleine Jüdische Geschichte, München 2008
F. Bronner, Von Deutscher Sitt‘ und Art, München 1908
G. Czermak, Christen gegen Juden. Geschichte einer Verfolgung, Frankfurt am Main 1991
P. Gessler, Der neue Antisemitismus, Freiburg im Breisgau 2004
„Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)“ in: Enzyklopädie des Nationalsozialismus, (Hg.) W. Benz u. a., 5. Aufl., München 2007
„Rindfleisch“ in: Neues Lexikon des Judentums, (Hg.) J. Schoeps, Gütersloh u. München 1998
R. Schlickewitz, Die ehrliche weißblaue Chronik, München 2006 (unveröffentlicht)
R. Schlickewitz, Sinti, Roma und Bayern, 3. Aufl., Deggendorf 2008
S. Seethaler, Unsere bayerische Lebensart. Echtes Brauchtum von A-Z, München 2004
J. Weiss, Der lange Weg zum Holocaust, Hamburg 1997