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Qaradawi möchte Hitlers Tat vollenden

Wenn der muslimische Kleriker Scheich Jusuf al-Quaradawi die Schoa befürwortet – Hitler als Werkzeug Gottes hinstellt – und auf die Vollendung von Hitlers Werk durch die Muslime hofft, dann hört man aus der muslimischen Welt bislang keinen Widerspruch…

Von Karl Pfeifer

Qaradawi – der sich zwar offiziell von einer Mitgliedschaft bei den Muslimbruderschaft distanziert – geht aber konform mit der Ideologie dieser Leute, wenn er öffentlich für die Ermordung von Homosexuellen eintritt [1] und Selbstmordattentate rechtfertigt. In einem Freitagsgebet erklärte Qaradawi etwa im Hinblick auf palästinensische Selbstmordattentate: „Die Palästinenser haben uns sehr gute Beispiele für den Dschihad gegeben, indem sie sich selbst in die Luft sprengen.“ [2]

Anas Schakfeh: „Scheich Yusuf Al Qaradawi ist ein großer Gelehrter.

Auch einige führende Funktionäre der österreichischen Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ ) werden verdächtigt, der Muslimbruderschaft anzugehören oder ihr nahe zu stehen. Dass dieser Vorwurf nicht einfach aus der Luft gegriffen ist, zeigt sich daran, dass acht Jahre lang Qaradawis Buch „Erlaubtes und Verbotenes im Islam“ im Religionsunterricht an Österreichs öffentlichen Schulen verwendet wurde, bis das Unterrichtsministerium problematische Passagen entdeckte: Kein weltlicher Gesetzgeber dürfe sich über das Gesetz Allahs, die Scharia, stellen, heißt es darin. Frauen hätten weniger Rechte als Männer. Wer vom Islam abfalle, werde mit dem Tod bestraft. Angesprochen auf das Buch, sagte IGGiÖ-Präsident Anas Schakfeh zur „Wiener Zeitung“: „Scheich Yusuf Al Qaradawi ist ein großer Gelehrter. Er hat seine Ansichten. Wir müssen nicht alle teilen.“ [3]

Qaradawi gab am 28. Januar 2009 dem TV Al-Jazeera ein Interview und sagte: „Während der Geschichte hat Allah das [jüdische] Volk wegen ihrer Verkommenheit gestraft. Die letzte Strafe wurde von Hitler vollzogen. Durch all die Dinge, die er ihnen getan hat – sogar wenn sie diese Angelegenheit übertrieben haben – gelang es ihm sie auf ihren Platz zu verweisen. Das war ihre göttliche Bestrafung. So Gott will, wird das nächste Mal diese durch die Hand der Gläubigen erfolgen. […]
Um meine Rede zu beenden, möchte ich die einzige Sache sagen, die ich jetzt wo mein Leben sich seinem Ende nähert, hoffe, dass Allah mir die Gelegenheit geben wird in das Land des Jihad und des Widerstands zu gehen, sogar im Rollstuhl. Ich werde auf Allahs Feinde, die Juden schießen und die werden eine Bombe auf mich werfen und so werde ich mein Leben als Märtyrer beenden. Allah der Herr der Welt sei gelobt. Allahs Gnade und Segen sei mit Euch.“
[4]

Zu Recht wird dem Vatikan – auch von seinen eigenen Würdenträgern – widersprochen, wenn Antisemiten und Holocaustleugner, aus theologischen Gründen versteht sich, in die katholische Kirche wieder integriert werden, denn das Signal, das damit gesendet wird, kann einer Institution, die sich auf Moral beruft, nicht genehm sein. Einerseits freundliche Worte über die Juden sagen, die Holocaustleugnung und den Antisemitismus verurteilen, andererseits die Antisemiten und Holocaustleugner – ohne dass diese davon ablassen – wieder integrieren, da gibt es einen Widerspruch, der mit Sophisterei nicht überbrückt werden kann.

Anders natürlich werden Hitlers Werk vollenden wollende Sprüche eines vom Vorsitzenden der IGGiÖ als „großer Gelehrter“ wahrgenommenen muslimischen Scheich beurteilt, denn so lautet die gängige Erklärung, das ist lediglich Reaktion auf die israelische Politik und damit wird alles verziehen. Denn so hört man es bis in den Mainstream, man muss doch mit den Armen – das Werk Hitlers vollenden wollenden – reden, sie einbinden und dann wird alles gut. Was sie dabei bezwecken ist klar, man muss Organisationen, die an der „jüdischen Weltverschwörung“ festhalten, die den Juden Ritualmorde unterstellen, legitimieren, damit sie weitermachen können mit der Verhetzung.

Dieser abgrundtiefe Hass gegen Juden schadet in erster Linie denjenigen, die hassen und davon träumen, Juden zu morden und den jüdischen und demokratischen Staat liquidieren können. Denn es ist dieser Hass und diese Hoffnung, die sie daran hindern, ihr eigenes Leben zu verbessern. Die Weltgemeinschaft belohnt sie noch dafür.

1) http://www.petertatchell.net/religion/qaradawi.htm
2) http://www.youtube.com/watch?v=20FATC57Ai8&NR=1
3) Stefan Beig, 3.1.2007 http://www.wienerzeitung.at und
http://homepage.univie.ac.at/thomas.schmidinger/
4) Das Interview können Sie auf Al Jazeera mit englischen Untertiteln sehen.