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Es gibt nichts Trügerischeres: Die Euphorie in den Zeiten des Krieges

Nachum Barnea meint in Jedioth es sei nun der Moment gekommen, zu sagen: „es ist genug“, denn es gibt nichts Trügerisches als Euphorie in Kriegszeiten: „Ob es nun eine Feuerpause geben wird oder nicht – die getöteten Hamas-Kämpfer werden durch andere ersetzt werden, und anstelle der zerstörten Waffenlager werden neue gebaut…

Der Schlüssel zum Erfolg der Aktion liegt darin, den Waffen und Munitionsschmuggel aus Ägypten zu verhindern. Wenn zu dieser Frage, mit internationaler Unterstützung und der Zusammenarbeit mit Ägypten, ein Erfolg erzielt werden kann, wird die Hamas einen großen Teil ihres destruktiven Potenzials verlieren.
Die Regierung darf sich jetzt auf keinen Fall verstricken. Die nächsten zwei Tage sind kritisch. Eine Feuerpause, die letzten Mittwoch zurecht abgelehnt wurde, wird nach der ersten Phase der Bodenaktion richtiger erscheinen. Die Regierung sollte auf ihre eigenen, pessimistischen Prognosen der ersten Tage der Aktion hören, nicht auf die Euphorie der letzten. Es gibt nichts Trügerisches als Euphorie in Kriegszeiten.

Ebenfalls in Jedioth beschreibt Eitan Haber das Dilemma
„Wann verlässt man Gaza wieder?“

ZaHaL hat zwar den größten Teil des Gazastreifens eingekreist, ist jedoch noch nicht so in die Kampfhandlungen eingetreten, dass die Hamas wirklich ihre Nester verlassen muss und tatsächlich vernichtet werden kann. Den erforderlichen Eindruck hat die Aktion aber schon gemacht. Bei der Hamas, auch bei den Palästinensern, den arabischen Staaten und der Internationalen Gemeinschaft – vielleicht auch bei uns, den Israelis: Alle sind über die Kraft, die wir demonstriert haben, erschrocken. Die israelische Abschreckungskraft ist wieder hergestellt, und schon allein das war ja eines der wichtigen Ziele dieser Aktion. Heute Morgen, vor den engen Gassen Gazas, stehen Olmert, Barak und Livni vor der Frage: „Was tun wir jetzt“?

Ofer Shelach, ebenfalls Jedioth, beschreibt zwei Möglichkeiten: Barak tritt demnach für eine erneuerte, diesmal aber für Israel viel bessere Feuerpause ein, wobei Israels Abschreckungspotential wieder hergestellt ist. Livni hingegen scheint weiterreichende Ziele zu verfolgen und würde wohl auch vor einer erneuten Einnahme des Gazastreifens nicht zurückschrecken. Wo Olmert steht, weiß niemand so recht zu sagen.