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haGalil TV-Radar: Fernsehtipps der Woche

Vom 06.02. bis 12.02.2009 …

Freitag, 06.02.2009

09:55 Uhr; arte
Inside Hamas
Diese Dokumentation begibt sich ins Herz der Hamas, der islamistischen „Widerstandsbewegung“. Sie beschreibt den Alltag im Gazastreifen unter der Herrschaft der Hamas und fragt, wie sich eine international als militant terroristische geächtete Organisation zu einer gewichtigen, ernstzunehmenden politischen Kraft wandeln kann. Das Filmteam des mehrfach ausgezeichneten argentinischen Regisseurs Rodrigo Vázquez hat sich vier Wochen lang in Gaza aufgehalten und dabei große Gefahren auf sich genommen, um Politik und Handeln der Hamas so nah wie noch nie zu filmen.

12:30 Uhr; 3sat
Der Fluch des Tötens
Kindersoldaten im Kongo
Mit zehn Jahren wurden Papy und Goy Soldaten der kongolesischen Armee. Mit 16 sind sie Kriegsveteranen, ohne Schulbildung, Beruf oder Geld. Im Friedensdorf Bupolé, einem von der katholischen Kinderrechtsorganisation BICE gegründeten Rehabilitations-Zentrum, versuchen Psychologen, ihnen eine neue Lebensperspektive zu geben. – Ein Film über ein entscheidendes Jahr im Leben der beiden Kindersoldaten.

Samstag, 07.02.2009

06:45 Uhr; arte
Mein Leben – Marcel Reich-Ranicki
Er hat es niemandem leichtgemacht. Aber er hatte es im Leben auch nicht gerade leicht: Der gefürchtete, von Lesern geliebte, von Autoren gehasste, von Kollegen bewunderte oder neidisch betrachtete Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki ist mit seinen inzwischen 84 Jahren immer noch eine der populärsten Figuren des deutschen Literaturbetriebs.
Als Neunjähriger kam Marcel Reich-Ranicki mit seiner Familie aus Polen nach Berlin. In dieser Zeit wurde seine Liebe zur deutschen Literatur geweckt, die ihm bis heute Zuflucht geblieben ist. „Ich war immer ein Außenseiter. Zunächst als polnischer Einwanderer, aber – natürlich – auch als Jude. Und später, als ich 1958 wieder nach Deutschland zurückkehrte – na ja, das war ja auch nicht normal, dass da ein Pole über deutsche Bücher schrieb“, erzählt er.
Reich-Ranicki überlebte mit knapper Not das Ghetto, wurde von der Roten Armee befreit und schloss sich aus Dankbarkeit der polnischen Armee an. Aber im Laufe der Jahre empfanden er und seine Frau Teofila, die er im Ghetto kennengelernt hatte, das kommunistische Polen als unerträglich. Sie flüchteten nach Deutschland – „in das Land, dessen Literatur mein ganzes Leben geprägt hatte“, sagt er. Seiner Frau ist dieser Schritt nicht leicht gefallen – bis heute sprechen die beiden zu Hause nur polnisch. Die Bilanz des beschwerlichen Neuanfangs hingegen fällt für ihn im Rückblick trotzdem positiv aus: „Es ging dann eigentlich leicht, ich wurde schnell einer der führenden Kritiker deutscher Literatur.“

12:00 Uhr; arte
Zoom Europa
u.a.
Israels Angst vor europäischer Einmischung
Es sei doch ohnehin klar auf welcher Seite Europa stehe – auf der der Palästinenser. So denken viele in Israel und reagieren nicht zuletzt deshalb geradezu allergisch auf europäische Vermittlungsversuche. Woher kommt diese Abwehr? Und welche Chance hat Europa vor diesem Hintergrund überhaupt Kritik zu äußern?
Wachsender Antisemitismus in Europa?
Die Stimmung ist gereizt. Nicht nur in Paris gab es nach dem Beginn des Krieges in Gaza Angriffe auf Synagogen und andere jüdische Einrichtungen. Zehntausende gehen gegen Israel auf die Straße. Die Parolen gehen bis hin zum Vergleich des Kriegs mit dem Holocaust, der Davidstern wird mit einem Hakenkreuz kombiniert. Die Parolen werden aggressiver: „Palästina wird leben, Israel wird verrecken.“ Jüdische Vertreter warnen vor einem wachsenden Antisemitismus in Europa.

18:00 Uhr; arte
Gaza-Sderot: Das Leben trotz allem
Gaza (Palästina) und Sderot (Israel): Über das Leben von Männern, Frauen und Kindern in diesen zwei Städten an der Grenze zwischen Israel und Palästina erzählen. Von der Realität berichten, so wie sie von den einen und den anderen erlebt wird. Trotz schwerer Lebensbedingungen, der Gefahr von Luftangriffen und Raketenschüssen hören diese Menschen nicht auf zu arbeiten, zu lieben und zu träumen. Zu leben – trotz allem.

Sonntag, 08.02.2009

00:45 Uhr; DasErste
Das Tribunal (Hart’s War)
Der Senatorensohn Thomas W. Hart, Lieutenant bei der US-Army, gerät im Dezember 1944 in deutsche Kriegsgefangenschaft. Die Befehlsgewalt über die internierten US-Soldaten hat Colonel McNamara. Als unter den Gefangenen der rassistische Sergeant Bedford ermordet wird, kann McNamara den deutschen Lagerkommandanten, Oberst Visser, dazu bewegen, ein improvisiertes Tribunal abzuhalten. Der mutmaßliche Mörder, ein farbiger Pilot, soll in einem fairen Prozess abgeurteilt werden. Die Verteidigung muss der unerfahrene Jurastudent Hart übernehmen, der nicht ahnt, dass er dabei in ein doppeltes Spiel verwickelt wird.
„Das Tribunal“ ist ein spannungsgeladenes Militärdrama, das mit Bruce Willis, Colin Farrell und Cole Hauser hochkarätig besetzt ist.

09:15 Uhr; 3sat
Eine enttäuschte Liebe zu Israel
Die Deutschjüdin Angelika Schrobsdorff ging 1983 nach Israel, um das Glück, das ihr die Nazis genommen hatten, wiederzufinden. Bis zur ersten Intifada schien Jerusalem ihr die schönste Stadt der Welt, dann erlebte sie die hässliche Seite Israels. „Jerusalem war immer eine schwere Adresse“ heißt das Buch, in dem sie Zeugnis ablegt vom Leben in diesem Land.

14:00 Uhr; Phoenix
Historische Ereignisse
Die Bombardierung Dresdens
Vor über 60 Jahren, am 13. Februar 1945, sank Dresden unter dem Bombenhagel britischer Luftverbände in Schutt und Asche. Amerikanische Kampfflugzeuge vollendeten an den nächsten beiden Tagen das Zerstörungswerk. So wurde die sächsische Metropole zu einem Symbol für Tod und Vernichtung in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs, dann aber auch zum Sinnbild für Vergeben und Versöhnung.
Gegenseitiges Vergeben und Versöhnung, so ist in diesen Tagen allenthalben zu hören, bedeuten nicht Vergessen. Im Gegenteil. Gerade die Erinnerung an Geschehenes, auch daran, von welcher Seite der Krieg ausging, ist nach grundlegender Beurteilung geeignet und notwendig, um eine Wiederholung der Ereignisse unmöglich zu machen.

19:00 Uhr; arte
Mendelssohn Gala aus dem Gewandhaus zu Leipzig
Felix Mendelssohn Bartholdy, der Mozart des 19. Jahrhunderts, wäre in diesem Jahr 200 Jahre alt geworden. Leipzig begeht den 200. Geburtstag Felix Mendelssohn Bartholdys mit einem festlichen Gala-Konzert des Gewandhausorchesters und dessen Kapellmeisters Riccardo Chailly. Der chinesische Klaviervirtuose Lang Lang ist mit Bartholdys Klavierkonzert Nr.1 für Klavier und Orchester g-Moll op. 25 zu erleben. Bei diesem Höhepunkt im Jubiläumsjahr 2009 erklingt zudem Mendelssohns populäre „Schottische“ Symphonie sowie seine Trompetenouvertüre.

ab 20:45 Uhr; arte
Themenabend
Geduldet – verdächtigt – verfolgt
Bereits im ersten Jahrtausend nach Christus verlegte sich der Mittelpunkt jüdischen Lebens aus den Regionen des Nahen und Mittleren Ostens nach Europa. Der Themenabend erzählt die Geschichte der Juden im Mittelalter.

20:45 Uhr; arte
Ivanhoe – Der schwarze Ritter
Der englische König Richard Löwenherz wird auf der Rückkehr aus dem Heiligen Land gefangen genommen. Sein Ritter Wilfred von Ivanhoe, ein Sachse, findet ihn nach langer Suche als Geisel Leopolds von Österreich. Der fordert die ungeheuere Summe von 150.000 Mark für die Freisetzung des Monarchen. Richards infamer Bruder John, der die Herrschaft über England übernommen hat, weiß von Richards Verbleib. Aber er genießt die Macht zu sehr, um seinem Bruder zu helfen.
Ivanhoe kehrt nach England zurück. Er bittet seinen Vater Cedric um das Lösegeld für den normannischen König Richard. Doch das lehnt der Vater als Sachse schroff ab. Zur selben Zeit wird der jüdische Kaufmann Isaac von York von der Entourage der normannischen Ritter Sir Brian de Bois-Guilbert und Sir Hugh de Bracy überfallen. Ivanhoe rettet ihn und bietet ihm Geleitschutz ins heimatliche Sheffield. Aus Dankbarkeit für die Rettung ihres Vaters besucht Isaacs Tochter Rebecca nachts Ivanhoe und schenkt ihm Juwelen, damit er sich für ein anstehendes Turnier rüsten kann. Dabei verliebt sich die junge Jüdin in den Ritter, wohl wissend dass der Standesunterschied zwischen ihnen eine Liebesbeziehung unmöglich macht.
Beim Turnier kommt es zum Zweikampf zwischen Bois-Guilbert und Ivanhoe, die beide für Rebecca entflammt sind. Ivanhoe, der als unbekannter schwarzer Ritter in das Turnier gegangen ist, wird verletzt und flieht in Begleitung von Robin Hood in die Wälder. Auch Rebecca muss flüchten. Doch sie wird gefangen genommen. Jetzt steht die jüdische Gemeinde vor dem Dilemma, das als Lösegeld für König Richard gesammelte Geld für ihre Glaubensgenossin zu verwenden, die von Prinz John als Hexe angeklagt wird.

21:45 Uhr; 3sat
Izbica
Drehkreuz des Todes
In dem ostpolnischen Dorf Izbica leben 1939 über 80 Prozent Juden. 1942 wird es von der SS zum „Durchgangsgetto“ erklärt. Zehntausende Juden aus ganz Europa werden von dort in die Todeslager im Osten deportiert, Tausende bereits in Izbica selbst ermordet. Zu den verfolgten Juden gehören auch Grzegorz Pawlowski und Thomas Blatt.

22:30 Uhr; arte
Eine andere jüdische Geschichte …
Die Geschichte der Juden im Mittelalter im Rheinland ist von Massakern und Verfolgungen geprägt, die stets auf falschen Vorwürfen gegründet waren. Doch trotz dieser schwierigen Beziehungen zu den Christen hat sich das kollektive jüdische Gedächtnis eine besondere Zuneigung für diese Regionen beiderseits des Rheins erhalten. Neben dem gelobten Land Israel vertritt das Rheinland das andere Land, das vielen Juden nahe am Herzen liegt. So nennen sie es „d’Heim“, das Haus.
Diese Geschichte der Zuneigung der Juden zum Rheinland will der Dokumentarfilm erzählen. Es ist eine Geschichte Europas zu einer Zeit spirituellen und wirtschaftlichen Reichtums. In Gesprächen mit den weltweit führenden Spezialisten zu diesem Thema führt der Dokumentarfilm den Zuschauer zurück in die Zeit zwischen 900 und 1550.

23:30 Uhr; arte
Die Juden – Geschichte eines Volkes
Die Geschichte der Juden in Europa steht immer in einer engen Verbindung mit dem Christentum. In vielen Ländern lebt die jüdische Bevölkerung zunächst in friedlicher Koexistenz mit ihrer christlichen Umgebung. Aufgrund ihrer überregionalen Kontakte spielen die Juden eine bedeutende Rolle für den Aufbau von Handelsbeziehungen und den Transfer von Wissen im Europa des Mittelalters. Vor allem in Spanien gibt es eine Phase des friedlichen Miteinanders zwischen Juden, Muslimen und Christen.
Doch die traumatischen Geschehnisse während der Kreuzzüge und der Pogrome in Pestzeiten, die Inquisition und die Vertreibung aus Spanien 1492 prägen das Leben und die Kultur der europäischen Juden für die folgenden Jahrhunderte.

23:35 Uhr; ZDF
ZDF-History
Japans Krieg – in Farbe
Fernab von Hitlers Krieg in Europa tobte zwischen 1941 und 1945 ein ebenso blutiger und grausamer Konflikt im Pazifik – zwischen Japan und den USA: Seine Ursachen reichen zurück in die 30er Jahre. Die aufstrebende japanische Industrie hungerte nach Rohstoffen und Absatzmärkten. Das Kaiserreich entschied sich für gewaltsame Eroberungen – zunächst in China. Für die USA wurde Japan so zum gefährlichsten politischen und wirtschaftlichen Rivalen im Pazifikraum.
ZDF-History zeigt anhand vieler bislang ungezeigter Farbaufnahmen den Weg des japanischen Kaiserreiches in den Zweiten Weltkrieg. Dabei werden neben den erschreckend verlustreichen Kriegshandlungen beider Seiten auch die großen inneren Spannungen der damaligen japanischen Gesellschaft deutlich, die auf dem Weg zur Industriemacht noch immer mittelalterlichen Traditionen verhaftet war.

Montag, 09.02.2009

12:15 Uhr; ZDFdoku
Die Kinder der Arche
In Deutschland leben 1,7 Millionen Kinder in Armut, also jedes siebte Kind. In Berlin und vielen anderen Großstädten sind durch Kinderarmut fast ein Drittel der Kinder vom normalen gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen.
Für Kinder, deren Eltern im Zuge der Hartz-IV-Reformen vom Arbeitslosengeld II leben müssen, ist vieles tabu, was für andere Gleichaltrige selbstverständlich ist: Turnverein, Musikunterricht, Zoobesuch, Einkaufsbummel. Nachhilfeunterricht ist unbezahlbar, an Urlaub ist nicht zu denken. In vielen betroffenen Familien steht nicht einmal jeden Tag ein warmes Essen auf dem Tisch. Die Reportage zeigt drei Kinder aus dem Berliner Bezirk Hellersdorf, die jeden Tag in das von Pastor Bernd Siggelkow initiierte Projekt „Arche“ kommen. Hier bekommen sie neben einer warmen Mahlzeit am Tag ein wenig Geborgenheit und Lebenshilfe für ihren von Armut gekennzeichneten Alltag.

Dienstag, 10.02.2009

01:10 Uhr; arte
Mogadischu
Am 13. Oktober 1977 entführten palästinensische Terroristen die Lufthansa-Maschine „Landshut“, um prominente Mitglieder der deutschen RAF aus dem Stuttgarter Gefängnis Stammheim freizupressen. Die Flugzeugentführer zwangen Flugkapitän Schumann von Mallorca über Rom, Larnaka, Bahrain, Dubai nach Aden zu fliegen, wo sie den Kapitän erschossen. Copilot Jürgen Vietor flog dann nach Mogadischu weiter. Die deutsche Regierung unter Kanzler Helmut Schmidt ließ sich nicht erpressen. Sie schickte die Eingreiftruppe GSG 9 nach Somalia, die die Entführer überwältigte und die Geiseln befreite.

Mittwoch, 11.02.2009

00:30 Uhr; arte
Hymne
Amnon wohnt in einem belebten Viertel von Jerusalem. Als er an einem Freitagnachmittag kurz vor Beginn des Sabbats merkt, dass er keine Milch mehr hat, geht er aus dem Haus, um in einem kleinen Lebensmittelladen in der Nachbarschaft eine neue Packung zu kaufen. Allerdings hat er kein Glück, denn als er bei sich zu Hause die Milch öffnet, muss er feststellen, dass sie sauer ist. Also kehrt er noch einmal zurück, um sie umzutauschen, doch die gesamte Lieferung des Ladens ist abgelaufen. Amnon versucht es in einem anderen Geschäft, wo er schließlich fündig wird. Auf dem Rückweg hilft er einer Mutter, ihre Einkäufe zu transportieren. Als er fast wieder bei sich angekommen ist, bemerkt er, dass er sein Portemonnaie liegengelassen hat. So macht sich Amnon zum dritten Mal auf den Weg. Als er endlich vor dem Laden steht, hat dieser bereits geschlossen. Er geht zur Wohnung über dem Geschäft und klopft an die Tür. Die Frau des Besitzers bittet ihn herein und bietet ihm an, in der Wohnung auf die Rückkehr ihres Mannes zu warten. Langsam wird es draußen dunkel und der Sabbat beginnt…

20:15 Uhr; ZDFdoku
Die Kinder der Arche
– siehe auch 09.02.; 1215 Uhr –

Zusammenstellung: Holger Raak