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Israel beschließt einseitige Waffenruhe: Hamas zögert

Israel hat am Samstag einseitig eine Waffenruhe angekündigt, die in der Nacht zum Sonntag um 02.00h in Kraft treten soll. Auch die Diplomaten in Kairo halten ein baldiges Ende des Waffengangs für möglich. Nur der Hamas fehlt noch ein Konzept, das es ihr erlaubt, das Gesicht zu wahren.

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In einem Kommentar am 15-01 meint das Westfalen-Blatt zur Hamas: „Die Bombenbastler, Hasspropheten und Verfechter der Hinrichtung am Kreuz haben verloren, sie wissen es nur noch nicht. Nichts wäre schlimmer für sie, als wenn Hanija wie zuletzt Saddam Hussein vor den Kameras der Welt aus seinem Versteck gezerrt würde. Israel könnte ein Interesse daran haben, den allerletzten Schritt nicht zu tun. Darauf setzen die Friedensvermittler…, denn lebend und gedemütigt ist er vermutlich wichtiger als tot und gefeiert.
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, der innerhalb weniger Tage zum zweiten Mal am Brennpunkt des Geschehens ist, redet nicht nur vor den Konferenzräumen einer »humanitären Waffenruhe« das Wort. Seine Vorschläge zum Grenzmanagement zwischen Gaza und Ägypten haben offenbar Eindruck gemacht. Wenn Israel jetzt das Feuer einstellt, hätten die Hamas-Führer Gelegenheit die sicheren Bunker zu verlassen und sich selbst ein Bild der ungeheuren Schäden zu machen. Das überzeugt mehr als alles andere.
Die Hamas-Exilregierung im sicheren Syrien will davon immer noch nichts wissen und vertritt, zumindest nach außen, weiter die harte Linie. Deren Endziel bleibt, unisono mit den Geldgebern in Teheran, die totale Vernichtung des Staates Israel. Hamas hofft, eine Feuerpause von lediglich einem Jahr aushandeln zu können. Wahrscheinlicher ist, dass Israels Forderungen durchdringen: Unbefristete Waffenruhe, Zerstörung aller Tunnel und strengste Vorkehrungen gegen die Wiederbewaffnung der Hamas auch auf längere Sicht.“

In Jedioth betont Alex Fischmann, dass nicht nur das israelische Artilleriefeuer die Hamas weich gemacht, sondern auch Ägypten. Die Hamas-Führung habe ihre traurige Lage eindrücklich begriffen und fast alle ihre Forderungen zurückgezogen hat. Sie kämpfe jetzt um die Ehre.

Streitpunkte und Positionen Hamas Israel
Feuerpause Auf ein Jahr begrenzt Unbegrenzt
Bewachung der Südgrenze des Gazastreifens
(Grenzlinie zu Ägypten, sog. Philadelphi-Schneise)
Ägyptische Überwachung
in Zusammenarbeit mit
internationalen Stellen.Am Übergang in Rafiah sollen Hamas-Leute kontrollieren unter Anwesenheit von PLO-Vertretern
Internationale Anwesenheit.Am Übergang in Rafiah sollen PLO-Leute kontrollieren mit israelischer nachrichtendienstlicher Unterstützung
Abzug israelischer Truppen aus Gaza Vorbedingung.Alle 6 Grenzübergänge sollen sofort geöffnet werden. Nach beiderseitigem in Kraft treten der Waffenruhe.Öffnung der Übergänge erst nach Unterzeichnung einer entsprechenden Waffenruhe und der Aufnahme der Verhandlungen über Gilad Shalit.

Jacky Hugi und Amit Cohen analysieren in M’ariw, der Abgrund zwischen der Hamas und Ägypten sei nicht mehr so tief. verheilt. Die beiden seien zu einer Beziehung zurückgekehrt, „in der die fürsorgliche Mutter ihre Tochter beschützt, obwohl diese vom rechten Weg abgekommen ist“. Was die Position der Hamas in der palästinensischen Bevölkerung betrifft, sind beide pessimistisch: „Die palästinensische Öffentlichkeit wird sich letztendlich an das erinnern, was die Hamas erreicht hat, nicht an die Dinge, die sie eingebüßt hat“. Dies wird auch den Stand der PLO weiterhin erschweren, die in den Augen der Bevölkerung weit weniger Errungenschaften vorzuweisen hat.