Antisemitismus: Was hat sich in Europa verändert?

Wer von uns beklagt sich nicht hin und wieder über die Lage in unserem Land? Der israelische Jude wünscht sich immer heimlich, ein wenig im Ausland leben zu können. Ich habe leider einen Trost für die Jammerer: Die Teilnahme an einem Antisemitismus-Seminar im europäischen Parlament ließ mich zu dem Schluss gelangen, dass die Lage der Juden Europas nicht mehr dieselbe ist wie früher…

In Israel Hayom berichtet Boas Bismut von einem Antisemitismus-Seminar in Europa

In Jedioth achronoth fasste Itamar Eichner eine internationale Studie des israelischen Außenministeriums, damals noch unter Zipi Livni, zusammen. Man war der Frage nachgegangen, was man auf der Welt wirklich über Israel und die Israelis denkt. „Am beliebtesten sind wir in Indien“ berichtet Eichner. Nach den Indern mag man Israelis in Amerika und Russland am liebsten. Weiters fand die Studie: Jeder Dritte Weltbürger glaubt, dass Israel aggressiv ist, und jeder Vierte meint, dass Israelis arrogant sind. Weniger als ein Drittel unterstützen Israels politische Position.

Zusammenfassung: Im Ländervergleich der „Unterstützung und Sympathie für Israel“ steht Indien mit 58% an 1. Stelle, die USA folgen mit 56%, Italien steht mit 48% an 6. Stelle der abgedruckten Liste, und Deutschland befindet sich mit 35% an 9. Stelle, zwischen Polen (36%) und Großbritannien (34%). Die Spanier bilden mit nur 23% das Schlusslicht.

Das Treffen in Brüssel, von dem Boas Bismut berichtete, war vom Jüdischen Kongress organisiert worden. Es lieferte den Juden eine Plattform, die sie vor allem dazu nützten, eine Warnung auszusprechen: Der ungelöste Nahost-Konflikt, kombiniert mit der weltweiten Wirtschaftskrise, prophezeit uns nichts Gutes.

Im ersten Quartal dieses Jahres waren mehr antisemitische Vorfälle zu verzeichnen als im ganzen Jahr 2008. Der Zusammenhang zwischen den Ereignissen in der Region und Vorfällen gegen Juden in Deutschland, Frankreich oder Großbritannien wird immer klarer. Die Aktion „Gegossenes Blei“ hatte z.B. direkte Auswirkungen auf das Leben in der Pariser Peripherie. Ein Wissenschaftler berichtete bei dem Seminar über einen steilen Anstieg antisemitischer Vorfälle in Westeuropa als Folge der Aktion in Gaza.

Die Juden sind besorgt und ängstlich, denn aus ihrer Sicht wird die Lage nur noch schlimmer. Die Durban Konferenz Nummer 2, bei der sich die Welt wieder einmal in ihrer ganzen Scheinheiligkeit präsentieren wird, rückt immer näher. Der Jude hat den alten Antisemitismus überlebt, den des Christentums und den des Islams.
Der neue Antisemitismus der Rechten, und der anti-kapitalistische der Linken, versteckt sich heute hinter Anti-Zionismus.

Im Mai 2003 fand in New York eine Antisemitismus-Konferenz unter dem Titel „Alte Geister, neue Beratungen“ statt. Jetzt, nach sechs Jahren, sollte man sich fragen, was sich geändert hat. Nicht viel. Die Aktion in Gaza lieferte den Kindern der nordafrikanischen Einwanderer in Europa, die nicht immer ihren Platz in der Gesellschaft finden, einen Grund, sich plötzlich effektiv und zugehörig zu fühlen. Der Anti-Zionismus machte antisemitische Aktivitäten moralisch.
Die Welt verändert sich, aber eines bleibt gleich. Der Jude kann stolz darauf sein, dass der Hass gegen ihn stets konsequent bleibt. „Wenn es den Juden nicht geben würde, würde der Antisemit ihn erfinden“, sagte Sartre.

Aber auch wenn hier vor allem vom Antisemitismus der Einwanderer die Rede ist, sollten wir nicht glauben, dass der alte Antisemitismus Europas, der des letzten Jahrhunderts, verschwunden ist. Eine belgische Journalistin sagte bei dem Seminar, dank des israelisch-palästinensischen Konflikts habe Europa einen Weg gefunden, sich von den Ereignissen der Vergangenheit zu säubern, da die Juden, nachdem sie einen Staat erhalten haben, ihr „unfreundliches Gesicht“ zeigen.

Aus Sicht der Juden Europas ist ihre Unterstützung Israels zwar klar, wenn auch problematisch.
Zwar beendete Israel das 20. Jahrhundert mit den Oslo-Verträgen, die Frieden bringen sollten, eröffnete das 21. Jahrhundert jedoch mit drei Konflikten: der zweiten Intifada, dem 2. Libanonkrieg und der Aktion in Gaza. Die Verbindung zwischen Israel und den Juden der Diaspora macht aus uns allen eine einheitliche Front. Die Karikatur in der NY Times, die einen israelischen Soldaten zeigt, der mit einem Davidstern eine Frau bedroht, die Gaza repräsentiert, zeigt genau, wie die Situation aussieht. Wie sagte einmal Golda Meir: „Für einen Juden ist selbst der Pessimismus Luxus.“ Wir sollten trotz allem unseren Optimismus bewahren.

61 Kommentare zu “Antisemitismus: Was hat sich in Europa verändert?

  1. Ich meinte damit keine Politiker, sondern mehr Leute vom Roten Kreuz (bzw. Halbmond und Davidstern) und solche die sich parteilos für den Frieden und gegen das menschliche Leid dort einsetzen.
    Das ist jetzt meine persönliche Meinung, aber ich behaupte, Bush hat auf der ganzen Linie dem Nahen Osten geschadet, Palästina auf der menschlichen Ebene und Israel auf der politischen (denn Bush war der beste Al-Quaida- und Hamas-Rekrutierer)

  2. @Mael
     
    Wen konkret meinst du mit „Friedensaktivisten“? Leute die meinen, von Israel weitere einseitige Zugeständnisse fordern zu müssen? Oder, härter formuliert, Leute, die glauben, auf Israels Kosten populärer werden zu können?
     

  3. Obama hat noch nicht viel bewiesen ausser seinem Talent als Redner, der die Massen beeinflussen kann und, dass er nett und hübsch lächeln kann. Seinem so hochgepriesenen Motto „Change“ hat er noch keine Taten folgen lassen (im Gegenteil, Guantanamo wird jetzt trotzdem beibehalten, Militärgerichte werden nicht abgeschafft und die Verantwortlichen Folterer, Rassisten und Sadisten der US-Army kommen unbeschollten davon). Aber er wird auch nicht viel verändern können. Er ist ein Arrivist, von den Lobbys getragen; das lässt ihm nicht viel Spielraum. Deshalb klingt auch seine Kairo-Rede schön und gut, aber wird meiner Meinung nach wenig bewirken. Im Nahen Osten muss man knallhart politisieren, da nützen ein paar Worte zum Vertrauen etc. nicht viel.
    @monika: er fällt Israel überhaupt nicht in den Rücken, vielmehr war es Bush und seine Regierung (oder passt die Bezeichnung „Waffenfabrikanten“ besser?) der jahrelang der ganzen Welt und allen Friedensaktivisten im Nahen Osten in den Rücken gefallen ist.

  4. Hallo Makkabaer und alle anderen in diesem Forum. Ich habe während meiner Israelreise über vieles nachgedacht und meine positiven Vorurteile  gegenüber Israel durch die erlebte Realität bestätigt gefunden. Aber in diesem Chat geht es in erster Linie um die Tatsache, dass sich nichts an der antisemitischen Einstellung der meisten Deutschen geändert haben soll. Nun kenne ich nicht alle Deutschen, aber es ist ein ganz klarer Fakt, dass sehr viele die alten jüdischen Klischees aus dem FF beherrschen, wie das kleine  EinmalEins. Ich habe meine eigene , nicht repäsentative Feldstudie betrieben, indem ich meine Gespräche mit Patienten ( ich bin Physiotherapeutin) auf das Thema gebracht habe. Und  meist hörte ich negatives, nicht wirklich agressives aber die übllichen Klischees. Das hat mich sehr betroffen und auch sehr wütend gemacht und ich habe am Anfang so reagiert wie Makkabaer. Ich habe sogar einen Patienten nicht weiter behandelt ( Auch habe ich schon mal einen Job verloren, weil ich vehement die Juden und Israel verteidigt habe. )Jetzt reagiere ich anders. Ich haabe mir ein Buch ( Antisemitische Klischees, sehr zu empfehlen ) gekauft und argumentiere mit Fakten und historischem Hintergrundwissen. Ich gebe mich keiner Illusion hin, dass ich dadurch die Einstellung der Menschen ganzlich ändere, aber sie kommen zum Nachdenken. Dem ein oder anderen habe ich dann mein Buch geborgt. Es sind nur Kleinigkeiten, die der Einzelne verändern kann.. Tut mir Leid Makkabaer, dass ich so reagiert habe. Aber deine Reaktion hat sogar bei mir, die ich mich für eine Internationalistin halte, die Deutsche rausgekitzelt. Es ist zwar eine Binsenweisheit, aber man sollte nie alle über einen Kamm scheren. Es gab im dritten Reich sehr mutige Deutsche, die für ihre Menschlichkeit ihr Leben verloren haben. Es war ein deutscher Polizist, der eine jüdische Synagoge vor der Zerstörung gerettet hat. 
    Mal was anderes. Wie steht ihr zu Obamas Rede und Verhalten? Spontan sage ich , er fällt Israel in den Rücken und provokativ sage ich Obama unterscheidet sich nur durch das „b“ von  Osama. Also Obamafans antwortet !!!

  5. Wenn in dem Artikel steht, dass im ersten Quartal 2009 mehr antisemitische Vorfälle zu verzeichnen waren, als im ganzen Jahr 2008 dann stimmt das für Deutschland nicht. 
    Die Partei: Die Linke macht ja regelmässig Anfragen beim Bundesinnenministerium nach antisemitischen Vorfällen pro Quartal und Petra Pau veröffentlicht das auf ihrer Web-Site http://www.petrapau.de/16_bundestag/index.htm. Da kann man sich informieren, Fazit: Im ersten Quartal lagen die antisemitischen Straftaten mit über 300 sehr hoch, aber erreichen bei weitem nicht das Level eines Jahresergebnisses. Pro Jahr gibt es regelmässig über 1.000 Straftaten. 
    Die antisemitischen Gewalttaten lagen mit 2 aussergewöhnlich niedrig für ein Quartal.

  6. makkabäer drückt sich vielleicht nicht sehr diplomatisch aus,  hat aber mit vielem Recht; ich schließe mich besonders hier seiner Meinung an: die Deutschen in ihrer Mehrheit wissen zu wenig über ihre eigene Geschichte und Kultur und noch viel weniger über ihre Juden.
    Die Leistungen der deutschen Juden werden in deutschen Geschichtsbüchern eindeutig nicht ausreichend genug gewürdigt.
    Absoluter Quatsch, die Vermutung, dass sich hinter makkabäer ein fanatischer Moslem verbirgt. So einer würde wohl kaum jüdische kulturelle Errungenschaften so gut kennen und sie einem größeren Publikum andienen.
    Auch ist nichts gegen die von makkabäer den Deutschen vorgeworfenen Verbrechen an anderen Völkern zu sagen – sie sind, so weit ich abschätzen kann, alle belegbar, leider!
    Ansonsten, siehe oben.

  7. Hallo, ich glaube ich bin da voll falsch verstanden worden. Es sollte nicht das internationale Judentum heißen, sondern eine Parodie darauf sein. Ich meine damit, das internationale, Juden , Christen, Moslem oder was immer für ein … tum. Ich halte die meisten Religionen für gefährlich, wobei das Judentum da nicht expansiv und eher in sich geschlossen noch die am wenigsten gefährliche Religion ist. Ich bin gerade in Israel und liebe dieses land schon nach ein paar Tagen .

  8. @monika
    Ich finde es ganz schönnaiv zu denken, dass Israel alles in vergangenen 60Jahren richtig gemacht hat. Aber wenn sich diese Einstellung sich bei Ihnen in schon in kindesjahren gefestigt hat, und sich seither nichts daran geändert hat, erklärt sich ja dieser Umstand.

    Jeder hat eine eigene Meinung und jeder darf diese vertreten. Deine Ausführungen, von wegen wir seien doch alles Menschen und daher einzigartig und es würde nicht auf Religion etc. angekommen, werden jedoch durch deine Meinung (Vorurteil?) über Makabäer nicht schlüssig, dass dieser vermutlich ein Palästinenser oder fanatischer Moslem sei (aufgrund seiner Äußerungen).

    Aber was soll´s.

  9. Weil sie ihre eigene Geschichte nicht kennen, nennen sie ehrliche Worte  der Kritik Antigermanismus.
    Schuld sind sie daran nur in zweiter Linie. Es ist ihre Regierung, die es versäumt hat auch vornazistische deutsche Schweinereien und vor allem die Kriminalgeschichte des Christentum bereits in den Schulgeschichtsbüchern zu verankern. Die Indoktrinierung mit Lügen und Klitterungen beginnt in der Universität.
    Wer in diesem Land ein Geschichtsstudium auf sich nimmt, bekommt bereits in den Einführungssemestern gesagt, dass ‚wir‘ die Kirche und unser heiliges nationales Erbe nicht angreifen. Und alle ihre Historiker, mit wenigen Ausnahmen, halten sich an diesen inoffiziellen offiziellen Kodex. Denn sie wollen später ja in diesem Land einen Job.

    Es gäbe nur einen Ausweg aus dieser grotesk bizarren Lage: Das positive kulturelle nationale Erbe den Leuten stärker bewußt machen, eine Basis schaffen, auf die sie  als Deutsche wirklich und nicht nur scheinbar stolz sein können, ihre Kultur neu aufbauen, sozusagen.
    Um dann allmählich oder als Schocktherapie ehrlich auch über den unschönen Rest zu berichten. Weil ja, wer ein gestärktes Selbstbewußtsein hat,  auch Niederlagen leichter verkraftet.

    Auch einen schönen, besinnlichen Tag, noch!

  10. Seit ich 10 Jahre alt bin und dass war ich am Vorabend des 6 tagekrieges, stehe ich fast kritiklos auf der Seite Israels. Ich war nicht ganz dumm als Kind und habe auf der Landkarte
    gesehen wie groß die Länder sind, die das kleine bißchen Israel auszurotten gedenken. Ich hatte richtig Angst um die Menschen dort. Ich dachte mir in meinem Kinderhirn,  irgendwohin müssen sie doch endlich die Juden. sie brauchen endlich einen Platz wo sie in Frieden ohne von anderen belästigt oder getötet zu werden leben können. Ich bin in der ehemaligen DDR aufgewachsen und zu meiner Zeit wurden dort die Naziverbrechen verurteilt. Ich konnte mir das Grauen der Shoa nicht wirklich vorstellen, aber damals war ich echt froh blond, bauäugig und katholisch zu sein. Ich hatte angst, dass so was  wieder passieren könnte und war egoistisch genug zuerst an meine eigene Sicherheit zu denken. Heute bin ich so was wie ein Laienisraelexperte und immer noch uneingeschränkt subjektiv auf der Seite Israels. Falls jemand an Fakten interessiert ist, die meine subjektive Meinung “ „Israel kann nicht anders handeln“ und das ganze Friedensgewäsch ad absurdum führt, kann sich bei mir melden. Aber die Experten unter Euch haben sicher auch das meiste gelesen, was ich gelesen habe. Dieses Jahr fahre ich das erste mal nach Israel und werde versuchen mir ein eigenes Bild zu machen. 
    Makabäer dir möchte ich sagen, dass ich glaube, dass du ein Palästinenser oder fanatischer Moslem bist der versucht Zwietracht zwischen Juden und Deutschen zu säen. Die meisten der hochkarätigen Juden ,die du aufgezählt hast, haben sich zuerst als Deutsche und in zweiter Linie als Juden gefühlt. Ich als Atheistin bin sowieso der Meinung, dass der Glaube eines Menschen nicht ständig als Stigma an ihm kleben sollte. Wieviel Zeit und Energie wird von manchen Menschen aufgewendet , um sich mit etwas zu beschäftigen, von dem man nicht weiß  , ob es existiert. Ich meine damit Gott. Ich bin der Meinung, dass der glaube die ganz persönliche Angelegenheit eines Menschen sein sollte und nicht im Personalfragebogen auftauchen sollte. Was unterscheidet denn einen Juden von einem Christen, nichts außer die Art zu glauben. Ansonsten sind Menschen Individuen die eine genetische Prägung mitbringen und eine gesellschaftliche Prägung erfahren. Dazu gehört auch der Glaube. Ich persönliche halte Glauben für eine gefährliche Sache, da Menschen leicht instrumentalisiert und für eine Sache ausgenutzt werden kann. Viele Menschen gehen für Gott oder Alah oder das Vaterland mit falsch verstandenen Ehrbegriffen in den Tod. Individualisten mit humanistischer demokratischer Grundeinstellung und dem Gefühl das alle Menschen einzigartig sind, werden irgendwann in ferner Zukunft vielleicht in der Lage sein eine Gemeinschaft zu bilden, in der Glauben eine individuelle und keine machtpolitische Angelegenheit ist. Wenn dann noch die Machtgier und das Geltungsbedürfnis der Menschen auf ein erträgliches Maß sinkt und das Denkhirn die Kontrolle über das Reptillienhirn übernimmt, dann können wir uns solche Foren sparen. Aber bis dahin denke sollte Makabäer mal anfangen nachzudenken. Na,ja ich denke er ist eingeschleust. Das „Internationale …… tum “ ist überall. 

  11. @Djuli

    mit Verlaub, was geht Sie eigentlich Israel und seine – Ihrer Meinung nach – „rassistische “ Gesetze an? Haben Sie keine andere Themen, mit denen Sie sich abreagieren können?
    Schauen Sie mal: Gestern sind an nur einem Tag in Sri Lanka ca. Tausend Zivilisten umgekommen, die zwischen die Fronten geraten sind. Ein Tausend Menschen an einem Tag!
    Und Sie philosophieren über Ehe in Israel, über Landkauf, über die Probleme der moslemischen  Minderheit in Israel.
    Die Hundert Tausend tote Moslems  in Tschetschenien gehen Sie am A… vorbei?
    Die Vertreibung und Massenmord der schwarzen Sudanesen lassen Sie kalt?
    Die brutale Besetzung von Tibet interessiert Sie nicht?
    Sie interessieren sich offensichtlich nur für die Themen die mit Juden und Israel zu tun haben.
    Interessieren Sie sich auch dafür wie Jordanier und Ägypter mit Palästineneser umgehen?
    Interessieren Sie sich damit mit welcher Verachtung werden die Palästinenser in Libanon behandelt?

    Sie haben ein ganz spezieles Problem. Wenn Sie wirklich ehrlich zu sich selbst sind, dann wissen Sie was ich meine.

  12. @Hank:

    „der Antisemitismus steigt“

    Das können sie daran erkennen, daß in Europa wieder Synagogen brennen und Juden gewaltsam vertrieben werden – glauben sie nicht? Vielleicht sollten sie sich neue Informationsquellen erschließen…

  13. Ähhh Hank, *sie* waren es, der behauptet hat, 

    „in Berlin oder Hamburg jedenfalls können sie ihren Hintern auf`s T-Shirt drucken ohne dass sie jemand darauf anspricht…..“

    schon vergessen? Ich habe das lediglich bezweifelt – angesichts der Reaktionen, die man in Deutschland gemeinhin bekommt, wenn man sich Pro-Israel äußert.

    Zur Studie, mir ist eigentlich nur eine internationale Studie bekannt, die sich einigermaßen belastbar mit dem internationalen Image der Länder beschäftigt, schau einfach mal hier:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,544948-8,00.html

    nur 14% sehen den Einfluss Israels in der Welt „eher negativ“ – gegenüber 64% in Deutschland… allerdings sehen auch in Indien nur 14% Israel „eher positiv“, in Deutschland 11% und in Spanien 8%

    Für dieMehrheit „der Deutschen“ ist Israel „schlimmer“ als Nordkorea…

  14. Weiß ich genau?
    Nein, Hank – das weiß ich nicht genau.
    Es ist meine persönliche Meinung, dass die Juden und auch Israel wieder vermehrt in bekannten antisemtischen Ressentiments gezeichnet werden.
    Hinzu kommt eine vergleichende Berichterstattung unter Hinzuziehung des Holocaust oder Verhaltensmuster der Nazis.
    Aktuell ist Durban II das erwartete negative Beispiel.

    Positive Berichterstattung über und aus Israel erhälst du, wenn du z.B. den Newsletter der Botschaft des Staates Israel + Kultur Newsletter abonnierst oder du liest ha’retz, Jerusalem Post, Y net, arutz sheva – hier in Deutschland finde ich hagalil sehr positiv berichtend aber auch welt.de sowie viele blogger.

    Ich bin aber auch der Meinung, dass eine betont positive Berichterstattung über Israel den existierenden Antisemitismus überkleistern würde und wieder eine Art „heile“ Welt vorgaukelt, die eben nicht so ist.
    Eine ausgewogene Berichterstattung wäre wünschenswert.
    Dann aber müsste erst einmal der fortwährende, seit Jahrtausenden währende Antisemitismus überwunden werden, was sich für mich als eine Quadratur des Kreises darstellt.
    Antisemitismus existiert seit G“tt dem Volk Israel die Thora gab.

  15. @makkabäer:

    Zuerst einmal: Entweder Sie oder du! Und ich glaube, nicht, dass ich hier irgendjemandem das DU angeboten habe…

    Sicher haben die Deutschen keinen Grund, stolz auf ihre Vergangenheit zu sein. Das wird niemand bestreiten. Ich als Allerletzte.
    Nein, ich war nicht in Ausschwitz. Ich bin dankbar dafür, dass ich dies nicht erleben musste und bete dafür, dass ich sowas niemals erleben muss. Und ich werde mir ganz sicher trotzdem ein Urteil über Menschen erlauben, die wie Sie hier sehr deutlich zeigen, welche mir und anderen, die sich als Deutsche sehen, solch dreiste Vorwürfe zu machen. Wenn ich hier so lese, was Sie von sich geben, dann frage ich mich ernsthaft: Was wollen Sie denn dann noch in einem Land, dass Sie angeblich nicht hier haben will? Warum gehen Sie nicht nach Israel? Oder irgendwohin, wo Juden angeblich willkommener sind? Wie ich schon erwähnte: Nirgends hat jeder jeden lieb.

    Es scheint Ihr Hobby zu sein, alle Deutschen zu beleidigen und als Menschen zweiter Klasse oder noch niedriger darstellen zu wollen. Ich lasse mir ganz sicher nicht Vorwürfe oder gar ein schlechtes Gewissen für etwas machen, was ich nicht getan habe. Denn zu der Zeit, als all diese schrecklichen Dinge geschahen, war ich noch nicht mal ein Spermium im S… meines Vaters, dessen Geburt ebenfalls noch nicht mal in Sicht war.
    Was damals geschehen ist, darf sich weder wiederholen noch vergessen werden. Das sehe ich als meine persönliche Aufgabe an. Aber ich bin nicht der Sündenbock, auf dem irgendwelche Menschen – und ich sage extra nicht Juden – herumhacken können.
    Und bitte, es wäre schön, wenn Sie endlich aufhören würden, immer alle Deutschen über einen Kamm zu scheren! Das ist echt das Letzte. Nicht jeder Deutsche wird Ihnen mit Gleichgültigkeit, Höhne, Hochmut und Spott oder sogar Überlegenheitsgefühl entgegentreten wie Sie hier so schön behaupten. Und viele Deutsche sind ganz sicher nicht unbelesen, unwissend und erst recht nicht läppisch. Ich kenne viele Menschen, die sich auch über Ihre Worte empören würden. Was Sie hier veranstalten ist pure Diskriminierung, Hetze oder meinetwegen extremer „Rassismus“ gegen Deutsche. Und wenn ich mich recht entsinne fing das Grauen der Shoa in Deutschland auch mit einem kleinen Schreihals an und endete in einem unfassbaren Grauen. Möchten Sie jetzt gerne alle Deutschen ausrotten? Viel Glück dabei…! Sie sind nicht besser als diejenigen, welche Sie hier so ohne Nachdenken beschimpfen.

    Welcher jüdische Mitbürger hier wo „mitgemischt“ hat, ist für mich auch nicht entscheidend. Wären diese Menschen nicht gewesen, dann wären halt andere gekommen, welche sicher auch ihren Beitrag für Deutschlands Entwicklung geleistet hätten. Wobei ich natürlich nicht die Leistungen der Menschen, die Sie erwähnten schmälern möchte. Aber zu behaupten, dass Deutschland ohne sie auf dem Entwicklungsstand einer Bananenrepublik wäre, ist doch etwas sehr dürftig. Und ich glaube nicht, dass unsere heutigen Sportler ihre Leistungen in jeglichen Sportarten irgendwelchen anderen Personen ausser sich selbst verdanken…

    Es wäre im Übrigen auch ganz schön, wenn Sie sich überlegen würden, mit wem Sie hier „reden“, da Sie eine Respektlosigkeit gegenüber anderen an den Tag legen, dass man meinen könnte, Sie wären der Allmächtige, der sich alles erlauben kann. Nicht jeder ist Ihrer Meinung und muss es – dem Herrn sei Dank – auch nicht sein. Man muss die Meinung anderer nicht teilen, aber zumindest tolerieren. Das tue ich und das erwarte ich auch von meinem Gegenüber. So etwas nennt sich Respekt… nur zur Erinnerung!

  16. >>“Diese Liste ließe sich ins Beliebige fortsetzen. Ohne dieses Salz in der Suppe, stündet Ihr Deutschen auf der Stufe einer Bananenrepublik. Denn viele Eurer ‘arischen’ Künstler, Wissenschaftler, “Genies”, etc. profitierten durch den Wettstreit mit den jüdischen Kollegen, sie lernten von ihnen, sie übernahmen ihre Ideen, etc.“<<

    Hmm….klingt irgendwie nach der jüdischen Super rasse!

    Merken Sie eigentlich nicht das sie nicht anders sind als der nächst beste Rassist und Nazi, als der mieseste Neo….sie sind keinen Deut besser.

    Nur mal ein Gedanke für sie Makkabäer, viele (wenn nicht alle) der von ihnen genannten hätten nirgendwo sonst diese Möglichkeit gehabt sich zu entwickeln als in der deutschen Kulturumgebung. Sie haben DEUTSCHE Bücher gelesen, sind in DEUTSCHE Universitäten gegangen, sind von DEUTSCHEN Lehrern unterrichted worden, haben sich mit und von anderen DEUTSCHEN ausgetauscht etc.
    Genauso wie sie glauben das Deutschland ohne diese Leute eine Bananenrepublik geblieben wäre kann man dagegenhalten das sie nie berühmt und erfolgreich in ihren Gebieten geworden wären wenn sie in einem ost-europäische Stetl oder in einem nahöstlichem Kuhdorf geboren und aufgewachsen wären.

    Oh und sie überschätzen den Beitrag der Juden sehr. Die meisten Poeten, Schriftsteller, Künstler, Wissenschaftler waren und sind nicht-jüdische Deutsche!

    Und sie hören besser damit auf Deutschen Arroganz, Hochmut und Haß vorzuwerfen solange sie selber voll davon sind!

  17. Das Thema AntiSemitismus ist eben ein vielschichtiges.
    Heute gibt es einen Streit, was AntiSemitismus eigentlich ist.  In einer vor einigen Jahren veröffentlichten Studie z.Bsp. wurden Europäer zu Juden und Judentum befragt. Die Studie ist sehr umstritten, da mehrheitlich Politiker bei der Erstellung der Studie das Sagen hatten und nicht Wissenschaftler, außerdem sei der Unterschied zwischen Israelkritik und Antisemitismus, durch die ganze Studie hinweg so schwammig gehalten, dass hier Fehlschlüsse nahe liegen. Weiterhin wurden besonders viele Muslime, die einen Hintergrund im Nahen Osten haben befragt, weshalb der Anstieg weniger oder gar nicht bei den üblichen Verdächtigen zu suchen ist.
    Es fraglich, wie weit solches zur politischen Instrumentalisierung genutzt wird, um Kritikern der Besatzungspolitik einen Maulkorb umzuhängen. Mit der kritischen Betrachtung Deutscher geht oft die völlig unkritische Haltung gegenüber Israel einher. Ich möchte jedenfalls nicht, dass es bei uns Gesetze gibt, die Juden so behandeln, wie es sie in Israel bzgl. ihrer arabischen Minderheit gibt. Hätten wir solche Gesetze müssten deutsche Juden nach Israel auswandern, wenn sie einen jüdisch/israelischen Partner ehelichen und würden ihre Staatsbürgerschaft verlieren, jedenfalls dann, wenn sie mit diesem auch zusammen leben möchten. 95% des deutschen Landes würden grundsätzlich nicht an Juden verkauft. Da würden wir alle aufschreien. Ich auch, denn solche Verhältnisse wären…… . In Israel sind sie Realität. D.h. nun nicht, dass man sich hier nicht über Rassismus und Antisemitismus sorgen solle, aber inwiefern AntiSemitismus politisch instrumentalisiert wird in Kombination mit völliger Kritiklosigkeit gegenüber Israel, und ob das eine und das andere nicht miteinander zu tun hat, das ist eine offene Frage. Die Gerichte beschäftigen sich zunehmend mit Verleumdungsklagen, in welcher linke Kritiker der israelischen Besatzungspolitik beschuldigt wurden AntiSemien zu sein. Zunehmend werden Strafen wegen übler Nachrede verhängt, da sich die Vorwürfe oft als nicht haltbar erwiesen, betroffen davon sind sowohl Juden und Nicht-Juden, gemeinsam ist ihnen die Ablehnung der israelischen Besatzungspolitik. Wenn man Antisemitismus bekämpfen will, sollte man die Grundwerte freier Rede, politischer Stellungnahme und ein konstruktives Miteinander fördern. Darum geht es doch.

    „Eigenartig ist allerdings, dass diese Leute hier mitlesen und mitschreiben. Warum eigentlich? Was haben sie hier zu suchen?“

    ‚Wir‘ sind Die Deutschen, Die Europäer – da haben wir ja wohl auch was dazu zu sagen.

  18. Nachdem mir Polemik statt Info vorgeworfen wurde vielleicht ist Dies besser:
    Wenn ich die Geschichte uns Deutschen richtig verstanden habe, so wurde sie im Grossen und Ganzen von der Leibeigenshaft bestimmt, die eigentlich einem mittelalterlichen Sozialsystem entspricht. (Ist unserer heutigen Version gar nicht so unähnlich) Abgabe der Waffen-und Verteidigungsgewalt an eine Herrschaft und Abgaben in Form von Arbeitszeit. Dafür gab es eine herrschaftliche Sozialfürsorge bei Krankheit und Arbeitunfähigkeit. Ebenso eine juristischen Beistand. Untertänigkeit, Familie und Kinder wurden der Lebensmittelpunkt.
    Politik wurde von oben vorgelebt und die Herrschaft „führte“.
    Für den Seelenbalsam, Moral und Lebensrythmus (bete und arbeite) gab es die Kirche. (und mit ihr den Sündenbock „Antisemitismus“)
    Das ist die Grundlage des Deutschtums und es ist seit 1500 Jahren in uns verwurzelt. Was wollen Sie von diesen Leuten, denen Alles immer vorgekaut wurde, denn Grossartiges erwarten? Sehen Sie sich das heutige Lebensbild Deutschlands an, in welchem nur Wohlstand, Geld und Familie eine Rolle spielen doch einmal an.
    Der beginnende Intellekt eines aufkommenden Verfassungs-und Demokratiebedürfnisses des 19.Jhrts. schlug dann auch schnell im ebenfalls aufkommenden Nationalismus um.
    Und wenn Sie, liebe Forumsmitglieder, nun argumentieren, so bedenken Sie bitte, dass auch Sie diesen Wurzeln aus grauer Vorzeit vielleicht mitentsprungen und entsprechende Denkmuster vorhanden sind.
    Und diese Denkmuster incl. Nationalismus und Kleinbürgerlichkeit bis zum Antisemitismus wurde immer vom Grossvater an die Enkel weitergegeben.
    Und wer nun vor deutschen Kindern ausspuckt, der sollte bedenken, dass sie alles von ihren Eltern eingetrichtert bekommen hatten. Wer hat jemals die Eltern oder die Schulen zur Rechenschaft gezogen.
    Sollte nun grosses Geschrei ausbrechen, so bitte ich zu bedenken, dass es mir unheimlich viele Bücher gekostet hat überhaupt nur hypothetisch herauszubekommen, wie diese postnazistische Geschiche der BRD, ihrer Übernahme des Justiz-und Polizeiwesens und Ludwig Erhard und Gehlen und Filbinger wirklich ausgesehen hatte. Da ist 60 Jahre Friede-Fruede-Fritten und 68er Sozialimus darübergestülpt worden.
    Und was sagte ein Herr Schily zur Nazi-Geschichte seines eigenen Innenministeriums?
    „Keine Relevanz…ist erst 1948 gegründet worden“.
    Dafür sollen wir nun unsere Kinder verantwortlich machen?
    Bevor wir heute nachfolgende Generationen des Unwissens verdächtigen oder verurteilen, sollten wir und einmal die Frage stellen, was zur Aufklärung von uns geleistet wurde.
    Ansich Alles eher was Armseliges zum Bedauern….

  19. @ Carl

    Ja, die Steuern sind zu hoch, die Jugendkriminalität wächst und der Antisemitismus steigt ohnehin. Aber woher weißt du eigentlich so genau, dass der Antisemitismus angewachsen ist? Von zwei der drei „Behauptungen“ die ich anfangs genannt habe, weiß ich, dass sie in Wahrheit unzutreffend sind – und auch bei der dritten These bin ich geneigt ähnliches anzunehmen (erst recht wenn man eine längere Zeitachse anlegt)

    @ willow

    Vielleicht hab ich das in der Eile überlesen, aber wo steht in dem Artikel, dass Israel in Deutschland unbeliebt ist? Ich meine dort entziffern zu können, dass Deutschland im weltweiten Vergleich derjenigen Länder, die Unterstützung und Sympathie für Israel“ empfinden, den 9. Platz belegt. Auf die Tücken von kulturübergreifenden Umfragen will ich nicht eingehen - aber einmal am Rande bemerkt: Dass Inder eine Frage mehrheitlich mit "Ja" beantworten ist nicht soooo furchtbar überraschend.
    Ansonsten: Ich hätte es als deutlich befremdlicher empfunden,wenn
    Staaten, die permanent im Zusammenhang mit kriegerischen Auseinansetungen über die Fersehrkanäle flimmern, die Beliebtheitsrankliste anführen würden. In meinen Augen wäre die deutlich interessantere Frage: „Muss Israel eigentlich immer nur im Kontext von Krieg und Zerstörung erwähnt werden?“ Aber die stellt außer mir hier ja komischerweise keiner.

    Übrigens deine Aufforderung zum "T-Shirt-Test" erinnert mich ein wenig an die "Hutproben" des Tagesspiegel und der TAZ: "Kann man mit Kippa durch Berlin laufen?" Und? Natürlich kann man das! Woraufhin der Publizist Henryk M. Broder angesichts derartiger
    „Kostümierung“ verschmitzt forderte, Kippas doch am besten an die gesamte Bevölkerung zu verteilen. Wer sich dann weigere, sie aufzusetzen, den könne man als Antisemiten identifizieren.

  20. Was hat sich in Europa verändert?
    Mich interessiert weniger wen Makkabäer anspuckt oder nicht sondern: wie konnte zum Beispiel eine europäische Union es zulassen das Durban II überhaupt stattfinden kann und wieder zu einem Fanal antisemitischer und rassistischer Hetze verkommt?

    27 Staaten hatten 8 Jahre Zeit ein klares NEIN zu formulieren und sich Strategien zu überlegen, wie man das Debakel von Durban I diesmal verhindert.
    Wenn man nun erkannte, dass dieses nur durch einen gezielten, aussagefähigen, breiten Boykott zu erreichen ist – dann wurde schon weider versagt.
    23 von 27 Staaten sind angereist – haben aber „entrüstet“ den Saal verlassen, als wenn man nicht definitiv davon ausgehen musste, dass Achmadi-Nedjad sich eine so devot zur Verfügung gestellte Bühne  für seine  antisimitsche Propaganda nutzen wird.
    Der Mann ist Antisemit aber nicht blöd!
    Europa macht sich lächerlich und wir dürfen uns nicht wundern, dass ein Bin Laden sagte: „der Westen ist innerlich schwach“ – wir geben tägl. genügend Beispiele dafür!

    Es hat sich nichts – jedenfalls nicht viel verändert.
    Der Antisemitismus war nur kurze Zeit aus den Salons und Küchen verbannt.
    Jetzt kam er als Antizionismus zurück.
    Die alten Lügen und der Hass sind indessen gleich geblieben: Brunnenvergifter, Blutopfer, Verantwortlich für den Tod des christl Messias, Geldgier, Machtgier, Juden wollen die Welt weiterhin beherrschen, Israel Lobby…u.s.w.
    Die Vorwürfe sind nicht mehr so struntz platt plakativ wie zu Nazizeiten (obwohl da gibt es auch Ausnahmen, wie das Flugblatt zu Durban I beweißt) aber nach wie vor genau so bösartig und vernichtend – eigentlich noch schlimmer, weil subtiler.
    Allen voran die linke Presse wie FR, SZ und TAZ aber auch sehr gern mal die FAZ, wenn im Rahmen der Wirtschaftskrise diese auf besagte Israel Lobby zurück geführt wird.
    Junge Feigheit & Co sind für mich allerdings überhaupt nicht ernst zu nehmen solange dort fröhlich dem Stalinismus gefrönt wird (was so nett an weiland August ’39 zurück denken lässt. Was hatten die braunen und roten Genossen doch für Spaß in Moskau)

    Das ist es was mich interessiert:
    Israel kämpft für seine Freiheit  und Frieden im Besonderen und im Allgemeinen sehr wohl für die Demokratie und den Pluralismus, der auch hier in Europa gelebt wird.
    Sich also hinter Israel zu stellen, Israel zu unterstützen, bedeutet auch seine eigene Freiheit zu verteidigen.
    Europa tut gut daran das endlich zur Kenntnis zu nehmen und geschlossen dahinter zu stehen!
    Und für diejenigen, die ihre „gerechte Israelkritik“ (frei zitiert nacht Fr. Hecht-Galinski)  nicht ganz ablegen möchten – im Eigeninteresse Europa’s ist es ebenfalls.
    Denn der Islam kennt keine Demokratie und erst recht keinen Pluralismus!

  21. >>“Eigenartig ist allerdings, dass diese Leute hier mitlesen und mitschreiben. Warum eigentlich? Was haben sie hier zu suchen?“<<

    Und ich frage mich ob „ihr“ lieber unter euch sein wollt ohne störende „Deutsche“ und was einige von euch wie zum Beispiel poster „Makkabäer“ (und andere) in diesem Land machen wenn ihr sein Volk so haßt!

    Mal Butter bei die Fische….wollt ihr eine offene Diskussion mit deutschen nicht-Juden überhaupt?
    Wenn nicht wäre es vielleicht besser solch eine Bemerkung an den Anfang zu stellen…etwa „Nicht-Juden unerwünscht“ oder ähnliches.
    Dann kann man sich nämlich alles andere sparen!

  22. @dany
    Darf ich Sie daran erinnern, dass Deutschland, auch wenn viele Deutsche das gerne hätten,  kein ‚ganz normales Land‘ und Deutsche kein ‚ganz normales Volk‘ sind.
    Neben dem Genozid an 6 Millionen Juden steht der Völkermord an über 3 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen, an über drei Millionen polnischen Zivilisten, an einer Million Serben, an bis zu einer halben Million Sinti und Roma sowie an etwa 20 Millionen russischen, weißrussischen, ukrainischen Zivilisten.
    Deutschland gilt ferner als Auslöser zweier Weltkriege, deren Gesamtopferzahl (mit Kriegsfolge-Toten) auf 50 bis 60 Millionen veranschlagt wird.

    Befragen Sie heute  einen durchschnittlichen Deutschen zu seiner Geschichte und seiner Verantwortung gegenüber den Opfern von einst, erhalten Sie Antworten, die Nichtwissen, Gleichgültigkeit, Höhne, Hochmut und Spott ausdrücken. Und ganz besonders – ein durch nichts und auch gar nichts gerechtfertigtes Überlegenheitsgefühl.

    Warum wissen so wenige von Euch Deutschen, liebe dany, dass Eure deutsche Kultur und Euer wirtschaftlicher Stolz, ja selbst Euer Sport heute auf einem ganz anderen (niedrigeren) Niveau stünden ohne die bis heute nicht annähernd genügend gewürdigten Leistungen Eurer Juden(?).

    BMW ohne den Rabbinersohn Castiglioni, bereits vor 1920 pleite.
    FC Bayern München ohne den Juden Landauer, noch vor 1930 untergegangen.
    Elektrifizierung und Industrialisierung von Teilen Bayerns ohne den Juden Caro, erst Jahrzehnte später.
    Ohne die Musik von Mendelssohn-Bartholdy, Meyerbeer, Mahler etc. Musiknation Deutschland um Meilensteine beraubt.
    München ohne den Juden Littman, um sein Wahrzeichen Hofbräuhaus ärmer.
    Die deutsche Mathematik ohne die Jüdin Noether auf dem Stand einer Mittel- Nation.
    Albert Einstein, ach wie stolz seid Ihr Deutschen auf den…

    Diese Liste ließe sich ins Beliebige fortsetzen. Ohne dieses Salz in der Suppe, stündet Ihr Deutschen auf der Stufe einer Bananenrepublik. Denn viele Eurer ‚arischen‘ Künstler, Wissenschaftler, „Genies“, etc. profitierten durch den Wettstreit mit den jüdischen Kollegen, sie lernten von ihnen, sie übernahmen ihre Ideen, etc.

    Waren Sie, dany, je in Auschwitz? Bevor Sie das nicht mit eigenen Augen gesehen haben, sollten Sie sich hüten hier Ihr Unverständnis über ganz normale Reaktionen auf deutsche Gleichgültigkeit und Unsensibilität angesichts einer solchen Hypothek zu äußern. 

    Warum seid Ihr Deutschen nur so unbelesen, so unwissend, so läppisch!

  23. @Carl
    „Die Deutschen mit ihren düsteren Augen, die alle kleinen Dinge mit dem Vergrößerungsglas betrachten und mit dem Verkleinerungsglas alle großen.“

    Jean Giraudoux

  24. @Carl
    es regen sich hier mehr Leute darüber auf, dass ein Jude einen Deutschen anspucken will

    Eigenartig ist allerdings, dass diese Leute hier mitlesen und mitschreiben. Warum eigentlich? Was haben sie hier zu suchen?

  25. @Carl

    Wer auch wen immer allein auf Grund seiner Nationlität, Relgion, Hautfarbe, Geschlecht oder was auch immer meint einfach so mal anspucken zu müssen,  offenbart eine rassistische Gesinnung. Das ist alles der gleiche Mist.
    Menschen von überall haben Respekt verdient, so lange sie nicht gegen die elementarsten Regeln des menschlichen Miteinander verstoßen. 
    Dafür gibt es keine Ausnahme. Die kollektiven Verbrähmungen, ganz gleich von wem an wen, sind immer ein Entrée zu Hass und Gewalt. Das ist alles der gleiche Mist, ganz gleich ob es sich gegen Juden, Türken, Schwarze, Palästinenser oder Deutsche richtet. Menschen guten Willens gibt es überall und wer das wissen will, wird fündig! Manche wollens halt nicht wissen.

  26. @ Carl

    Sicher regen sich viele darüber auf, dass Makkabäer JEDEM Deutschen vor die Füsse spucken will. Denn so ein Verhalten ist einfach mal unverschämt. Ist doch irgendwie genauso diskriminierend wie das Verhalten anderer Menschen gegenüber Juden und was weiss ich nicht noch alles. Er stellt sich damit echt auf die unterste Stufe und beweist eher, dass er weder vernünftig denken noch sich besser als andere benehmen kann. Eigentlich ist das ein reines Armutszeugnis, was er da für sich selbst abgeliefert hat. Er tut genau das, worüber er sich bei anderen aufregt…

    Wie ich schon sagte, bin ich Deutsche und weder stolz noch beschämt darüber, es zu sein.
    Ich durfte mir schon von Türken anhören, was für Schlampen die deutschen Frauen sind. Fürs Bett sind sie gut genug, aber nicht zum Heiraten… nein da muss ne Jungfrau her! Sind wir deutschen Frauen also minderwertig, wenn es darum geht geliebt und geehrt zu werden von den Männern? Laut der Aussage der besagten Türken JA! Wie nett ich das fand, dürfte klar sein…
    Ich wurde auch schon angepöbelt, weil ich ein Buch in hebräischer Sprache gelesen habe. Die „dreckige Jüdin“ nahm der nette Junge mit der Glatze nicht zurück, obwohl ich ihm sagte, dass ich keine Jüdin bin und nur die Sprache lerne. Ich erklärte ihm freundlich und idiotensicher,  er möge doch aufpassen, was er sage, sonst würde ich ihm ganz unjüdisch und auf typisch deutsche Art eine verpassen. Irgendwie war ihm dann nicht mehr so wohl bei der Sache und er verzog sich.

    Dies waren nicht die einzigen Erlebnisse, die ich mit Vorurteilen aller Art hatte. Allesamt haben mir aber gezeigt: Egal wo du bist, egal wer du bist… irgendjemand hat immer Vorurteile gegen dich… selbst wenn du nicht einmal das bist, was dein Gegenüber dir vorwürft…

    Zum Thema zunehmender Antisemitismus:  Ich finde es traurig, dass dies so ist, aber egal, wo man lebt und wer man ist: Vorurteile gibt es immer und überall: Sei es gegen Deutsche, Türken, Moslems, Juden und so weiter. Es gibt kein Land, wo jeder jeden liebhat egal welcher Religion oder Nationalität er angehört.

    Wann fangen die Menschen – und zwar alle – an zu denken und sich wie vernünftige Menschen zu benehmen?

  27. @Hank:
    Sie finden es also nicht besonders aufregend, wenn sich Israel mit Nordkorea um den Letzten Platz bei der Wahl der „schlimmsten Länder“ dieser Welt streitet!? Finden es beruhigend, wenn in Spanien der (europäische) Judenhass noch etwas stärker ausgeprägt ist als in Deutschland?
    Dann machen sie den Versuch, kaufen sich ein passendes  T-Shirt und berichten dann von ihren Erlebnissen. Wetten, daß ein Nordkorea-Shirt deutlich weniger Beachtung findet?

  28. Makkabäer,
    es regen sich hier mehr Leute darüber auf, dass ein Jude einen Deutschen anspucken will, als über den zunehmenden Antisemitismus in Deutschland und Europa.
    Alles klar?

  29. Hui, jemand hat eine Unfrage in Auftrag gegeben und dabei stellt sich raus, dass Deutschland nur auf Platz 9 der Israel-Sympathisanten ist. Unfassbar in was für einem zynischen Unrechtsstaat wir leben!

    Dabei sollte man doch annehmen, dass Regionen und Staaten die permanent im Zusammenhang mit kriegerischen Auseinansetungen wahrgenommen werden, in den Beliebheitsrankings ganz oben stehen, oder etwa nicht?  Mal ganz abgesehen davon, dass man ohnehin nur Statistiken trauen sollte, die man selbst gefälscht hat!

    PS: Was mir nun die Anekdoten aus dem bayrischen Wald sagen sollen, die hier ein User ausbreitet, bliebe auch noch zu klären – in Berlin oder Hamburg jedenfalls können sie ihren Hintern auf`s T-Shirt drucken ohne dass sie jemand darauf anspricht…..

  30. In ha’aretz ist ein verstörender Artikel zu yom haShoa erschienen.

    Michael Handelzalts stellt darin fest, dass der Beginn von yom haShoa dieses Jahr auf den 120. Geburtstags des Mörders fällt,  der 6000000 Juden hat vernichten lassen durch seine Worte und Taten!

  31. Viel Spass beim Spucken! Bei solchen Worten kann ich nur den Kopf schütteln! Wie kann man denn alle Deutschen über einen Kamm scheren? Ich selber bin Deutsche, schäme mich dafür, dass es Menschen gab und immer noch gibt, die zu solch schrecklichen Taten wie der Shoa fähig sind. Und das sind nicht nur Deutsche! Und wer hier lauthals rumpöbelt wie der „Freizeitspucker“ ist ehrlich gesagt auch nicht besser als die, die er hier so allgemein beschimpft! Laut rumschreien und große Töne spucken kann jeder.  Und das ist auch beschämend wenn nicht sogar peinlich…

  32. Wir leben heute in einer Zeit, in der ethno-zentrische Standpunkte auf breiter Front nicht mehr, wie in früheren Zeiten gegeben sind. Alte Feindbilder, wie z.Bsp. die der deutsch/französischen Erbfeindschaft haben sich vollkommen in Luft aufgelöst. Was sich früher von Generation zu Generation ‚vererbte‘ ist heute einfach nicht mehr aufzufinden. Dies ist sicherlich der deutschen Scham und dem deutschen Bemühen, um eine neue Sicht, mehr aber auch den Franzosen, die über die Jahre zögerlich dem deutschen Bemühen mit zunehmendem Wohlwollen begegneten, zu danken. Auch wenn es antisemitisch Gesinnte gibt, die ernsthaft eine rein-deutsche Gesellschaft (wer immer das sein soll, ich persönlich kenne solche Leute nicht) wünschen und radikale Grüppchen ihre unzeitgemäßen Aktivitäten, ob in der NPD oder ähnlichen Vereinen fröhnen, so ist das doch eine Gesinnung, die einer großen Mehrheit der Bundesbürger heute völlig fremd ist und es handelt sich fraglos um Gruppierungen, die eine unrühmliche Randexistenz in diesem Land führen.
    Auch wenn niemals alles perfekt ist, ist es mir schleierhaft, wie manche Zeitgenossen, mit solcher Inbrunst und solchem Hass alte Feindbilder konservieren und heraufbeschwören. Hierbei beziehe ich mich ausdrücklich auf manche Kommentare, die hier gepostet wurden (Auf Deutsche spucken etc.)
    Es würde mich sehr interessieren, inwiefern hierfür persönliche Erlebnisse in der Gegenwart, jenseits der politischen Stellungnahme zur israelischen Politik, irgend eine Grundlage geben.

  33. @Jan

    Vor den polnischen Synagogen und jüdischen Einrichtungen, an denen ich vorbeikomme, müssen jedenfalls keine Polizeiwagen zum Schutz stehen…

    Unsinn, ich bin im November letzten Jahres in Warschau gewesen. Die  Synagoge Nozykow (die Synagoge neben dem Jüdischen Theater) wird rund um die Uhr polizeilich überwacht. Wie in anderes Städten ist, kann ich nicht sagen, aber in der Hauptstadt sieht der Polizeischutz der Synagoge genauso wie in Deutschland oder Österreich aus.

    Als Deutscher lebe ich in Polen und habe für mich überraschend festgestellt, dass der vielbeschworene “polnische Antisemititsmus” wesentlich seltener, weniger tiefgreifend und besorgniserregend ist als der in Deutschland herrschende.

    Ich habe geschäftlich eine Woche in Warschau verbracht. In der Geschäftsgesprächen habe ich tatsächlich vom Antisemitismus nicht viel gespürt, allerdings habe ich ein Gefühl gehabt, dass das Thema in den Köpfen der polnischen Menschen stets vorhanden ist. Durch die Andeutungen, bzw. Geste und Mimik ist die Beschäftigung der Polen mit den jüdischen Themen oft spürbar. Besonders für jemanden, der genug Erfahrung mit diesen Themen hat und entsprechend sensibililsiert ist.

    Anders erging mir in den privaten Kontakten die ich währen dieser Woche in Warschau pflegte.
    Nur ein einziges Mal kam das Thema „Juden“ nicht zum Gespräch. Und das war im Fall eines polnischen Managers der jahrelang vorher im Deutschland lebte, im Deutschland promovierte und jahrelang eine leitende Position in einem deutschen Konzern in Berlin inne hatte.
    Jetzt ist er Marketingmanager in der polnischen Niederlassung dieses deutschen Konzerns.
    Bei dem Mann sieht man seine Weltoffenheit und Unvorgenommneheit.
    Bei den anderen privaten Gesprächen (allesamt mit Akademikern) kamen die jüdischen Themen spätestens nach 10 Minuten Gespräch. Komsicherweise anders als in Deutschland, spielte Israel dabei keine Rolle. Die Polen sind tatsächlich keine Antizionisten. Die Polen  sind einfach „harmlosen“ keine gemeingefährlichen Antisemiten und sie gehen damit ganz locker und unverkrampft um. Die sind großenteils von der Teilnahme am Holocaust nicht vorbelastet (abgesehen von Jedwabno, Kielce und ähnlichen Episoden) so dass sie sich anders als die Deutschen ihrer Vergangenheit  wegen nicht so stark schämen müssen. Aber trotzdem sind die antijüdische Vorurteile und Ressentiments stest vorhanden und lebendig.
    In der letzten Jahren noch angeheizt durch die Versuche der jüdischen Organisationen die ehem. jüdischen Immobilien zurück zu bekommen. Da verstehen die Polen keinen Spaß dabei.
    Egal wer an die Häuser und Gründstücke ran will, ist für die Polen ein Todfeind. Egal ob es sich dabei um die Preußische Treuhand handelt oder um Jewish Claim.

    Aber wie gesagt, der „harmlose“ polnische Antisemitismus ist in der polnischen Bevölkerung so stark verwurzelt, dass sie merken das nicht und empfinden das als was ganz normales.
    Wie schon mal Broder sagte: die Polnische Kultur steht auf zwei Sälen – Antisemitismus und Alkoholismus. Und es hat sich wenige geändert. Und wenn, dann nur äußerlich (Festival der jüdischen Kultur oder Klezmer Konzerte in Krakau). Aber innerlich bleibt der Antisemitismus den Polen erhalten, weil sie ihn mit der Muttermilch aussaugen, wie die Palästinenser.

  34. „Die Tätergeneration stirbt zwar aus, aber sie hat ihr Gedankengut weiter an die Kinder und Kindeskinder vererbt….Soviel können Sie gar nicht an Flüssigkeit zu sich nehmen, dass es zum Spucken reichen möcht´.“

    Soll man das jetzt als neue Rassenlehre betrachten???

  35. Makka: Man sollte vor jedem Deutschen ausspucken, vielleicht lernen sie dann.

    Solltest du dies bei mir machen, kannst du dir sicher sein, daß ich dir dafür ohne Vorwarnung eine in die Fresse hau‘.

  36. Meine Güte, manche Kommentare hier sind auch nicht gerade freundschaftserweckend.
    Vielleicht sollte man einfach die Tatsache als solche akzeptieren und nicht immer darauf herumreiten.
    Freundschaft, Interesse, Respekt oder gar Zuneigung kann doch nicht verlangt oder eingefordert werden. Ebenso wenig ist eine „Bestrafung“ der „Missetäter“ angebracht…

    Na ja….und nach der ganzen Nazi-propaganda Zeit sollte man eigentlich meinen der intelligente Leser ist über allgemeine, einseitige, negative Beschreibungen des „Volkscharakters“ einer bestimmten Gruppe hinaus (fehlt ja nur noch eine Karikatur)…aber scheint wohl nur zuzutreffen wenn es gegen Juden geht, ne?

    Eins ist klar, mit einigen Postern hier möchte ich auch nicht befreundet sein, Juden oder nicht!

  37. Der Artikel setzt voraus, dass es unabdingbar ist, die israelische Besatzungspolitik gutzuheißen, insofern man nicht in den Ruch kommen sollte, ein Anti-Semit zu sein.
    Es ist schwierig auseinander zu halten, inwieweit denn nun die Ursache der Identifikation der Juden in der Welt mit Israel, in denKöpfen anderer oder der Juden selbst seine primäre Wurzel hat, da nicht wenige Juden reflexhaft immer und grundsätzlich gutheißen, was immer Israel auch tut. Dies trifft vor allem auf die jüdischen Verbände zu, die ein geradezu undemokratisch einheitliches Bild abgeben (was nicht wirklich auf ‚die Juden‘ zutrifft, da es da durchaus eine größere Meinungsvielfalt gibt). Jedes Land und jede Politik sollte kritisierbar sein. Israel darf da keine Ausnahme machen. Die prekären politischen Verhältnisse, welche seit 40 Jahren einer Lösung kein bischen näher kamen, im Gegenteil, bedürfen schon lange einer Kursänderung. Dies zu deutlich zu sagen, ist kein Zeichen von Anti-Semitismus, sondern von Anteilnahme und darüberhinaus zieht der Konflikt weitere Dimensionen (Kampf der Kulturen), die wache und friedliebende  Bürger in unser aller Interesse nicht ignorieren können und dies ausdrücklich in unser aller Interesse, ob jüdisch, muslimisch oder sonstwas.
    Das Gespenst des AntiSemitismus, dem im letzten Jahrhundert so viele Juden zum Opfer vielen, kann keine Rechtfertigung sein, den Kopf in den Sand zu stecken und es zuzulassen, dass unterschiedliche Bevölkerungen in ihren jeweils mitunter festgefahrenen Vorurteilen, sich gegenseitig ausspielen lassen, zum Nachteil von uns allen. Letztendlich trägt es dazu bei, Vorurteile neu zu beleben und da wird das dann zur Self-Fulfilling-Prophecy. Ich hoffe, wir alle werdens wenden. Peace!!!

  38. Solange deutsche Politiker lieber über deutsche Opfer reden und über polnischen Antisemitismus, ist so ein Ergebnis klar. Als Deutscher lebe ich in Polen und habe für mich überraschend festgestellt, dass der vielbeschworene „polnische Antisemititsmus“ wesentlich seltener, weniger tiefgreifend und besorgniserregend ist als der in Deutschland herrschende. Vor den polnischen Synagogen und jüdischen Einrichtungen, an denen ich vorbeikomme, müssen jedenfalls keine Polizeiwagen zum Schutz stehen und auch die polnischen Juden, die ich hier kennengelernt habe, beschreiben die Lage als recht entspannt. Das Problem ist eine immer stärker werdende Geschichtsvergessenheit in Deutschland. Es kann in konservativen Kreisen ja schon offen davon gesprochen werden, dass die Vertreibung der Deutschen das schlimmste Ereignis des 20. Jahrhunderts war, nicht aber die Vernichtung des Judentums und anderer Opfer des Naziterrors. Geschichtsrevisionisten wie Erika Steinbach sind somit auch für das Wiedererstarken des Antisemitismus verantwortlich.

  39. @cora
    In Deutschland scheint man irgendwie kein rechtes Mittelmaß zu finden. Entweder ist man absolut philosemitisch oder antizionistisch…

    Genau das ist doch das Problem:

    Die Deutschen sind höchst sonderbar. Liebe und Sentimentalität sind für sie dasselbe. Das Heimatland, der Tannenbaum, das Brünnele, das Bächlein – beim bloßen Wort fallen die Deutschen in eine Art Trance, die manchmal echt ist, manchmal aber auch nicht. Denn ihre Gefühle legen sie sich im Kopf zurecht, während ihre wirklichen Gefühle eigene Wege gehen. Nur so sind ihre überraschenden und völlig verrückten Haßausbrüche zu erklären. Das kommt davon, wenn man sich nie auf seine wirklichen Gefühle verläßt, sondern immer nur auf Kopfgeburten. So erklärt sich auch die monströse Häßlichkeit der deutschen Spießbürger. Mein Gott, wie häßlich sie sein können! Und alles nur, weil sie sich nie ihren spontanen Gefühlen hingeben – ausgenommen Essen und Trinken. Gott helfe uns!

    Liebe Frau Cora, das war kein Niemand, der das schrieb, sondern einer der intelligentesten Männer Englands, ein intimer Kenner der Deutschen und ihrer Psyche: D. H. Lawrence.

    Und warum sollten Deutsche in Bezug auf „Juden“, „Israel“ etc. anders reagieren als auf die von Lawrence genannten Reizworte!
    Das ist wie bei der Pudeldressur. Da kann nichts dabei herauskommen als ein Salto rückwärts, mit Applaus.

    Zu den Erfahrungen ihres Neffen und Ihrer Bekannten:

    Köln und Paris mögen anders sein. Gehen Sie aber mal in der „Wiege des Bösen“, in Bayern, dem Herzland des NS (damals wie heute), mit Magen-David-T-Shirt durch eine Kleinstadt (aber auch in München wurden schon Juden angepöbelt wegen Goldkettchens mit Davidstern!) oder bringen sie wie die Russen, Türken, Kroaten und Italiener in der BRD zu WM- oder EM-Zeiten eine kleine blau-weiße Israelfahne an ihrem Auto an!

    Gnade Ihnen G’tt! (Mich haben einige jüdische Türken in letzter Minute ‚gerettet‘.) Und dieses Grölen werden Sie Ihr Leben lang nicht vergessen, es wird Sie in den Träumen heimsuchen, und – es wird Sie daran erinnern wie es Juden über tausend lange Jahre in dieser Region der Erde ergangen ist.

    Bayern ist anders! Und Deutschland auch.

  40. >>“Man sollte vor jedem Deutschen ausspucken, vielleicht lernen sie dann.“<<

    Sicherlich…empfehlenswerte Taktik.
    Probiers doch mal und erzähl uns wie’s gelaufen ist! :):):)

  41. Soviel können Sie gar nicht an Flüssigkeit zu sich nehmen, dass es zum Spucken reichen möcht´.

    Die Keller-Nazis haben schon lange die Löcher verlassen, in denen sie sich früher verborgen haben und sitzen, so wie in Österreich, im Parlament, oder in Deutschland in Landesparlamenten.
    Unter dem Deckmantel der Kritik an Israel wird wieder der ganze antisemitische Dreck von früher aufgewärmt. Wenn diese Leute Israel sagen, dann meinen sie Juden.
    Wenn man Wortmeldungen in Online-Foren von Tageszeitungen zum Thema Israel, Gaza, Juden, Restitution etc. liest,  erkennt man schnell, dass Antisemitismus wieder salonfähig ist.
    Die Deutschen und Österreicher glauben, sie hätten ihre Schuld mittlerweile finanziell
    mehr als nur einmal beglichen und könnten jetzt wieder sagen was sie wollen.
    An dem was diese Leute sagen, erkennt man, was sie all die Jahre seit 1945 wirklich gedacht haben. Die Tätergeneration stirbt zwar aus, aber sie hat ihr Gedankengut weiter an die Kinder und Kindeskinder vererbt.

  42. ich kann dem vorangegangenen komentar nicht zustimmen!   in diesem erscheint mir die antriebsfeder ein stark ausgeprägter,  wenn auch durch aus verständlicher hass auf deutschland/deutsche zu sein.  es kommt aber im ergebnis nicht darauf an wieviel und wie systematisch die ermordung von juden statt gefunden hat…. der fokus sollte auf dem  antisemitismus verbleiben, der antisemitismus, der in seinem ergebnis immer wieder zur verfolgung und zur ermordung von juden geführt hat, egal wieviele dadurch den tod gefunden haben… schon eine/r… wäre/war,  zuviel.  wer als paradebeispiel des judenhasses,  fokusierend auf die ereignisse des deutschen nationalismus zw. ’33 – ’45,  hinweist, der verharmlost latent die verfolgungen in den jahren beginnend seit christlicher zeitrechnung… unser holocaust, unsere shoa, begann letztendlich mit der zerstörung unseres landes und unserer vertreibung und versklavung durch die römer im jahre  ’76 nach chr. zeitrechnung. die shoa, abgesehen von einigen jahren des geographisch bedingten und relativen friedens, währt seit ca 2000 jahren.

    weisen wir in unseren täglichen gebeten nicht selber darauf hin, und lehrt es uns nicht die tora, das wir auf grund von ungehorsam gegen unseren G’TT,  unsere jetzige situation und die der letzten 2000 jahre selber verschuldet haben?  war es nicht prophetie, das wir abfallen werden von den gesetzen G’TTes  sobald wir das land eingenommen haben und es uns gut gehen wird?  war es nicht prophetie das G’TT uns trotzdem zurück führen wird in das land unserer väter am ende der tage, am ende der tage der völker?  ist es nicht prophetie, das die völker am ende der tage sich gegen israel wenden werden?  ist es nicht prophetie, das der Maschiach uns am ende der tage und beginnend zum messianischen zeitalter, aus der hand eines stärkeren befreit?  sollten wir uns nicht darauf besinnen und erkennen, das diese zeit nicht mehr fern ist?  wenn ich mir heute das treiben und geschehen weiter teile israels anschaue, DANN wird mir angst um mein volk.  

    Preisen und loben wir unseren G’TT das er uns bis in diese zeit geführt hat und, das er uns die treue hält und wir schon bald den ewigen frieden  DURCH DEN MASCHIACH erhalten werden. 

    Baruch HaShem   

  43. @ Makkabäer: Na, na, na, nicht gleich so aggressiv. Inwieweit sich die Zahlen mit der tatsächlichen „Meinung“ decken sei einmal dahingestellt, zumal die Gaza-Offensive noch immer in den Gehirnen der Menschen herumspukt.
    Allerdings gebe ich Ihnen in einem Punkt durchaus Recht, ein Ruhmesblatt ist es wirklich nicht. In Deutschland scheint man irgendwie kein rechtes Mittelmaß zu finden. Entweder ist man absolut philosemitisch oder antizionistisch, wobei man dann NATÜRLICH „an der Seite der Opfer von Auschwitz und Treblinka steht“.
    Andererseits hatte mein Neffe im Januar kein Problem mit seiner Kippa auf dem Kopf durch die Kölner Innenstadt zu stromern, in seiner Heimatstadt London würde er sich das nicht wagen. Da verdeckt er sie sicherheitshalber mit einer Baseballcap.  Ähnliches höre ich von Bekannten aus Paris.  Ihr Sohn hat wegen antisem. Ausfälle und Übergriffen sogar schon die Schule gewechselt – und die kamen nicht von maghreb. Einwanderern, sondern von waschechten Franzosen.
    Gut Spuck und a gite Woch
    Cora

  44. "...und Deutschland befindet sich mit 35% an 9. Stelle, zwischen Polen (36%) und Großbritannien (34%)..."

    Deutschland, das Land Hitlers und seiner Schergen, das Land der Mörder, der Schänder, der Räuber - es hat nichts gelernt. Mag auch Spanien auf dem letzten Platz gelandet sein, es hat nicht die deutsche Vergangenheit, hat keine 6 Millionen Juden auf dem Gewissen, ist auch angesichts der Inquisitions-Vergangenheit nur ein kleines Licht, verglichen mit Deutschland.

    Auch wenn sich viele Deutsche bei der Betrachtung dieser Zahlen bzw. ihres Platzes in der Rangfolge sicher wieder als 'im guten Mittelfeld - nicht problematisch' empfinden werden, es ist eine unglaubliche Schande für dieses Land und für Europa.
    Für Europa, weil es nicht mit Druck und Sanktionen diesen unhaltbaren, unerträglichen, deutschen Antisemitismus bekämpft, Deutsche nicht ständig daran erinnert, dass es nicht akzeptabel ist, dass sie im 21. Jh immer noch solche Probleme mit ihren Minderheiten haben. Deutsche Regierungen haben versagt, deutsche Historiker haben versagt, die Presse, die Öffentlichkeit, die Bürger, alle haben sie versagt, angesichts dieser Zahlen.
    Es ist nicht zu fassen.
    Man sollte vor jedem Deutschen ausspucken, vielleicht lernen sie dann.

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