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Avigdor Liberman im Porträt

Avigdor Liberman, 1958 in Kischiniew in der ehemaligen UDSSR geboren, könnte mit seiner Israel Betheinu (Israel unser Haus) Partei die Arbeitspartei von Ehud Barak überflügeln…

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 8. Februar 2009

Im Alter von 20 emigrierte er nach Israel, diente beim Militär und studierte politische Wissenschaften. Ab 1993 diente er als Generalsekretär der Likudpartei, war Generaldirektor des Ministerpräsidentenamtes unter Benjamin Netanjahu und gründete 1999 seine eigene Partei, die heute auf allen realen Plätzen nur aus Russland stammende Kandidaten aufweist.

Der scharf rechtsgerichtete Liberman will Israel in der EU und der NATO sehen. Er träumt von einem Transfer der großen arabischen Städte Israels in das Gebiet des künftigen palästinensischen Staates, im Tausch für den Verbleib von Siedlungen im Westjordanland bei Israel. 2004 entließ Ministerpräsident Ariel Scharon Liberman, weil er gegen den Rückzug aus Gaza war. Unter Ehud Olmert wurde Liberman „Minister für strategische Angelegenheiten“, zuständig für die Beobachtung des Iran und seines Atombomben-Projekts.

Liberman wohnt in der Siedlung Nokdim, südlich von Bethlehem. Er könnte nach den Wahlen der „Königsmacher“ werden, zumal er nicht verrät, wen er dem Staatspräsidenten als künftigen Ministerpräsidenten empfehlen will. Um Wähler an den Likud zu binden, versprach Netanjahu, Liberman zu einem „wichtigen Minister“ zu machen. Auch Barak schließt Liberman nicht als Koalitionspartner aus, obgleich der nicht sein „cup of tea“ sei.

© Ulrich W. Sahm / haGalil.com