Ohne Hamas: Palästinensische Hilfe für Gaza

Der palästinensische Premierminister im Westjordanland, Salam Fajjad, will die Bevölkerung im Gazastreifen direkt beim Wiederaufbau unterstützen. Dabei soll die radikal-islamische Hamas umgangen werden…

Durch internationale Spenden will der palästinensische Premier mehrere Millionen Euro direkt an die Hilfsbedürftigen liefern, deren Häuser bei der israelischen Offensive im Gazastreifen beschädigt oder gar zerstört worden sind. Durch einen Vertrag könne das Geld direkt an die Banken im Gazastreifen gehen oder eben über Fajjads Regierung, berichtet die Tageszeitung „Ha´aretz“.

Fajjad sagte, er hoffe, dass die Banken am Donnerstag ein Memorandum unterzeichnen. Zudem wolle er mögliche Spender über das geplante Vorgehen informieren. „Es ist eine Umgehung von Verzögerungen“, sagte der Premier bezüglich seines Wiederaufbau-Plans ohne die Hamas. „Es gibt viele Menschen im Gazastreifen, die obdachlos und vertrieben sind. Aus diesem Grund müssen wir wirklich schnell handeln.“

„Projekt widerspricht palästinensischen Absichten“

Die Hamas beschuldigte nun Fajjad, er versuche den Wiederaufbau für politische Ziele missbrauchen. „Das ist ein Versuch, das Projekt des Wiederaufbaus in Gaza zu politisieren. Es widerspricht allen arabischen, internationalen und palästinensischen Absichten, dieses Projekt zu neutralisieren“, sagte ein Sprecher der Hamas, Fawsi Barhum.

Am Sonntag soll zwischen dem Fatah-Chef Mahmud Abbas und Fajjad ein Gespräch in Kairo stattfinden. Abbas sagte am Mittwoch, er werde an die Verhandlungen mit einem „offenen Herzen“ herangehen. Fajjad erarbeite momentan noch einen ausführlichen Spendenantrag, berichtet die Tageszeitung „Ha´aretz“. Dieser soll auf der Konferenz zum Wiederaufbau des Gazastreifens Anfang März in Ägypten veröffentlicht werden. An dem Treffen nehmen rund 80 Nationen und Organisationen teil.

Auch die US-Außenministerin Hilary Clinton will die Konferenz besuchen. „Ich werde nächste Woche nach Kairo zu der Konferenz fliegen, die von den Ägyptern gesponsert wird, damit wir den Menschen in Gaza humanitäre Hilfe leisten können.“

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25 Kommentare zu “Ohne Hamas: Palästinensische Hilfe für Gaza

  1. „Nicht ganz.“
    Ich habe doch eigens berechnet, wie’s aussieht. Selbst wenn der Gazastreifen auf Hungerniveau wäre, wäre die Westbank immer noch nicht wohlhabend. Rechnen Sie’s halt selber nach, wenn Sie mögen.

    „Ein positives Wachstum für das gesamte Gebiet der Palästinensischen Autonomie ist daher eine indirekte Angabe über einen Wirtschaftsboom in der Westbank.“
    Äh. Nein. Für einen „Boom“ müßten bei dem dortigen Bevölkerungswachstum schon ganz andere Zahlen vorhanden sein.

    „Der Tourismus ist aber eine wichtige und verdammt stabile Wirtschaftsbranche in der PA.“
    Das ändert nichts daran, daß die angebliche Entwicklung des Tourismus in einer einzigen Stadt eine vollkommen untaugliche Angabe für die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region ist. Das ist ungefähr so, als wenn Sie den Erfolg eines einzigen Autoherstellers zum Maßstab der gesamten deutschen Wirtschaft machen.

    „Und die 40% an der Börse waren kein Tagessprung, sondern ein mittel- bis langfristiger Trend“
    Wiederum: Nein. Gehen Sie einfach mal auf die Website der PSE und lassen Sie sich die Entwicklung langfristig darstellen. Der Al-Quds dümpelte jahrelang so vor sich her, schwoll im Verlaufe des Jahres 2005 gewaltig an, und stürzte dann schnell wieder auf wesentlich moderatere Niveaus ab, die eben nach oben und unten hin und wieder schwanken. Wenn Sie nach dem Index gehen, was wäre dann 2005 für ein Jahr für die palästinensische Wirtschaft gewesen! (~360% Wachstum.)

    „Aber mal ehrlich, hätten Sie die 40% erwartet? Ich nicht, niemals.“
    Wie schon erwähnt: Im Jahre 2005 ist der Index um 360% angewachsen. Wieso sollten mich da 40% verwundern? Es ist ein Aktienindex – und auch noch ein sehr kleiner und inhärent volatiler. Keine realwirtschaftliche Größe.

  2. „Und bitte keine Belehrungen darüber, daß man doch nicht auf die Westbank von den Gesamtzahlen schlußfolgern könnte. Die Westbank hat eine erheblich größere palästinensische Bevölkerung als der Gaza-Streifen.“
    Nicht ganz. Die Bevölkerung des Gazastreifens beträgt laut Wikipedia ca. 1,5 Mio. (nach israelischen Angaben „nur“ 1,1 Mio.) Menschen. Die Bevölkerung der Westbank pendelt laut derselben Quelle irgendwo zwischen 1,5 (israelische Angaben) und 2,3 Mio. (palästinensisches Zensus von 2007). Wenn es dem Gazastreifen wirtschaftlich äußerst schlecht geht, und das ist dank der Wirtschaftsblokade der Fall, reißt das die Angaben für die gesamte Palästinensische Autonomie ganz schön ein. Ein positives Wachstum für das gesamte Gebiet der Palästinensischen Autonomie ist daher eine indirekte Angabe über einen Wirtschaftsboom in der Westbank. Das bedeutet zwar bei Weitem nicht, dass die Palästinenser dort im Überfluss leben, aber das bedeutet zumindest, dass sich die Region seit der letzten „Intifada“ auf dem Weg der wirtschaftlichen Erholung befindet. Und sie würde sich noch schneller erholen, wenn die meisten Kontrollpunkte verschwinden würden, das ist klar.

    „Augenwischerei über Tageslöhne (nicht inflationsbereinigt), den Tourismus in einzelnen Städten oder ähnliches können Sie sich allerdings schenken.“
    Der Tourismus ist aber eine wichtige und verdammt stabile Wirtschaftsbranche in der PA. Ein Freund von mir, der in Ramalla ein Praktikum machte, sagte mir, dass die Wirtschaft Bethlehems (die praktisch komplett vom Tourismus abhängt) stabiler sei als die Jerusalems. Nur so zum Nachdenken.

    Und die 40% an der Börse waren kein Tagessprung, sondern ein mittel- bis langfristiger Trend, deswegen erregte er auch das Interesse der Financial Times, sonst hätten sie schon besseres zu tun, als über ein kleines und zudem besetztes Autonomiegebilde zu berichten anstatt der Orte, wo sich das große Geld bewegt.
    Aber mal ehrlich, hätten Sie die 40% erwartet? Ich nicht, niemals.

  3. Sie haben weder den Satz (den mit dem “aussuchen”) noch den dahinter stehenden Zusammenhang verstanden, stimmt’s?

    Nun lieber erklären Sie mir Herr Koshiro, welches Zweck verfolgen Sie mit ihren nervigen Kommentaren.  Was wollen Sie damit beweisen? Dass Sie kein Israelfreund sind, das haben schon alle verstanden, da brauchen Sie nicht mehr betonen. Mit ihrem vokabular der revolutionären Antikapitalisten und antikolonialistischen Rethorik nehemen Sie eindeutig die Partei für gewalttätige palästinensische Terroristen. Und das verstehe ich nicht.
    Sie erwarten, dass Israel den Arabern nachgibt und nichts dafür bekommt? Nur weil die Araber sich wie unmündige Kinder verhalten.
    Natürlich geht es den Arabern in den Autonomie Gebieten nicht gut. Keine Frage. Aber Gegenfrage: warum soll es ihnen besser gehen? Als die Belohnung für jahrelange Terror?
    Ja, hier gibt es Rabatte. Für die Rote Pappnasen für Sie.

  4. „Die Blödsinn mit Aushungern können Sie ruhig in ihrem Arbeitskreis “Fortschrittlichen Antiimperialisten” verbreiten.“
    Sie haben weder den Satz (den mit dem „aussuchen“) noch den dahinter stehenden Zusammenhang verstanden, stimmt’s? Wenn doch, erklären Sie’s mal.

  5. @Koshiro,

    Spielen Sie doch nicht den Ahnungslosen.
    Sie wissen genau, warum Israel eine Blockade über Gazastreifen verhängt.
    Die Blödsinn mit Aushungern können Sie ruhig in ihrem Arbeitskreis „Fortschrittlichen Antiimperialisten“ verbreiten.
    Hätte HamaSS die Angriffe auf israel eingestellt, die Vernichtung des Staates Israel aus seinem programm gestrichen, und sich mit der Existenz des jüdischen Staates abgefunden, hätten die Israelis keine Blockade verhängt.
    Die HamaSS hatte die Wahl. Sie hatte die Blockade gewählt.
    Sie Koshiro würden natürlich an Stelle von Israelis anders machen. Sie würden bestimmt die HamaSS mit Waffen und Munition beliefern und alle Grenzübergänge für Selbstmordattentäter offen lassen.
    Aber nicht alle sind so meschugge wie Sie, Herr Koshiro. Manche lieben Palästinenser, und manche lieben das Leben.

    P.S. Moofs, Bosche, Szkopen auch harmlos.

  6. Will uns Herr Koshiro vielelleicht einreden, dass die Palis im Wohlastand leben würden, wenn Sie von Israelische Armee nicht unter Kontrolle gehalten werden? Gibt es ein Beweis für diese Vermutung?
    Gibt’s eigentlich einen Rabatt auf Stroh, Hüte und Kleidungsfetzen, wenn man sich hier äußert?
    Hier wurde mittels schöner Bilder und aus dem Zusammenhang gerissener Einzelzahlen versucht, den Eindruck zu erwecken, es ginge den Leuten in den Autonomiegebieten gut. Die Zahlen zeigen, daß das keineswegs der Fall ist, jedenfalls, wenn man die überwiegende Mehrzahl der Palästinenser meint. So einfach ist das.

    Und bitte keine Belehrungen darüber, daß man doch nicht auf die Westbank von den Gesamtzahlen schlußfolgern könnte. Die Westbank hat eine erheblich größere palästinensische Bevölkerung als der Gaza-Streifen. Wenn Sie für den Gaza-Streifen hypothetisch das Niveau von Ruanda einsetzen, bleibt die Westbank immer noch auf dem von Marokko und erheblich hinter Syrien, Ägypten oder Jordanien. Da die Blockadepolitik Israels bis vor eineinhalb Jahren beide Gebiete gleichermaßen betraf und in derartigen Zeitspannen unter normalen Umständen keine derartigen Diskrepanzen entstehen, können Sie sich aussuchen, ob Israel entweder bewußt den Gaza-Streifen aushungert oder die Unterschiede nicht so gravierend sind, wie dieser hypothetische Vergleich impliziert.

    Wenn Sie allerdings genaue Zahlen, für Westbank und Gaza unterschieden, haben – immer her damit. Augenwischerei über Tageslöhne (nicht inflationsbereinigt), den Tourismus in einzelnen Städten oder ähnliches können Sie sich allerdings schenken. Zahlen, welche die Frage „wie viel Kaufkraft steht jedem Einwohner durchschnittlich zur Verfügung“ in Näherung beantworten, die sind etwas wert. (Wobei der Vergleich vom Blockadejahr 2007 zum nicht-Blockadejahr 2008 ohnehin nur bedingt aussagekräftig ist.)

    Und wenn Sie schon unbedingt eine Quelle mit 40% haben wollten, habe ich Ihnen eben diesen Artikel vorgeschlagen, geben Sie zu, die Zahlen sind schon erstaunlich.
    Ich weiß nicht, wie sehr Sie sich mit so etwas beschäftigen: Aber daß ein Aktienindex in kurzer Frist extrem steigt oder fällt, ist durchaus mal möglich, insbesondere wenn es sich a) um einen kleinen Index wie diesen handelt und es sich b) lediglich um eine Erholungsbewegung nach den jahrelangen Einbrüchen dreht, wie in diesem Fall.
    Aber daß die Wirtschaft eines Gebietes mit mehreren Millionen Einwohnern in Jahresfrist um 40% oder eine in der Größenordnung vergleichbare Zahl wächst, ist nicht möglich. Selbst bei extrem hohen ausländischen Subventionen in ein verarmtes Gebiet – und das Ende der Finanz- und Wirtschaftsblockade stellt solche dar – scheinbar nicht. Aus eigener Kraft schon gar nicht.
    Ein Aktienindex hängt mit der Realwirtschaft nur vom generellen Trend her zusammen – die Größenordnungen sind völlig andere.

    P.S.: Palis, Pakis, Japse, Itaker… alles harmlose Kurzformen. Oder?

  7. @Koshiro: Sie haben recht, zwischen dem Stand vom Mai 2008 und heute liegt sicher ein großer Unterschied, was Wirtschaftswachstum angeht, aber Sie werden mir hoffentlich zustimmen, dass es doch ganz eindeutig ein weltweiter Trend ist und wohl kaum speziell mit der Besatzung zusammenhängt. Es gibt natürlich auch einen Unterschied zwischen Aktienindex und Wirtschaftswachstum, doch hängen beide ziemlich klar zusammen. Einfach ausgedrückt: Geht der Kurs nach oben, steigt auch das Wachstum, fällt er ab, steigt es nicht mehr oder es gibt eine Rezession. Der Unterschied ist nur, dass sich der Aktienindex minutengenau nachverfolgen lässt, während beim Wirtschaftswachstum nur mittel- und langfristige Veränderungen sichtbar werden, es lässt sich nicht umsonst erst ca. ein halbes Jahr später feststellen.
    Dass ich die Aktienindexdaten angeführt habe, das hat damit zu tun, dass ich eben diesen Artikel parat hatte und Willow kann man es doch auch verzeihen, wenn er/sie, sofern er/sie ebendiesen überhaupt gelesen hatte und sich darauf beziehn wollte, fast ein Jahr später den Aktienindex mit dem Wirtschaftswachstum verwechselt, ohne die Details nachschauen zu können. Und wenn Sie schon unbedingt eine Quelle mit 40% haben wollten, habe ich Ihnen eben diesen Artikel vorgeschlagen, geben Sie zu, die Zahlen sind schon erstaunlich.

    Ich weiß zwar nicht, wo man die PA ansiedeln sollte, ob bei den Schwellenländern (3. Welt) oder darunter, aber ich kann Ihnen mitteilen, dass Israel im Jahr 2008 noch den Sprung in die 1. Welt verpasst hat (Ich werde jetzt nicht spekulieren, welche der Weltorganisationen diese Einteilung vornimmt). Da es aufgrund seines Wirtschaftssystems wohl kaum zur 2. Welt der planwirtschaftlich organisierten Staaten gehört, befindet sich Israel demnach auch in der 3. Welt der Schwellenländer. Gar nicht so weit von der Westbank also. 😉

    Ich meinerseits wollte nicht den Eindruck erwecken, in der Westbank habe ich blühende Landschaften gesehen. Ein Wirtschaftsboom ist aber ein Wirtschaftsboom und steht im ziemlichen Gegensatz zum allgemein verbreiteten Bild der dahin vegetierenden Palästinensern. Den meisten geht es immer noch ziemlich besch…, aber die Wirtschaft erholt sich langsam aber sicher, seitdem sich die Sicherheitslage nach der letzten „Intifada“ wieder gebessert hat. Genau das kann man über den Hamas-verwalteten Gazastreifen ja nicht sagen. Und wegen der unglaublichen Rezession dort (Stichwort Wirtschaftsblockade) kommt man beim „estimated“ (!) Wirtschaftsachstum für die gesamte PA für das Jahr 2008 auf eben 0,8%, wie willow richtig bemerkt hat.

  8. @Willow

    Sind sie sich wirklich sicher, daß in Jordanien und Ägypten der durchschnittliche Lebensstandard nicht deutlich geringer ist als in der Westbank?

    doch, doch, ist er geringer. Das war aber eine Fangbehauptung um zu gucken obunser Erbsenzähler das korrigieren wird. Er stürzt sich sonst wie ein besoffener auf jede Angabe um sie als Lüge zu trümphend zu überführen. So ist der Antikolonialist von Natur aus.
    Ich dachte, dass er gegen meine Behauptung sofort Anspruch erhebt, weil die Jordanier und Ägypter doch elendiger vegetieren als die Westbank Araber.
    Aber Sie, lieber Willow, haben mir diese Falle für den Erbsenzähler vermaselt.

  9. Asche auf mein Haupt, die konkrete Zahl „40% Wachstum“ habe ich tatsächlich nicht wiedergefunden. Aber auch sie sollten genauer sein, das von ihnen laut CIA Fact Book erwartete Wachstum von 0,8% betraft Westbank *und* Gazastreifen. Aber erstens geht es um *Erwartungen* zweitens ist das Wachstum in der Westbank *deutlich* stärker als im Gazastreifen.

    Wenn sie meinem Link gefolgt wären, hätten auch sie lesen können, wie stark der Wirtschaftsboom in der Westbank im letzten Jahr war.

    Nur zur Erinnerung: „die Löhne um fast 25% gestiegen sind, die Zahl der palästinensischen Arbeitsplätze in den Siedlungen um 10% (bis 13%) und die Arbeitserlaubnisse für Palästinenser in Israel ebenfalls um 10%. Die Geschäfte der Palästinenser gehen prächtig, Ramallah erlebt einen Boom, die Araber in Hebrons H1-Bereich ebenfalls. Der Handel zwischen Israel und der PA nahm um 35% zu, der Tourismus nach Bethlehem um 87%, der Import von Fahrzeugen in die PA um 953%, der Export von landwirtschaftlichen Produkten aus der PA nach Israel hat sich verdreifacht.“

    Allein der eine Punkt „der Import von Fahrzeugen in die PA (stieg) um 953%“ zeigt, daß der Aufschwung auch bei den Menschen ankommt.

    @Miroslav: Sind sie sich wirklich sicher, daß in Jordanien und Ägypten der durchschnittliche Lebensstandard nicht deutlich geringer ist als in der Westbank?

  10. In keinem mohammedanischen Land, das über keine ausreichende Erdöl- und Gasbodenschätze verfügt, gibt es so was wie der mit der ersten Welt vergleichbare Wohlstand. In Jordanien und Ägypten – also in den Nachbarländern von der Palästinensischen Autonomie Gebieten ist der durchschnittliche Lebenstandard ähnlich wie im Westbank.
    Die Mohammedaner, die über keine Bodenschätze verfügen leben elendig. Und das hat mit Zionismus nicht zu tun. Oder vielleicht herrschen die Zionisten über Jemen, Jordanien und Syrien?
    Will uns Herr Koshiro vielelleicht einreden, dass die Palis im Wohlastand leben würden, wenn Sie von Israelische Armee nicht unter Kontrolle gehalten werden? Gibt es ein Beweis für diese Vermutung?
    Vieleicht würden sie doch besser leben, aber auf Kosten von mir, Koshiro und anderen Steuerzahler.

  11. Wenn Sie allen Ernstes in unseren Zeiten glauben, die Schwankungen auf Aktienmärkten (Mai letzten Jahres btw… was jetzt noch davon übrig ist, weiß der Geier) seien gleichbedeutend mit realem Wirtschaftswachstum, dann ist das Ausmaß der hier herrschenden Unwissenheit noch gravierender, als ich bisher annehmen mußte.

    FYI: Relativ zuverlässige Basisdaten zu allen möglichen Themengebieten (aus einer Quelle, die des Antiisraelismus wohl unverdächtig sein dürfte), finden Sie im CIA World Factbook. Dieses weist für 2008 ein geschätztes Wirtschaftswachstum der palästinensischen Gebiete von 0,8% aus – und ein Bevölkerungswachstum von 2,225%. Wenn man da zwei und zwei zusammenzählt, weiß man, wie es mit dem „wachsenden Wohlstand“ aussieht.

    Aber das Wachstum ist weniger wichtig als die absoluten Zahlen – und was die angeht, befinden sich die „Autonomie“gebiete mit $2900 PPP pro Kopf in der Gesellschaft von Ländern wie Pakistan, Vietnam oder den Philippinen, also Schwellen- oder Beinahe-Schwellenländern. Und für die ist die Existenz kleiner Oberschichten mit den entsprechenden materiellen Gütern, die Sie in Ramallah beobachten durften, neben der Armut breiter Bevölkerungsschichten, nicht eben untypisch. Hier den Eindruck verbreiten zu wollen, der Wohlstand der Palästinenser sei doch quasi auf erste-Welt-Niveau und nehme kräftig zu, ist jedenfalls hanebüchener Schwachsinn. Und mit dieser Aussage habe ich, wie oben demonstriert, die kalten, unerbittlichen Zahlen auf meiner Seite.

  12. Vielleicht meinte willow das hier:
    http://www.ft.com/cms/s/0/26a1d988-2216-11dd-a50a-000077b07658.html?nclick_check=1
    Es gab noch einen kurzen zusammenfassenden Artikel auf sueddeutsche.de, aber die haben ihn mittlerweile offline genommen, der Text war jedenfalls:

    Überraschendes Börsenwunder
    Nicht in Dubai oder in anderen millionenschwere Metropolen am Persischen Golf – nein, ausgerechnet im palästinensischen Nablus boomt die Börse. Mit einem Wachstum von 40 Prozent liegt Nablus in der Region mit Abstand vorne.
    Wie die Financial Times berichtet, verzeichnet der Aktienindex anderer arabischer Staaten ein geringeres Wachstum als der Wertpapiermarkt in Palästina. Dies reflektiere die allmähliche Stabilisierung der wirtschaftlichen Entwicklung in der Region, vor allem im Westjordanland, das von den Krisen im Gazastreifen kaum berührt sei. Der palästinensische Börsenmarkt umfasst 35 Unternehmen und, neben vielen Risiken, auch einen großen Vorteil für ausländische Investoren: Es gibt keinerlei Beschränkungen für Käufer aus dem Ausland.
    Quelle war ursprünglich: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/865/175339/4/ Mittlerweile geht der Link bei mir nicht.
    Als ich in Ramalla war, war ich schon überrascht wegen der großen neuen Stadtteile mit feinen Gebäuden und modernen Firmen- und Bankenniederlassungen. Die Gebäude waren übrigens im Jerusalemer-Stein-Stil gebaut, eine Mode, die die Israelis und die Araber anscheinend verbindet.

  13. @willow
    um sich den komischen Typen vom Leib zu halten, geben Sie einfach zu, dass Sie sich mit dem 40% Wachstum verschätzt haben.
    Den Arabern im Westbank  geht es nach 1967  dreckiger als unter jordanischen Besatzung, die haben keine Schulen, keine Krankenhäuser, keine bewaffnete Polizei, keine Selbstverwaltung. Die sterben reihenweise am Hunger wie die Neger im Sahelgebiet, und an Cholera wie im Simbabwe. Sie verdürsten auch wg. Wassermangels.
    Seit der Intifada in den Westbank, können sie sich Araber auch nicht mehr freibewegen um nach Israel als Bauhilfsarbeiter oder Erntehelfer zu kommen. Die lokale Wirtschaft liegt am Boden, und schuld dafür ist immer der selber.
    Die Araber leben in der Ghetto und können nicht mal pinkeln gehen ohne dass ein israelischer Soldat dabei ist und zuguckt.

    Dagegen war die jordanische Besatzungregieme ein Paradis im Vergleich mit der menschenverachtenden zionistischen Okkupation des Westjordanland.

    Oder sehen Sie das anders Willow? Sie sollen doch objektiv sein. Sie sind doch kein Israeli, sie können sich um die Neutralität bemühen.
    Anders als Herr Koshiro.

  14. Ja, mit aus dem Zusammenhang gerissenen, kaum aussagekräftigen Einzelzahlen (die zum größeren Teil lediglich eine Erholungsbewegung nach den Sanktionen 2006-2007 darstellen) ablenken, kann jeder. Wo bleiben Ihre 40%?

  15. Die wirtschaftliche Lage in der „Westbank“ verbessert sich – dank Israels – derart, dass die Löhne um fast 25% gestiegen sind, die Zahl der palästinensischen Arbeitsplätze in den Siedlungen um 10% (bis 13%) und die Arbeitserlaubnisse für Palästinenser in Israel ebenfalls um 10%. Die Geschäfte der Palästinenser gehen prächtig, Ramallah erlebt einen Boom, die Araber in Hebrons H1-Bereich ebenfalls. Der Handel zwischen Israel und der PA nahm um 35% zu, der Tourismus nach Bethlehem um 87%, der Import von Fahrzeugen in die PA um 953%, der Export von landwirtschaftlichen Produkten aus der PA nach Israel hat sich verdreifacht. Nur im Gazastreifen geht’s bergab – seltsam, nicht?

    http://elderofziyon.blogspot.com/2008/12/so-why-is-west-bank-economy-booming.html

  16. „…immer diese Sprüche – wo bleibt ihr Beitrag?“
    Mein Beitrag war eine Frage. Ich warte noch auf die Antwort. (Die natürlich nicht kommen wird… selbst ein mäßig interessierter Laie weiß, daß es  nirgends 40% jährliches Wirtschaftswachstum gibt.)
    Mit Ihren schönen Bildern wollen Sie… was genau beweisen? Daß es mindestens ein Dutzend glückliche Kinder gibt, von denen wir durchaus glauben wollen, daß sie tatsächlich in der Westbank leben? Schön. Völlig irrelevant. Aber schön.

  17. @Koshiro
    Ich fürchte nur, es wird nicht klappen mit dem Einkaufen der öffentlichen Meinung in Gaza.

    dann freue Dich, wenn Du gut mit Deiner Vermutung liegst. 

    Man kann von der Hamas ja halten, was man will. Aber da haben sie den Nagel auf den Kopf getroffen.

    Nun Sportfreund, ich befürchte, dass Du hier falsch liegst. Die da haben sich den Nagel in den Kopf gehauen und sie jetzt ziemlich blöd aus der Wäsche gucken.
    Und die Palis werden in den Ruinen hocken.
    Mir und Dir soll das egal sein. Wir sitzen in den beheizten Wohnungen.

    Ich weiß nicht, ob ich das wirklich fragen sollte, aber Sie haben nicht zufällig einen Beleg für diese abenteuerliche Zahl?

    google ein bisserl, dann findest die Quelle. Für einen NahOst Experten ist das nicht so schwer. Hoffentlich bist Du Iwrit mächtig.

  18. „Ich fürchte nur, es wird nicht klappen mit dem Einkaufen der öffentlichen Meinung in Gaza.“

    Weil die Bevölkerung fest hinter Hamas steht!? *ROFL!* Beschäftige dich mal mit dem Kurs, den Fatah seit einiger Zeit (endlich?) im Westjordanland fährt – dort wurde in den letzten Jahren wirklich etwas erreicht, sowohl Stabilität und Sicherheit als auch, wirtschaftliche Entwicklung. Im letzten Jahr 40% Wirtschaftswachstum und eine spürbare Verbesserung der Lebensqualität.

  19. „Das ist ein Versuch, das Projekt des Wiederaufbaus in Gaza zu politisieren.“
    Man kann von der Hamas ja halten, was man will. Aber da haben sie den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich fürchte nur, es wird nicht klappen mit dem Einkaufen der öffentlichen Meinung in Gaza.

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