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Anklage gegen Katzav wegen Vergewaltigung

Die israelische Staatsanwaltschaft will den früheren Staatspräsidenten Mosche Katzav nun doch wegen Vergewaltigung und sexueller Belästigung anklagen. Eine außergerichtliche Einigung hatte Katzav im vergangenen Jahr abgelehnt – er beteuert weiter seine Unschuld und will durch das Gerichtsverfahren „seinen Namen reinwaschen“…

Wie der Generalstaatsanwalt Menachem Masus am Sonntag bekannt gab, soll Katzav wegen Vergewaltigung in zwei Fällen während seiner Zeit als Tourismusminister angeklagt werden. Die Anklage lautet zudem auf „sexuelle Belästigung“ zweiter Mitarbeiterinnen. Katzav soll die Frauen gegen ihren Willen berührt und geküsst haben.

Die Anklage soll eingereicht werden, sobald der genaue Wortlaut der Anschuldigungen feststeht. Noch ist unklar, ob der Fall vor das Bezirksgericht in Tel Aviv oder in Jerusalem gebracht wird, heißt es in einem Bericht der Tageszeitung „Ha´aretz“.

Neben einer langjährigen Haftstrafe drohen Katzav hohe Entschädigungszahlungen an zwei der Frauen.

Hintergrund

Im Sommer 2006 hatte der damalige Präsident der Polizei mitgeteilt, dass eine ehemalige Angestellte versuche, ihn zu erpressen. Sie habe 200.000 Dollar dafür gefordert, dass sie über angebliche sexuelle Beziehungen zwischen ihm und ihr schweige. Katzav reichte auch eine Aufnahme des Erpressungsversuches ein. Doch die Beschuldigte warf ihm vor, sie durch Einschüchterung zu einer sexuellen Beziehung genötigt zu haben. Dabei habe er seine Stellung als ihr Vorgesetzter ausgenutzt. Die Anschuldigungen zogen Beschwerden weiterer Frauen nach sich.

Katzav sah sich nach eigenen Angaben einer Hetzkampagne ausgeliefert. Im Juni 2007 trat er wenige Wochen vor Ende seiner Amtszeit zurück. Sein Nachfolger wurde Schimon Peres. Im späteren Verlauf der Anschuldigungen traf Katzav eine Abmachung mit dem Generalstaatsanwalt. Darin gestand er sexuelle Belästigung und die Bedrängung von Zeugen. Im Gegenzug sollten die Vergewaltigungsvorwürfe gegen ihn aufgehoben werden. Auf diese Weise wollte er einer Haftstrafe entgehen. Im April vergangenen Jahres hatte Katzav die Abmachung jedoch widerrufen, um sich einem Gerichtsverfahren zu stellen.

inn, 09.03.2009