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Berlin: Antiisraelische Tiraden auf Israel-Solidaritätsdemo

Für einen ausgewachsenen Eklat auf der Berliner Solidaritätskundgebung sorgte die Fraktionsvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, Franziska Eichstädt-Bohlig…

Von Holger Raak

Im Vorfeld der Kundgebung war ich sehr überrascht, als ich die Rednerliste las. Ich hatte meine Zweifel, ob Frau Eichstädt-Bohlig da auf der richtigen Veranstaltung sei – sagte mir, aber: Gut, wenn sie ihre Solidarität mit den Menschen in Israel erklären möchte, dann soll mir das Recht sein. Nur dann kamen die schlimmsten Ausfälle nicht etwa von den paar Dutzend Gegendemonstanten am Rande der Kundgebung. Nein, sie kamen direkt von der Bühne, auf Einladung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin….aus dem Munde von Frau Eichstädt-Bohlig. Mit ihrer Rede hätte sie problemlos einen Tag früher auf der Pro-Hamas-Demo der Palästinenser auftreten können.

Frau Eichstädt-Bohlig ging zunächst erstmal jedes Feingefühl für die Situation verloren – es war eine Solidaritätskundgebung FÜR Israel. Wem wollte sie mit ihrer mysteriösen Aussage: „…das beeinhaltet aber auch, es muss ein dauerhaftes Existenzrecht für die Palästinenser geben. …“ erreichen. Denn das wird von niemanden in Frage gestellt. In Israel spricht den Palästinensern niemand das Existenzrecht ab oder will sie „ins Meer treiben“. Weiter meinte sie: „…(Israel) muss sich fragen lassen, ob das Ziel der Unterbindung der Raketenangriffe und des Waffenschmuggels nicht doch auch mit weniger brutalen militärischen Mitteln erreichbar ist!…“ . Warum haben sie diese Frage nicht genau andersrum – an die Hamas – gestellt, Frau Eichstädt-Bohlig? Und wenn sie Israel jetzt schon den moralischen „Sieg“ absprechen, dann drücken sie damit auch aus, dass Israel kein moralisches Recht hatte, gegen die Angriffe der Hamas vorzugehen und seine Bürger zu schützen. Hier bediente die grüne Rednerin den klassischen antisemitschen Stereotyp vom „amoralischen, blutrünstigen und brutalen“ israelischen (jüdischen) Soldaten.

Natürlich verlor sie keine Silbe darüber, dass trotz der Terroranschläge Israel seit Jahren und auch aktuell in diesem Konflikt nicht nur umfangreiche humanitäre Hilfe in den Gazastreifen schickt, sondern dass Menschen aus dem Gazastreifen auch immer wieder zu notwendigen Behandlungen in israelische Krankenhäuser gehen können – denn solche profanen Tatsachen würden ja das hübsche Zerrbild stören, dass sich Frau Eichstädt-Bohlig zurecht gelegt hat. Und wenn die Hamas-„Kämpfer“ dann so extreme Feiglinge sind, dass sie sich unter der Zivilbevölkerung verstecken, ist das moralisch verwerflich für jene und nicht für die israelischen Soldaten.

Es war immer nur zu hören, dass Israel „muss“ und „soll“, aber die Palästinenser dagegen „dürfen“ und „sollten“. Frau Eichstädt-Bohlig hätte dann auch mal sagen sollen, wie man mit der Hamas verhandeln soll, wenn diese nicht will bzw. Abkommen mit Füssen tritt. Was bewundernswert war, ist ihr Durchhaltevermögen: Denn so eine Rede bis zum Ende unter andauernden „Buh“-Rufen und Pfeifkonzerten durchzuhalten – das schafft nicht jeder.

Frau Eichstädt-Bohlig sollte eigentlich wissen, dass nicht Israel den Waffenstillstand, der schon vorher von der Hamas laufend gebrochen wurde, Ende Dezember aufgekündigt hat, sondern die Hamas sich diesen Luxus gönnte. Es waren israelische Zivilisten, die unter dem jahrelang andauernden Beschuss mit „selbstgebastelten“ (wie Karin Storch, ZDF/Heute-Korrespondentin in Israel so absurd verniedlichend mitzuteilen wußte) Raketen zu leiden haben. Israel hat wiederholt die Hamas aufgefordert, diesen Beschuss zu unterlassen, sonst würde der Staat Israel zum Schutz seiner Bürger gezwungen sein, mit militärischen Mitteln zu antworten. Und es ist die Hamas, die sicher auf Weisung Irans, sich allen Waffenstillstandsverhandlungen widersetzt. Aber all das hat Frau Eichstädt-Bohlig nicht mitbekommen, denn nur so ist zu erklären, dass sie aus „tiefer Freundschaft“ zu Israel nicht lautstark gegen die terroristische Hamas protestiert hat, sondern so wie sie es am Sonntag in einer völlig realitätsfernen Art und Weise gegen Israel getan hat.

Als diese Rednerin fertig war, meinte dann noch die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Lala Süßkind, man müsse ihr das Recht zur freien Meinungsäußerung lassen. Ja, sicher hat sie das Recht, aber die Teilnehmer der Kundgebung haben das Recht auch, und sie haben reichlich davon Gebrauch gemacht. Eine solche Belehrung hat niemand der Teilnehmer nötig! Vielleicht sollte sich die Gemeinde in Zukunft, wenn sie sich an die Initiative einer solchen Aktion anschließt, mit den Initiatoren im Interesse der Sache besser abstimmen, denn diese hätten von vornherein Frau Eichstädt-Bohlig nicht dabei haben wollen.

Die Rede als mp3
Solidaritätskundgebungen mit Israel: Tausende demonstrierten in Deutschland für Israel

(c) Audio: Juri Eber (Agentur Ahron)