Avigdor Liberman im Porträt

Avigdor Liberman, 1958 in Kischiniew in der ehemaligen UDSSR geboren, könnte mit seiner Israel Betheinu (Israel unser Haus) Partei die Arbeitspartei von Ehud Barak überflügeln…

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 8. Februar 2009

Im Alter von 20 emigrierte er nach Israel, diente beim Militär und studierte politische Wissenschaften. Ab 1993 diente er als Generalsekretär der Likudpartei, war Generaldirektor des Ministerpräsidentenamtes unter Benjamin Netanjahu und gründete 1999 seine eigene Partei, die heute auf allen realen Plätzen nur aus Russland stammende Kandidaten aufweist.

Der scharf rechtsgerichtete Liberman will Israel in der EU und der NATO sehen. Er träumt von einem Transfer der großen arabischen Städte Israels in das Gebiet des künftigen palästinensischen Staates, im Tausch für den Verbleib von Siedlungen im Westjordanland bei Israel. 2004 entließ Ministerpräsident Ariel Scharon Liberman, weil er gegen den Rückzug aus Gaza war. Unter Ehud Olmert wurde Liberman „Minister für strategische Angelegenheiten“, zuständig für die Beobachtung des Iran und seines Atombomben-Projekts.

Liberman wohnt in der Siedlung Nokdim, südlich von Bethlehem. Er könnte nach den Wahlen der „Königsmacher“ werden, zumal er nicht verrät, wen er dem Staatspräsidenten als künftigen Ministerpräsidenten empfehlen will. Um Wähler an den Likud zu binden, versprach Netanjahu, Liberman zu einem „wichtigen Minister“ zu machen. Auch Barak schließt Liberman nicht als Koalitionspartner aus, obgleich der nicht sein „cup of tea“ sei.

© Ulrich W. Sahm / haGalil.com

29 Kommentare zu “Avigdor Liberman im Porträt

  1. es kann sein, daß liberman die letzte generation darstellt um endgültig hinter die fassade zu schauen.
    danken wir lieberman, schließlich schiebt das leben den nächst-dickeren knüppel vor –
    wenn wir’s bisher nicht kapiert haben.

  2. Für mich waren und sind (die wenigen Europa verbliebenen intellektuellen )
    Juden immer das Salz der europäischen Kultur gewesen.
    Was ist, nach den Verbrechen unserer Väter, davon geblieben?
    Beispiele gefällig?
    Durch Jahrhunderte wurde die Wiener Kultusgemeinde von
    kosmopolitischen Intellektuellen geleitet. Heute steht dieser Gemeinde ein
    überaus geschäftstüchtiger Grundstücksmakler vor…………..
    Der Chair des Department of Hebrew and Comparative Literature einer führenden Universität Israels.
    Ein Intellektueller…….sollte man meinen: Nur, daß er privat – nicht in der
    Öffentlichkeit, da pflegt er ein liberales, akademisches Image – Araber,
    alle Araber (!) ausschließlich als Schweine tituliert. 
    Was für den in den 50ern nach Israel Eingewanderten, auch deshalb eigenartig ist, da seine Frau an einer umfangreichen akademischen Studie mitgearbeitet hat, die nachweist, daß es Emigranten in dieser alten Heimat keineswegs schlecht gegangen ist. Daß  diese ihrer alten Heimat und ihrer arabischen Freunden mit Liebe und Trauer, sogar Dankbarkeit  gedenken.
    Ein zeitgeistiger Intellektueller und Lehrer……
    Jetzt kommt Herr Libermann. Wird  er von Kanzlerin Merkel – nicht nur im Rahmen der „Staatsraison“  – bei  seinen ersten ministeriellen Deutschland-Besuch auch richtig herzhaft abgeschmust werden?
    Bei dessen – vergleichsweise harmlosen – Kärntner Epigonen Jörg Haider hat  sich die werthe Kanzlerin  noch zu beherrschen gewußt.
    Man muß Israel kennen, um die makabre Situation werten zu können
    Wie humanitäte Werte von US-Siedlern und deren US-Förderern auf US-Pop-Niveau abgesenkt werden.
    Ein Großteil der in Israel Eingewanderten, hat es in den USA nicht geschafft.
    In Israel erwarten ihn  – trotz einer teilweise  mehr als obskuren jüdischen Herkunft – nun Vorteile, von denen ein Palästinenser mit israelischem Pass,  dessen Vorfahren oft seit Jahrtausenden in Palästina siedelten, nicht einmal ungestraft träumen darf. 
    Der US-Siedler  jedoch hat endlich den Platz gefunden, der ihm – seiner festen Meinung nach – als „Auserwählten“  auch  zusteht.
    Endlich kann er auf  „Untermenschen“, auf Palästinenser, treten.
    Vielleicht, wenn es Spaß bereitet, den einen oder anderen mißliebigen Indigenen sogar straflos liquidieren.
    Meine fünf  jüdischen Neffen und Nichten  sind noch zu jung um das volle Ausmaß ihres „Glücks“ ermessen zu können…….
    Mit meinen beiden jüdischen Schwagern bin ich mir jedoch einig.
    Irgend etwas ist doch faul, sehr faul mit und an dem – ach so friedliebenden „Opfer“ – dem Staat Israel. 

  3. @Schulamith

    „Und wenn die mal in Israel sind, fallen die glatt in Ohnmacht. ;))“

    Deshalb fahren solche Leute ja auch nie nach Israel! – könnte ihre Vorurteile gefährden… 😉 Und wenn doch, verlassen sie das Land bestimmt fluchtartig, wenn eine jeminitische oder äthiopische Beamtin sie nach dem Grund ihrer Reise befragt! 😀

  4. @ Dogan: Ooch, ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass er Österreicher ist. Derlei Schwachsinn begegnet mir auch in Deutschland, England, Amerika …
    Schönstes Beispiel: Ich – gestumpter Germane, lockiges Haar, relativ dunkle Haut – werde oft darauf angesprochen, ob ich Jude sei. Bei meinem Neffen – Paradearier, blond, fast 2 Meter Lulatsch, blaue Augen und hellhäutig – fallen die Herrschaften jedesmal aus dem Hemd. Und wenn er dann noch sagt, dass er nicht nur Jude, sondern auch Israeli und angehender Rabbiner sei, haben wir es regelmäßig mit einem Schwarm Fische zu tun: Mund auf, Mund zu – kein Ton mehr.
    Noch Fragen? 🙂

  5. @dogan
     
    schon klar. 😀  Bei manchen sind Umfragen, die sehr eindeutige Aussagen gegen Juden wiedergeben,  nur antiisraelisch. Wenn ich´s nicht selber gelesen hätte, ich würde das nicht glauben. Wo lassen die denken!!

  6. An Yael

    Fritz ist kein Antisemit,nur Österreicher!Hoffentlich verlässst er Österreich sein ganzes Leben lang nicht!Tue uns bitte den Gefallen!Die Einsamkeit in den Bergen wird ihm,hoffe ich!,weiterhin gut tun.Und fast hätte ich´s vergessen:Nimm bitte ein paar deiner Freunde gleich  mit!

  7. An Fritz!
    „Die Juden sollten erst einmal lernen,andere Menschen als solche zu respektieren und nicht nach der Herkunft beurteilen“.(!!!) Die Juden hätten das wahrscheinlich“sehr gründlich“ in Österreich gelernt,wenn sie nur in diesem ach so liberalen und weltoffenen Alpenland gelebt hätten! Fritz, gab oder gibt es Juden im deutschsprachigen Ländern?  Fritz,sorry,aber dir kann nur noch tiefenpsychologisch geholfen werden,andere Maßnahmen sind bei dir sinn-und zwecklos!Hoffentlich irre ich mich!

  8. Was, bitte, ist denn jüdische Kultur????
    Klezmer? Thoralernen? Horatanzen???
    Und was, oder besser, wie manifestiert sich die jüdische Rasse???
    Hakennase? Lockige Haare??? Schmerbauch???? Dicke Lippe????
    Uh,oh da kommen doch äußerst seltsame Bilder hoch.
    Übrigens, nur so: Es gibt keine Viertel- oder Halbjuden. Entweder man ist Jude, oder man ist es nicht. Das entscheidet die Geburt (jüdische Mutter) oder der Übertritt.
    Und „Rassen“ gibt es auch nicht. Das Thema ist sein der Völkerwanderung obsolet. Sollten Sie, Herr Fritz, mal einen genomtest machen, würden Sie sich wundern, was sich so alles in Ihrer Vorfahrenreihe tummelt.
    Also: DIE JUDEN gibt es nicht, sorry. Auch wenn´s sooo schön wäre. 🙁

  9. An dogan
    Sie schreiben von der jüdischen Kultur und zum Schluss „armes Israel“.
    Wenn Sie schon auf jüdischer Kultur bestehen müssen Sie schreiben“ arme Juden“.
    Aber wie man schon oft sieht und merkt, sind die Juden die grössten Rassisten die es gibt.Die bestätigen dies mit Ihren Worten“die jüdischen Russen sollen nach Russland gehen“.
    Zu Ihrer Information, ich bin Österreicher und respektiere alle Rassen.
    Was würde auch Israel ohne all die Zuwanderen, Halb- und Vierteljuden machen?
    Doch diese werden von jenen Juden welche auch einmal Zuwanderer waren diskriminiert!
    Die Juden sollten erst einmal lernen, ander Menschen als solche zu respektieren und nicht nach der Herkunft beurteilen.

  10. „Soweit Ich informiert bin gilt eine Copyrightverletzung nur bei Verwendung von Bildern und nicht von Text.“
     
    Nein, ansonsten könnte ich ständig ganze Artikel einer Zeitung ohne Quellenangabe einfach abtippen und als meinen Text ausgeben.
     
    Das ist
     
    „“Quellenangabe? Welche Quelle ist denn für Sie glaubwürdig? Proisraelisch?”“
     
    dummes Zeug. Darauf hinzuweisen ist keine Beleidigung (das können Sie doch eh am besten)
     
    Aber gut, nun habe ich ja feststellen können, dass es Ihnen sehr wohl nicht um eine „sachliche“ Diskussion geht, wie Sie ständig behaupten. Die Wiederholung dessen macht es nicht glaubwürdiger. Leider lamentieren Sie nur.
    Aber das war der Sinn der Übung.

  11. Gut Sie scheinen immer noch auf der gleichen Schiene weiterfahren zu wollen. Eine Straftat ist es sicherlich nicht. Copyrightverletzungen werden zivilrechtlich verfolgt.

    Soweit Ich informiert bin gilt eine Copyrightverletzung nur bei Verwendung von Bildern und nicht von Text.

    „Reden Sie daher nicht ständig dummes Zeug!“ Hören Sie endlich auf zu beleidigen, ohne haben SIe hierfür eine besondere Veranlagung von der Ich wissen sollte? Falls ja, habe Ich hierfür Verständnis.

    Wie die momentanen Prognosen aussehen spielt doch keine Rolle. Zu dem Zeitpunkt des Mordens, wurde dies von wahlberechtigen Wählern als positiv gewertet. Das diese nun abgeflaut ist, oder sich sogar verschlechtert liegt in der Sache. Die Auseinandersetzung hätte auch sehr negativ für Israel ausgehen können, dann wäre der Einsatz fatal gewesen. Im Krieg geht es in der Regel um alles oder nichts. Wobei faktisch dieser hier für Israel ein „nichts“ ist, da keine angeblichen Ziele erreicht worden sind.

    „Reden Sie daher nicht ständig dummes Zeug!“

  12. „Quellenangabe? Welche Quelle ist denn für Sie glaubwürdig? Proisraelisch?“
     
    Darum geht es nicht, sondern um eine Copyrightverletzung, die Hagalil eine Menge Geld kosten kann, noch nie davon gehört? Das ist eine Straftat, zumal, wenn man seine Quelle nicht mal als Zitat angibt.
    Reden Sie daher nicht ständig dummes Zeug!
     
    “ Waren nicht Sie diejenige die es Herrn Erdogan als Wahlkampf unterstellt hat?“
     
    Türkische Wahlkämpfe haben mich noch nie interessiert.
     
    „Man sieht anhand der Umfrageergebnisse, dass der Krieg eine postive Wirkung auf den Wahlkapft ausgestrahlt hat.“
     
    Die momentanen Prognosen sprechen aber eine ganz andere Sprache und nu?

  13. Man sieht anhand der Umfrageergebnisse, dass der Krieg eine postive Wirkung auf den Wahlkapft ausgestrahlt hat. Waren nicht Sie diejenige die es Herrn Erdogan als Wahlkampf unterstellt hat?

    Da Ich als BND-Agent keine geheimen Dokumente herausgeben darf, müssen Sie mir blind vertrauen. 🙂

    Quellenangabe? Welche Quelle ist denn für Sie glaubwürdig? Proisraelisch?

  14. Sie reden (übrigens ohne eine Quellenangabe) von Umfrageergebnissen nach dem Krieg, wie soll der beweisen, dass Israel wegen der Wahlen diesen Krieg geführt hat?  Das sind alles andere als Belege, sondern das basiert ausschließlich auf Ihren (gelinde gesagt) Vermutungen.
    Dass Olmert bald Geschichte ist, war schon lange vorher klar. Für Barack sieht es mehr als schlecht aus.

  15. Die Opferzahlen des Gaza-Krieges sind umstritten, nach Informationen der Vereinten Nationen wurden in Gaza über 1.300 Menschen getötet. In Deutschland verstärkten die Bilder der Totendie Kritik gegen die israelische Aktion. Jeder zweite Deutsche hält nach Angaben einer Forsa-Umfrage vom 14.1. 2009 Israel für ein „aggressives Land“ und 59 Prozent der Befragten meinen, der jüdische Staat verfolge seine Interessen ohne Rücksicht auf andere Länder.

    Die Israelis sehen das ganz anders. Bei einer Studie der Universität Tel Aviv drei Wochen vor den Wahlen bewerten 78 Prozent der Israelis die Militäroperation in Gaza als Erfolg und 82 Prozent meinen, die Armee habe nicht zu viel Gewalt in Gaza angewandt. Mehr noch: Der Krieg verbesserte das Image des amtierenden Premierministers Ehud Olmert und des Verteidigungsministers Ehud Barak. Jeder zweite Israeli hat seine Meinung über Olmert – der die politische Bühne bald verlässt – verbessert. Auch Barak verbesserte seine Umfragewerte: 43 Prozent der Befragten sehen ihn jetzt positiver als vor Beginn des Konflikts. So schneidet Baraks Arbeitspartei in der Umfrage ebenfalls besser ab. Bei der Sonntagsfrage (Welche Partei würden Sie wählen?) kommt sie in der Umfrage auf 16 Mandate (im 120-köpfigen Parlament), ein Drittel mehr als vor Kriegsbeginn. Außenministerin Tzipi Livni konnte ihre Beliebheit halten, während ihre Partei Kadima, in der Befragung mit 26 Mandaten knapp hinter dem rechtsnationalen Likud, der auf 28-29 Sitze kommt, landet. Jeder vierte Wähler ist noch unentschlossen.

    Reicht das aus um es belegt zu haben?

  16. Ich finde Liebermann ebenfalls extrem rassistisch und widerlich, aber solche Menschen kommen überall vor, auch gerade in der Politik: siehe NPD in Dtl., Le Pen in Frankreich etc..
     
    „Aber einen Krieg anzuzetteln für einen Wahlkampf, daß kann Ich nicht gutheißen und Sie sicherlich auch nicht.“
     
    Belegen Sie diesen Vorwurf! Ich höre!

  17. Liebe Cora,

    natürlich wird im Wahlkampf viel geredet. Was davon später umgesetzt wird, steht auf einem anderen Blatt. Das ist mir vollkommen klar.

    Nur ist dieser Herr mir ein bisschen zu heftig. Wenn an der Charta der Hamas kritisiert wird, darf man doch auch Kritik an einem Israelischen „Politker“ vorbringen. Für mich sind beide „PArteien“ rassistisch. Keine der beiden kann Ich etwas positives abgewinnen. Beide Parteien gäbe es nicht wenn die Völker friedlich miteinander Leben würden.

    Und hier kommt der Landraub ins Spiel. Das ist das Hauptproblem, der Rest ist die Folge von dem. Wenn man hier sich einigen könnte, dann könnte dort Frieden herrschen.  Es wird jedoch ständig Öl ins Feuer gegossen, so daß die Lage derart eskaliert ist.

    Aber einen Krieg anzuzetteln für einen Wahlkampf, daß kann Ich nicht gutheißen und Sie sicherlich auch nicht.

  18. Ach Serdal, es ist Wahlkampf – in Israel, Deutschland und der Türkei. Nehmen Sie doch nicht alles wortwörtlich. Sie leben doch schon lange genug hier (Deutschland) um zu wissen, dass in solchen Situationen das Gehirn schon mal ausgeschaltet wird und Politiker selten genug eines haben. Erinnern Sie sich noch an den unsäglichen Wahlkampf des hessischen Ministerpräsidenten, nach dem unsäglichen Überfall in der Münchner U-Bahn? Oder den Slogan. „Kinder statt Inder“ oder „Deutsche Leitkultur“ ? Zum Haareraufen und Weglaufen, nicht wahr? Später kam es dann doch alles wesentlich gemäßigter. Warum? Weil Deutschland ein Rechtsstaat ist und weder Herr Koch noch irgendein Politiker sich über das Grundgesetz hinwegsetzen kann. Ebensowenig kann das Herr Liebermann in Israel.
    Und genauso wie es hier „Mitbürger“ gibt, die am liebsten alle Ausländer, Menschen mit Migrationshintergrund … oder wie man es auch immer nennen möchte, rauswerfen wollen;  gibt es in der Türkei Leute, die in allem und jedem einen „Angriff auf das Türkentum“ sehen und diese einbuchten oder rauswerfen oder gar töten wollen. Und in Israel gibt es halt ebenfalls solche Idioten. Soviel zur „Intelligenz“ der Juden.
    Es menschelt 🙂

  19. Lieberman wünscht ein Israel ohne die ursprüngliche und einheimische Bevölkerung. Das erklärte Ziel seiner Partei ist es, die palästinensische Minderheit – etwa ein Viertel der Gesamtbevölkerung – aus Israel zu vertreiben und  Teile der besetzten Westbank und Ost-Jerusalems  mit grosser jüdischer Siedlerbevölkerung zu annektieren. Seltsam daran ist natürlich, dass Lieberman selbst  in einer entfernten Provinz der früheren UDSSR geboren wurde und nicht in Israel. Er  kam als Erwachsener nach Israel. Da er jüdisch war, bekam er nach dem israelischen Rückkehrgesetz sofort die israelische Staatsbürgerschaft. Aber es war für Lieberman als russisch sprechender und gerade dem Flugzeug entstiegener Immigrant offensichtlich noch nicht genug, dass er sofort die Rechte und Privilegien erhielt, die den im Lande geborenen Palästinensern und den  durch die Schaffung des Staates Israel 1948 Vertriebenen verweigert wurde. Die pure Präsenz einer einheimischen nichtjüdischen Bevölkerung in Israel war für ihn tatsächlich  nicht  annehmbar.

    Also wünscht er sich die Nicht-Juden weg – und sagt es unverhohlen. Es ist also weniger die von Lieberman vertretene Politik als sein offener Rassismus, der Israels Fürsprecher, besonders die Liberalen, beunruhigt. Denn die einzigen bedeutenden Unterschiede zwischen Lieberman und den anderen Mainstream-Politikern sind eher Fragen des Stils als des Inhaltes.
    Alle israelischen Politiker haben sich verpflichtet, Israels Jüdischkeit zu bewahren. Sie müssen dies tun – so ist das Gesetz. Als der Staat des jüdischen Volkes ist Israel das einzige Land in der Welt, das ausdrücklich behauptet, nicht der Staat all seiner jetzigen Bürger zu sein (der eine Million Nicht-Juden einschliesst). Von denen, die es tatsächlich (mit den besetzten Gebieten) beherrscht, sind  etwa die Hälfte palästinensische Araber. Der grösste Teil von Israels Land ist z.B. nicht im Besitz des israelischen Volkes, sondern des jüdischen Volkes, wo immer es lebt. Als Nicht-Juden ist es den palästinensischen Bürgern Israels verboten,  Staatsland zu erwerben, obwohl das Land ursprünglich palästinensisch ist. In ähnlicher Weise verbietet ein revidiertes Nationalitätengesetz palästinensischen Bürgern Israels Palästinenser aus den besetzten Gebieten zu heiraten und mit ihrem Ehepartner in Israel zu leben. Dieses Gesetz gilt aber nicht für jüdische Israelis, die einen jüdischen Siedler heiraten, der in den besetzten Gebieten lebt. Interessanterweise war ein ähnliches Gesetz in Südafrika auf dem Höhepunkt der Apartheid vorgeschlagen worden, doch wurde es vom Obersten Gerichtshof des Landes zurückgewiesen. Israels Nationalitätengesetz jedoch war von Israels Oberstem Gericht erst dieses Jahr gebilligt worden.

    Das einzige, was Avigdor Lieberman vom durchschnittlichen Politiker in Israel unterscheidet, ist seine Bereitschaft, Israels Vision von sich selbst zu einem  logischen Abschluss zu bringen. Statt die Nicht-Juden als Bürger zweiter oder dritter Klasse zu tolerieren, wünscht er sie alle zusammen ‚raus’. Das Problem ist also nicht, dass Lieberman rassistischer ist als andere israelische Politiker. Es ist vielmehr so, dass er schamlos äussert, was die meisten seiner Anhänger nicht laut zu sagen wagen.

  20. An Koshiro

    Könntest du genauer sagen,welche Elemente von welchen Kulturen die „jetzige“(-also ab Gründung des Staates Israel im Jahre 1949!)israelische Kultur „vereinigt“?(amerikanische,britische,spanische,nordafrikanische,deutsche,
    französische,polnische,südamerikanische,russische,tschechische,italienische,
    griechische,nordeuropäische,usw-ich hoffe,du kannst die Liste vervollständigen!)

  21. Wieso sollte es keine israelische Kultur geben? Weil in Israel Elemente verschiedener Kulturen vereinigt sind? Dann könnte es auch keine amerikanische, britische oder deutsche Kultur geben.

  22. An Fritz!
    Wenn du meinen Text genauer gelesen hättest,wäre es für dich ungemein einfach gewesen zu merken,dass ich von „jüdischer Kultur“ und nicht(!) von „israelischer Kultur“ spreche!Israelische Kultur gibt es nicht!Woher auch denn?Das einzige,was Israelis verbinden sollte ist die Religion-das ist das sie einigende Band,sie umfasst das gesamte Lebensspektrum eines gläubigen Juden,vom Leben bis zum Tod.Ich sagte bewusst „sollte“!Nicht alle Israelis sind aber Juden!Erst recht nicht gläubige Juden,lediglich Juden auf dem Papier!Das ist das Dilemma!Oder irre ich mich Fritz?Deine  „plakativ“ ausgewählten Menschen/Situationen solltest du nicht verallgemeinern!

  23. An dogan!

    Welche Israelische Kultur?
    Dass junge Leute im Bus sitzen und die alten stehen?
    Dass die Schuhe auf den Sitzen die Sitzbezüge beschmutzen?
    Dass der Unrat überall weggeworfen wird?
    Dass sich die Menschen oft nicht waschen und unangenehm riechen?
    Dass der Strand beim toten Meer total verschmutz  und für Touristen eine Zumutung ist ?
    Das beim toten Meer die Nächte im Zelt verbracht und am Strad gegrillt wird?

    Wenn all dies Israelische Kultur ist, dann kann man nur sagen „armes Israel“!

  24. Libermann will nicht die arabischen Juden ausbuergern, sondern die israelischen Araber, heutzutage auch als Palaestinenser bekannt.
    Grundsaetzlich hast du allerdings Recht: Libermann ist eher russisch als juedisch. Sein Nationalismus ist saekular, wie bei den Ur-Zionisten a la Herzl, mit dem grossen Unterschied, dass er kein Sozialist sondern ein Weltverschlechterer ist.

  25. Avigdor Liberman als die Schlüsselfigur in der israelischen Politik?Nach den arabischen Juden sind  demnächst die „schwarzen „Juden dran ,oder?Israel in die EU und NATO?Weiß Liberman,wo er sich befindet?Will er die europäischen Probleme unbedingt nach Israel verfrachten?Die sog.europäischen, osteuropäischen und nicht zu vergessen die „russischen Juden“ müssen endlich einsehen,dass sie sich im Orient und nicht irgendwo anders befinden.Falls es ihnen dort nicht gefällt,sie können wieder nach Europa und Russland auswandern,in diesen Kulturkreisen wären sie „herzlich willkommen“.Liberman go home,und vergesse bitte nicht „deine patriotischen Freunde aus Russland“mitzunehmen,damit ihr nicht die gesamte jüdische Kultur in Israel ausrottet.Israel,das hast du nicht verdient!

  26. Ich weiß nicht, ob es nicht ohnehin nur Show ist, oder ob hier Verblendung im Spiel ist: Aber kann jemand ernsthaft glauben, daß ein Staat, der wie von Liberman gefordert, ein fünftel seiner Bevölkerung wegen „Illoyalität“ ausbürgert, in der EU Mitglied wird? Glaubt der letzten Endes gar, daß diese – ein anderer Begriff fällt mir nicht ein – „ethnische Flurbereinigung“ Israel EU-tauglicher machen würde?

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