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    <title>hagalil.com - rundschau</title>
    <link>http://www.hagalil.com/01/de/</link>
    <description>Meinungen, bunt gemischt</description>
    <language>en-us</language>           
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    <category>Weblog</category>
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      <title>hagalil.com - rundschau</title>
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 <title>Augenzeugen gesucht: Wer kannte Josef Weiss, den &quot;Judenältesten von Bergen-Belsen&quot;?</title>
 <link>http://www.hagalil.com/01/de/index.php?itemid=2489</link>
<description><![CDATA[Der deutsche Regionalhistoriker Hans-Dieter Arntz aus Euskirchen (Rheinland) verfasst zurzeit ein Buch über Josef Weiss (geb.1893 in Flamersheim, gest. 1976 in Jerusalem). Trotz seiner zwei Publikationen über diese jüdische Persönlichkeit werden immer noch weitere Augenzeugen gesucht, die zuerst in Westerbork/Niederlande und dann im "Sternlager" von Bergen-Belsen waren...Der aus Deutschland stammende, später zu den holländischen Juden zählende "Judenälteste von Bergen-Belsen" hat trotz seiner damaligen Funktion bis heute seinen guten Ruf behalten. Bis Dezember 1944 war er Stellvertreter von Albala, dann aber im "Sternlager" der eigentliche "Judenälteste", wie er auch bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Weiss">Wikipedia</a> dargestellt wird. <br />
<br />
Besonders folgende Beiträge von Hans-Dieter Arntz sind inzwischen online auf seiner Website zu lesen:<br />
<a href="http://www.hans-dieter-arntz.de/josef_weiss_holocaust.html">Josef Weiss, ein Held in der Zeit des Holocaust (2008)</a>  <br />
<a href="http://www.hans-dieter-arntz.de/juppweiss2.html">Jupp Weiss aus Flamersheim, der Judenälteste von Bergen-Belsen</a><br />
<br />
Gesucht werden besonders Augenzeugen, die etwa den Jahrgängen 1928 bis 1938/39 angehören und die eventuell im "Kinderhaus" (oder Waisenhaus) des "Sternlagers von Bergen-Belsen waren. <br />
Auch die Bekanntschaft des Rabbiners BIRNBAUM - einst Holland, nach dem 2. Weltkrieg in Israel - könnte ein wichtiger Anhaltspunkt sein. Über dieses Kinderhaus und den dort noch 1945 gefeierten SEDERABEND hat Hans-Dieter Arntz schon in deutscher und englischer Sprache einiges publiziert.<br />
<br />
<a href="http://www.hans-dieter-arntz.de/seder_english.html">Seder 1945 in the KZ Bergen-Belsen: The Jewish Elder Joseph („Jupp“) Weiss and the Children of the „Kinderhaus“</a>  <br />
<br />
Der Autor, der seit 30 Jahren ehrenamtlich die deutsch-jüdische Geschichte aufarbeitet und bereits mehrfach für seine Aktivitäten geehrt wurde, bittet um Kontaktaufnahme unter:<br />
Hans-Dieter Arntz<br />
Tel. 02251/61900<br />
hans-dieter-arntz(at)gmx.de <br />
<a href="http://www.hans-dieter-arntz.de">www.hans-dieter-arntz.de</a>]]></description>
 <category>Allgemein</category>
<comments>http://www.hagalil.com/01/de/index.php?itemid=2489</comments>
 <pubDate>Tue, 1 Jul 2008 11:48:23 +0200</pubDate>
</item><item>
 <title>Gefährliche Nachbarschaft? Juden und Muslime in Frankreich</title>
 <link>http://www.hagalil.com/01/de/index.php?itemid=2449</link>
<description><![CDATA[Vortrag von Danny Leder (Paris) an der Universität Bonn, Donnerstag, 26.06.2008, 19 Uhr...Unter den zahlreichen, potentiellen Nebenschauplätzen des israelisch-arabischen Konflikts ist, zumindest in Europa, Frankreich das heikelste Terrain. Das hat kaum mit der Einstellung der französischen Mehrheitsbevölkerung zutun, sondern ist vielmehr das Ergebnis des Zusammentreffens von kolonialhistorisch bedingten, gewichtigen ethnisch-religiösen Spannungsfaktoren und einer seit über zwanzig Jahren andauernden sozialen Krise. <br />
<br />
So zählt kein anderes Land in Europa derartig viele Moslems (annähernd fünf Millionen) und Juden (rund 600.000). Beide Bevölkerungsgruppen stammen mehrheitlich aus Frankreichs Ex-Kolonien im Maghreb, dem arabischen Nordwestafrika, und leben teilweise heute noch, Tür an Tür, in jenen städtischen Randzonen, die am stärksten unter sozialer Zerrütung leiden.    <br />
      <br />
In diesem Kontext kam es in Frankreich zu den meisten antijüdischen Vorfällen, die in Europa, ab 2000, parallel zur zweiten palästinensischen Intifada, registriert wurden.  Der überwiegende Teil der Übergriffe gegen Juden wurde von Jugendlichen aus moslemischen Einwandererfamilien aus Nord- und Schwarzafrika verübt und ereignete sich in einer Grauzone zwischen emotionaler Strahlwirkung des Nahost-Konflikts, radikal-islamischer Propaganda,  archaischer, aus dem Maghreb herrührender Stigmatisierung der Juden, familiärer Verwahrlosung sowie genereller Jugendgewalt in sozialen Krisenzonen. <br />
<br />
Nach einer anfänglichen Phase des Zögerns und der Hilflosigkeit reagierten Frankreichs Staatsführung und Behörden besonders energisch auf antijüdische Übergriffe, woraufhin 2005 ein Rückgang dieser Vorfälle verzeichnet wurde.<br />
<br />
Diese ansatzweise Entspannung wurde aber 2006 durch eine unglaublich grausame Tat jäh unterbrochen, die sich genau an der Schnittstelle zwischen brachialster Jugendkriminalität und antijüdischem Ressentiment ereignete: die dreiwöchige Entführung und qualvolle Ermordung eines jungen Juden, Ilan Halimi, durch eine Pariser Vorstadtbande. Rahmenbedingungen und Tathergang dieses Verbrechens signalisierten die Verfestigung bei einem Teil der franko-arabischen, franko-afrikanischen und franko-karibischen Vorstadtjugend einer gefährlich-geläufigen anti-jüdischen "Weltanschauung". <br />
<br />
Der Prozess gegen die mutmaßlichen Täter im Fall Halimi steht in diesem Herbst bzw. Winter 2008 bevor. <br />
<br />
<i>Danny Leder ist seit 27 Jahren in Paris als Publizist und Frankreich-Korrespondent der österreichischen Tageszeitung "KURIER" tätig. Er veröffentlichte diverse Reportagen und Essais in deutschsprachigen Medien, u.a. im Feuilleton der "Süddeutschen Zeitung", über das Verhältnis zwischen Juden und Moslems in den Maghreb-Staaten und in Frankreich. <br />
<br />
Anfragen für weitere Vorträge zu diesem Thema unter:<br />
danny.leder(at)kurier.at</i><br />
<br />
<b>Termin: Donnerstag 26.06.2008, 19 Uhr<br />
Ort: Universität Bonn, Englisches Seminar, Hörsaal 17</b><br />
Veranstaltet vom AStA – Referat für politische Bildung, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bonn und dem Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn.<br />
Moderation: Prof. Tilman Mayer (Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie).]]></description>
 <category>Veranstaltungen</category>
<comments>http://www.hagalil.com/01/de/index.php?itemid=2449</comments>
 <pubDate>Mon, 23 Jun 2008 20:09:52 +0200</pubDate>
</item><item>
 <title>Leipzig: Namensgebung &quot;Ephraim-Carlebach-Haus&quot;</title>
 <link>http://www.hagalil.com/01/de/index.php?itemid=2447</link>
<description><![CDATA[Der Freistaat Sachsen hat sich auf Anfrage und Bitte der Vorsitzenden des Verbandes ehemaliger Leipziger in Israel dafür ausgesprochen, dem Gebäude in der Leipziger Gustav-Adolf-Straße 7, heute die Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig, den Namen "Ephraim-Carlebach-Haus" zu verleihen...Die von Ephraim Carlebach 1912 unter der Aufsicht des sächsischen Volksbildungsministeriums und des Leipziger Schulamtes gegründete "Höhere Israelitische Schule", eine allgemein bildende, konfessionsgebundene Schule, bezog nach der Einweihung des Gebäudes am 25.06.1913 die Räumlichkeiten.<br />
Bis zum Jahr 1933 entwickelte sich die Lehranstalt zu einem der größten pädagogisch profilierten, jüdischen Schulwerke Deutschlands, das etwa ein Drittel der Leipziger jüdischen Schüler besuchte. Wegen der antisemitischen Diskriminierung jüdischer Schüler in städtischen Schulen wuchs die Zahl der Schüler bis 1938 stetig an.<br />
<br />
Carlebach, der die Schule als Direktor leitete, wurde am 16.11.1934 aus dem Amt gedrängt. In einem schulinternen  Festakt wurde er schließlich am 24.03.1935 verabschiedet. Um seine Verdienste zu ehren, erhielt die Höhere Israelitische Schule den Beinamen Ephraim-Carlebach-Schule.<br />
Ephraim Carlebach wanderte im Frühjahr 1936 - bereits schwer krank - nach Palästina aus und starb im Oktober 1936 in Ramat Gan.<br />
<br />
Ab 1933 wurde die Schule zur »Jüdischen Schule« und ab 1939 wurde das Gebäude zum so genannten "Judenhaus", in dem jüdische Familien untergebracht waren.<br />
<br />
Seit 1954 ist hier die <a href="http://www.dzb.de/">Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig [DZB]</a> untergebracht. Bereits 1894 gegründet, ist sie Deutschlands älteste öffentliche Bücherei für blinde und sehbehinderte Menschen.<br />
<br />
Anlässlich des 95. Jahrestages der Grundsteinlegung am 25. Juni 2008 würdigen der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen in einer Eröffnungsrede und Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung in einem Grußwort die feierliche Namensgebung und deren Bedeutung für die jüdische Geschichte des Hauses.  <br />
<br />
<i>Die Festveranstaltung findet am 25.06.2008, 10–11 Uhr, in der DZB statt.</i>]]></description>
 <category>Allgemein</category>
<comments>http://www.hagalil.com/01/de/index.php?itemid=2447</comments>
 <pubDate>Mon, 23 Jun 2008 08:33:10 +0200</pubDate>
</item><item>
 <title>Jüdisches Museum München: &quot;Ein gewisses jüdisches Etwas&quot;</title>
 <link>http://www.hagalil.com/01/de/index.php?itemid=2426</link>
<description><![CDATA[Beteiligen Sie sich mit Ihrem persönlichen Beitrag an dieser ungewöhnlichen Ausstellung im Jüdischen Museum München...Am 22. Juni 2008 findet in den Räumen des Jüdischen Museums München eine ganz besondere Publikumsveranstaltung statt.<br />
<br />
Das Jüdische Museum möchte zu einem ungewöhnlichen Tag einladen. Wir möchten Menschen unterschiedlicher Herkunft anregen, sich mit unerwartet Jüdischem ausserhalb der gewohnten Schienen zu befassen; wir möchten ein Erlebnis vermitteln, das jüdische Klischees nicht unhinterfragt lässt und Begegnungen rund um überraschende Gegenstände ermöglicht. Wir laden Sie ein, Ihre persönlichen Geschichten, in denen etwas Jüdisches irgendeine Rolle spielt, zu erzählen.<br />
<br />
Unsere Veranstaltung heisst "Ein gewisses jüdisches Etwas" und meint dies wörtlich: Wir laden herzlich ein, einen persönlichen Gegenstand, mit dem sich irgendetwas Jüdisches verbindet, irgendeine Geschichte, die einen jüdischen Aspekt hat, ins Museum zu bringen. Und die Geschichte, auf einem A4-Blatt aufgeschrieben, gleich dazu. Da gibt es Naheliegendes und Unerwartetes, Traditionelles und Überraschendes – wir freuen uns auf was immer da kommen mag, auf jede Art von Objekt und von Geschichten, die sich für jemanden darum ranken. <br />
<br />
Wir sammeln die Objekte am Sonntag von 10:00 bis 14:00 Uhr und stellen sie anschliessend drei Monate lang aus. Jeder Teilnehmer wird zusammen mit seinem Mitbringsel fotografiert und in einer Dokumentation festgehalten. Im Rahmen eines Forums wird am Sonntagnachmittag von 15:00 bis 16:00 Uhr Gelegenheit geboten, einander die persönlichen Geschichten hinter den Dingen zu erzählen. Anschliessend soll den zusammengekommenen Gegenständen ein interessanter Rahmen verliehen werden. Wir laden dazu jüdische wie nicht jüdische Persönlichkeiten ein, zunächst in Führungen (16:00 bis 18:00 Uhr) durch die neuenstandene Ausstellung sowie in einem Podiumsgespräch ab 18:00 Uhr ihre Reflexionen zu den ausgestellten Gegenständen mit uns zu teilen.<br />
<br />
Nicht lange nach der Veranstaltung wird jeder Leihgeber eine Dokumentation mit Text und Bild in gebundener Form bekommen, in welcher diese außergewöhnliche Ausstellung aufbewahrt bleiben wird.<br />
<br />
Es würde uns freuen, wenn Sie ein gewisses jüdisches Etwas, irgendein Dingsda, am 22. Juni 2008 mitbringen wollten. Wir sind gespannt. Ist Ihnen schon etwas in den Sinn gekommen? Wenn ja, würden wir uns in den nächsten Wochen über eine kurze Nachricht per Mail, per Post oder am Telefon freuen. Das wird uns die Vorbereitung erleichtern. <br />
<br />
<i>Mit Dank für Ihr Interesse grüssen herzlich das Team des Jüdischen Museum München</i><br />
<br />
<a href="http://www.juedisches-museum-muenchen.de">Jüdisches Museum München</a><br />
„Ein gewisses jüdisches Etwas“<br />
St.-Jakobs-Platz 20<br />
80331 München<br />
Tel.: +49-89-233-20643<br />
Fax.:+49-89-989-20643<br />
tatjana.neef(at)muenchen.de]]></description>
 <category>Allgemein</category>
<comments>http://www.hagalil.com/01/de/index.php?itemid=2426</comments>
 <pubDate>Wed, 18 Jun 2008 08:42:28 +0200</pubDate>
</item><item>
 <title>Yehudit Saportas: The Laboratory</title>
 <link>http://www.hagalil.com/01/de/index.php?itemid=2374</link>
<description><![CDATA[Eine Ausstellung des Kunstvereins Braunschweig, 7. Juni - 10. August 2008...<br />
 <br />
Die israelische Künstlerin Yehudit Sasportas gehört zu den international bedeutendsten Künstlerinnen ihrer Generation, wurde mehrfach für ihre Arbeit ausgezeichnet und nahm weltweit an zahlreichen Gruppenausstellungen teil. Unter anderem gestaltete sie 2007 den israelischen Pavillon auf der Venedig Biennale 2007. <br />
 <br />
Ihre großformatigen, mit schwarzer Tusche gezeichneten Bilder zeigen utopische Naturlandschaften, die die Künstlerin aus ihrem »Archiv des Unterbewussten« entstehen lässt. Das vermeintliche Idyll in Schwarz-Weiß entpuppt sich auf den zweiten Blick als apokalyptische Landschaft. Es sind gespenstisch-bizarre Naturkulissen, Ruinen einer nunmehr symbolischen Idylle und Ausdruck einer tiefen Entfremdung. Alles an ihnen erscheint hybrid und voller Widersprüche: Sie sind zugleich düster und licht, zart und schwer, idyllisch-utopisch und bedrohlich- unheimlich. Auch die Orientierung versagt. Doppelungen, Spiegelungen und die Simultanität verschiedener Perspektiven lassen den Fokus oszillieren. Künstlich arrangierte Stillleben, Projektionen von Fotografien oder visualisierte Geräusche fließen in die Bilder mit ein und spiegeln weniger das Abbild der Realität als vielmehr facettenreiche mentale Landschaften.<br />
 <br />
Yehudit Saportas gelingt es in ihren Arbeiten in unterschiedlichster Weise, die Spannung zwischen Innen und Außen, zwischen Zweidimensionalität und Dreidimensionalität aufzubauen, einzufangen und aufzulösen. Zu ihren Werken gehören vor allem Zeichnungen, die sie als Projektionsfläche für Landschaften verwendet, die zwischen Natürlichkeit und konstruierter Künstlichkeit changieren. Malerei, Skulptur und Video unterstützen die Formfindungen auf diesem Weg. Neben den Zeichnungen bilden installative Arbeiten die  zweite große Werkgruppe. Die Forschung in Architektur und Raum und die Verschmelzung verschiedener Materialien und Herangehensweisen führt zu der Vielschichtigkeit der Werke von Yehudit Sasportas.<br />
<br />
Der Kunstverein Braunschweig zeigt ab dem 7. Juni ihre Ausstellung "The Laboratory". Der Ausstellungstitel unterstreicht den experimentellen Charakter der Ausstellung und verweist zugleicht darauf, dass Sasportas dem Betrachter Einblick gewährt in ihre eigene Denk- und Schaffensprozesse. <br />
<br />
<a href="http://www.hagalil.com/01/de/media/1/20080605-sasportas.jpg">null</a><br />
Yehudit Sasportas: Chaos fulfils it's desire, 2008<br />
3 Kreisgravuren, Tusche auf kompr. Papier auf MDF kaschiert, 200 x 300 cm <br />
courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin, Photo: Uwe Walter<br />
<br />
<a href="http://www.hagalil.com/01/de/media/1/20080605-sasportas1.jpg">null</a><br />
Yehudit Sasportas: Corefire and laughter, 2008<br />
3 Kreisgravuren, Tusche auf kompr. Papier auf MDF kaschiert, 200 x 300 cm <br />
courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin, Photo: Uwe Walter<br />
 <br />
<i>Yehudit Sasportas: The Laboratory<br />
7. Juni bis 10. August 2008<br />
Eröffnung Freitag, 6. Juni 2008, 19 Uhr<br />
<br />
Künstlervortrag, von Yehudit Sasportas<br />
(in englischer Sprache), Haus Salve Hospes<br />
Donnerstag, 10. Juli 2008, 19 Uhr<br />
<br />
Haus Salve Hospes<br />
Lessingplatz 12<br />
38100 Braunschweig<br />
Tel. 0531 - 49556<br />
Fax. 0531 - 124737</i><br />
<br />
Zur Ausstellung erscheint im Prestel Verlag ein Katalog (dt./eng.):<br />
<br />
Hilke Wagner und Mark Gisbourne:<br />
<a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3791341162/buchundjudenhaga">Yehudit Sasportas<br />
The Laboratory - Labor der Lichtung</a><br />
96 Seiten mit 70 Abbildung<br />
Klappenbroschur<br />
Format 23 x 28,8 cm<br />
€ 29,95 [D] / € 30,80 (A) / sFr 49,90<br />
ISBN: 978-3-7913-4116-3<br />
<a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3791341162/buchundjudenhaga">Bestellen?</a>]]></description>
 <category>Veranstaltungen</category>
<comments>http://www.hagalil.com/01/de/index.php?itemid=2374</comments>
 <pubDate>Thu, 5 Jun 2008 21:31:19 +0200</pubDate>
</item><item>
 <title>Männerkauf und Labelwahn – Aaron Zigman liefert die Musik zu »Sex And The City« im Kino</title>
 <link>http://www.hagalil.com/01/de/index.php?itemid=2328</link>
<description><![CDATA[Wer die vergangenen vier Jahre ratlos vor oder – o Fortschritt! – in seinem Kleiderschrank stand, darf jetzt befreit aufatmen. Der Kinofilm »Sex And The City« ist endlich leinwandfertig. Mitunter geht unter, wer die geniale und sehr vielseitige Musik zu der 145-minütigen Komödie geschrieben hat. Es ist Aaron Zigman...<i>Von Asta Hemmerlein</i><br />
<br />
Aaron Zigman – 44 Jahre alt – ist ein neuer Star unter den Filmmusik-Komponisten. Mit seinen exquisiten, sehr lyrischen und bewegenden Scores hat er sich innerhalb ku&#776;rzester Zeit einen ausgezeichneten Ruf in der Branche erarbeitet. Eine klassische Klavierausbildung seit seiner Kindheit bildet das Fundament<br />
seines außerordentlichen Talents. Zigman verfu&#776;gt u&#776;ber ein ausgeprägtes Gespu&#776;r fu&#776;r eingängige Melodien und Songs. Seine Musikkarriere begann er als Produzent und Arrangeur diverser Popstars unterschiedlichster Stilrichtungen, wie beispielsweise Aretha Franklin, Natalie Cole, Oleta Adams, Phil Collins, Tina Turner, Patti Labelle, Chicago, Nona Gaye, Carly Simon, die Pointer Sisters, Huey Lewis, Christina Aguilera und Seal.<br />
<br />
Als Liebhaber von Orchestermusik komponierte er außerdem diverse Symphonien, darunter ein 35 Minuten langes Klang-Gedicht als Ode an Yitzak Rabin, das vom Los Angeles Jewish Symphony Orchestra gespielt wurde. Das USC Symphony Orchestra fu&#776;hrte vor Kurzem Zigmans »Impressionen« auf, eine Suite fu&#776;r Blasinstrumente.<br />
<br />
Es dauerte nicht lange, da begann Zigma, fu&#776;r Filme zu arrangieren und orchestrieren, darunter »Mulan« (Mulan), »The Birdcage« (The Birdcage – Ein Paradies fu&#776;r schrille Vögel), »Pocahontas«, »What’s Love Got To Do With It« (Tina – What’s Love Got To Do With It) und »Licence to Kill« (James Bond 007 – Lizenz zum Töten). Seine Chance, einen Score fu&#776;r einen Film zu schreiben, kam 2002: Da ermutigte ihn der mit ihm befreundete Regisseur Nick Cassavetes, sich an<br />
seinem Thrillerdrama »John Q« (John Q – Verzweifelte Wut) mit Denzel Washington zu versuchen. Zigman schrieb eine extravagante, sechsminu&#776;tige Eröffnungsmontage, nahm sie mit einem 55-köpfigen Orchester auf und reichte sie als Demo ein. Der Regisseur und das Studio waren beeindruckt, Zigman erhielt den Auftrag, den Film zu untermalen. Kurz darauf arbeiteten beide erneut zusammen an dem Liebesdrama »The Notebook« (Wie ein einziger Tag) mit Gena Rowlands und James Garner nach dem Bestseller von Nicholas Sparks. Auch zu Nick Cassavetes’ »Alpha Dog« (Alpha Dog – Tödliche Freundschaft) und dessen kommendem Drama »My Sister’s Keeper« komponierte Zigman den Score. Weitere Filmkompositionen folgen. Besondere Beachtung fanden die zeitgemäßen Scores der beiden Tanzfilme »Step Up« und dessen Fortsetzung »Step Up 2: The Streets« (Step Up to the Streets).<br />
<br />
Wie die HOME BOX OFFICE (HBO)-Serie wartet der Kinofilm »Sex And The City« auf mit den eigenwilligsten Textil- und Schuhprodukten der erfolgreichsten internationalen Labels – einschließlich der filmeigenen Kostüm-Designerin Patricia Field –, die den inneren Globus der Frauen schon seit Adam und Eva mehr berühren, als das wohl je ein Mann kann – und will?<br />
<br />
Wer genau hinschaut, sieht, dass selbst die in der Serie noch verzweifelt gesucht und gefundenen Partner der vier weiblichen Hauptrollen »Carrie Bradshaw«, »Miranda Hobbes«, »Charlotte York« und »Samantha Jones« im Labelschaum geboren werden.  <br />
<br />
Exgalleristin und Vollblut-Ehefrau Charlotte (gespielt von Kristin Davis) sucht den passenden Mann für den Stil »Landhaus«. Kinderlieb und -freudig muss er sein für das Pralinen-Puppenstuben-Heim. Denn wie verblüht wirkt der florative Stil ohne ein lachendes Kindergesicht dazwischen? Sie findet den Mann mit Harry Goldblatt (gespielt von Evan Handler), ihrem Scheidungsanwalt. Auch wenn er ihren kulturellen Höhenflügen nicht folgen kann, erreicht er sie mit Herz und Treue. Als es mit der eigenen Biomasse im Doppel noch nicht klappt, adoptiert er mit Charlotte zusammen die entzückende Lily aus China. Charlotte hat die religiösen Fronten für ihn gewechselt und ist Jüdin geworden. Er lässt sich sämtliche Körperhaare entfernen. Tauschhandel für ein glückliches Familienleben in der Upper East Side.<br />
<br />
Die toughe rothaarige Miranda (gespielt von Cynthia Nixon), mit Krawatte, gestärktem Hemdkragen und dem notorischen (but very stylish) Starbucks-Cup in der Hand auf dem Weg zum hochkarätig bezahlten Anwaltsjob, die – zwar stets genervt, aber dennoch – Job und rothaariges Kind unter einen Hut kriegt, greift sich bei der Partnerwahl den Mann von der Stange. Steve (gespielt von David Eigenberg) steckt nicht nur im Outfit eines Loosers – dass er ein erfolgreicher New Yorker Barbesitzer sein soll, glaubt ihm niemand –, sondern hat noch dazu nur einen Hoden. Was ist das Motiv hinter beider Style? Erfolgreiche Kesser-Vater-Heterosexuelle braucht den identitätsstiftenden Anti-Part: anhängliches weiches Collegejungen-Männergesicht mit Stupsnase und Nickelbrille. Steve ist die kontrastierende Schwäche an Mirandas Powerwoman-Seite. Bringt das Girl damit zu Leuchten. Miranda hat in dieser schon äußerlich so asymmetrischen Beziehung immer das Sagen. Sie ist eindeutig der, wenn auch lachhaft sarkastische, Machtmensch der vierköpfigen »Familie der Freundinnen«.<br />
<br />
Samantha (gespielt von Kim Cattral), Besitzerin einer PR-Agentur, ist die Einzige der vier, deren Style weniger zählt als ihr eigener Körper – einer Endvierzigern, und damit nach US-Maßstäben, Scheintoten. Durch Pilates, Yoga und mehr Sex als Mahlzeiten auf Linie gebracht, trifft dieser Körper auf das Kleid, das aller Welt zeigt, dass seine Besitzerin die totale Kontrolle über das unter ihm hat. Für ihr eigenes Body-Label »Samantha« braucht sie den perfekten Mann. Wer anderes kann das sein als die personifizierte trainierte Jugendlichkeit in Gestalt des um viele Jahre jüngeren Models »Smith Jerrod« (gespielt von Jason Lewis)?.<br />
<br />
Eine fehlt: der Star der vier. Carry Bradshaw (gespielt von Sarah Jessica Parker). Erfolgreiche Buchautorin, Vogue-Model und Ex-Sexkolumnistin mit den mädchenhaft verspielt kombinierten Kleidern, den wildesten Haaren und den teuersten Schuhwinzigkeiten an den 34er-Füßen. Obwohl jede der drei an Einfallsreichtum brilliert und sein Leben führt, als ob sie die Welt alleine mit dem Handy in der einen, dem Pappbecher in der anderen und der Kreditkarte unter dem Kinn – vergiss das Lächeln nicht, Baby! Wir sind in Manhattan! – regieren könne, ist sie das Mastermind unter den Mädels. <br />
<br />
Wie in der TV- Serie regt sie die Diskussionen und Themen im Kinofilm an: Vergebung ist der einzige Weg der Liebe nach dem Seitensprung. Die glückliche Ehe heißt tägliches Glück. Liebe ist niemals logisch. Und weil Carrie perfekt bunt ist – im Kopf, im Kleid, am Fuß –, trifft sie, kann sie nur »Mr. Big« (Mega-Big!) – gespielt von Chris Noth – für die nächsten 100 Jahre an ihrer Modemeilen-Seite erwählen. Ohne wie Steve lächerlich zu wirken und seinen letzten Hoden zu riskieren, setzt Big auf kontrastierende Stärke. Wir sehen ihn an Carries Seite in Schwarz, in Schwarz mit Grau, in Schwarz und Weiß – that's it! Er lässt sich in einer schwarzen Limousine zu den Immobilien Manhattans kutschieren, die er unsichtbarerweise im Handumdrehen in sein eigenes milliardenschweres Schatzkästlein verwandelt, und kauft sich damit Riesenwohnungen mit Ballsaal-großen begehbaren Schränken. Eben Big-stylish. Auch hier macht das Label den Mann an der Seite der Frau. Zitat Carrie: »Jahr fu&#776;r Jahr strömen Frauen um die 20 nach New York, um die beiden Ls zu suchen: Label und Liebe. Vor 20 Jahren war ich eine von ihnen. Fu&#776;r Label hatte ich schnell ein Händchen … deshalb konzentrierte ich mich auf Liebe.«<br />
<br />
<i>»Sex And The City« startet am 29. Mai 2008 in den deutschen Kinos</i><br />
<br />
Daten zum Film: <br />
Drehbuch: Michael Patrick King, Regie: Michael Patrick King, Musik: <a href="http://www.aaronzigman.com">Aaron Zigman</a>, Kamera: John Thomas, Länge: 145 min.]]></description>
 <category>Allgemein</category>
<comments>http://www.hagalil.com/01/de/index.php?itemid=2328</comments>
 <pubDate>Wed, 28 May 2008 14:28:30 +0200</pubDate>
</item><item>
 <title>Die ersten Israelis</title>
 <link>http://www.hagalil.com/01/de/index.php?itemid=2322</link>
<description><![CDATA[Kürzlich erhielt ich die Einladung des Wiener Renner Instituts zur Buchvorstellung „Die ersten Israelis. Die Anfänge des jüdischen Staates“: Tom Segev im Gespräch mit Robert Misik. (19.5. 08, 18.30 Uhr Jüdisches Museum Wien) Interessant fand ich in dieser Ankündigung, die Aussage„zionistische Mythen wurden von der harten politischen Realität infrage gestellt“...<i>Eine Rezension von Karl Pfeifer</i><br />
<br />
Interessant, dass dem sozialistischen Renner Institut die Infragestellung „zionistischer Mythen“ so wichtig scheint, dass es dafür auch zwei höchst zweifelhafte Autoren wie Mearsheimer und Walt nach Wien einlud,  die den alten Mythos von der jüdischen Verschwörung, von der Lobby, die angeblich der Regierung in Washington DC die Politik vorschreibt, aufwärmten. <br />
<br />
Israel entsprach nicht genau dem, was Theodor Herzl erträumte. Schon bei der Entstehung des Staates war es kein Geheimnis, Selbstkritik war schon immer eine Eigenschaft, an der es Juden nicht mangelte und alle eigenen Mythen wurden vom Anfang an in Frage gestellt. Es ist sicher kein Zufall, dass Juden etwas für utopische Bewegungen übrig hatten, und wer sah schon zu Zeiten von Theodor Herzl den Zionismus als eine nationale Bewegung an, die erfolgreich eine Revolution durchführen würde?<br />
<br />
Utopie bedeutet einen Zustand, in dem ideale Bedingungen herrschen. Da dies natürlich nicht erreichbar ist, werden die Menschen unzufrieden sein und sich immer mehr anstrengen, um doch einiges zu erreichen.  So gesehen hat die zionistische Revolution immerhin einen Staat geschaffen, nachdem Juden zweitausend Jahre keinen hatten, trotz dem Vorurteil, das besagte, Juden wären nicht fähig einen eigenen Staat zu verwalten, Es hat eine Masseneinwanderung,  – mit allen Problemen – erfolgreich integriert. Eine jüdisch-israelische Nation entstand, mit eigener Sprache, eigener Kultur und eigener erfolgreicher Ökonomie, eine Nation, die bereit war schwere Opfer zu bringen, um in einem jüdischen und demokratischen Staat zu leben und die diesen Staat in mehreren Kriegen auch erfolgreich verteidigte.<br />
<br />
Tom Segev stellt sich naiv. Er bestellte sich Akten, die einen Sachverhalt zeigten, der dem widersprach was er in der Schule gelernt hatte. „Dabei sind wir mit dem Mythos aufgewachsen, in Israel eine gerechte Gesellschaft ohne Diskriminierung aufzubauen.“ Das, obwohl er selbst anmerkt, dass das Wort Zionismus schon damals als synonym für leeres Geschwätz benützt wurde. Also kein Mensch, der damals in Israel lebte und seine fünf Sinne beisammen hatte, konnte glauben, dass ausgerechnet in Israel eine gerechte Gesellschaft ohne Diskriminierung aufgebaut wird. Es gab zwar ein Segment der Gesellschaft –  die Kibbuzbewegung – in der es so schien, aber wie wir heute wissen, ist die Kibbuzbewegung in tiefer Krise, weil sich eine auf Gleichheit basierende Gesellschaft anscheinend auf die Dauer nicht halten kann. <br />
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Segev lässt den Eindruck entstehen: Wenn nur die heutige israelische Führung auf die „neuen Historiker“ hören würde, so wäre der Frieden zu erreichen und erkennt an, dass die meisten Israelis Frieden wollen und bereit sind einen bestimmten Preis dafür zu zahlen. Doch: „Inzwischen umgeben sich die Israelis mit Zäunen und Mauern, die das Leben der Palästinenser erschweren.“<br />
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Obwohl diese Zäune und Mauern die Anzahl der Terroranschläge vermindert haben, erwähnt das Segev nicht, denn wenn das Leben israelischer Bürger oder die Bequemlichkeit von Palästinensern auf die Waagschale geworfen wird, dann wiegt anscheinend für Tom Segev die Bequemlichkeit der Palästinenser mehr als das Leben seiner Mitbürger. Solches wird ja im Ausland belohnt, da wird man dann als „guter Israeli“  herumgereicht und von den Medien beachtet und manchmal sogar bejubelt.<br />
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Es ist schon lehrreich, wie Segev die Probleme der Integration von Einwanderern schildert und dabei keine Schwierigkeit und keine Fehler auslässt. Doch im Endeffekt wurden einige Einwandererwellen, d.h Millionen Menschen erfolgreich integriert, obwohl doch die Einwanderer in der Regel nicht Hebräisch sprachen und aus einer ganz anderen Gesellschaft kamen. Hingegen  flüchteten die Palästinenser meistens lediglich ein paar Kilometer weiter in Ortschaften, wo sie  nicht ihre Sprache oder Gewohnheiten wechseln mussten: „Was das Flüchtlingsproblem betraf, stellte sich heraus, dass das Nationalbewusstsein der Palästinenser, je länger sie sich im Stich gelassen fühlten und je länger sie im Exil verharrten, umso stärker wuchs und damit die Chancen sie in arabischen Ländern anzusiedeln, immer geringer wurden.“ <br />
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Was dabei Tom Segev unterschlägt, ist die Tatsache, dass die arabischen Regime, von Anfang an keine Absicht hatten, diese Menschen zu integrieren und alles daran setzten, sie in Lagern unter entwürdigenden Bedingungen zu halten. Diese Länder von denen wirklich keines demokratisch ist, haben ein Interesse daran, von ihren eigenen Problemen mit Hinweis auf das Schicksal der Palästinenser, ablenken zu können und tragen die Hauptschuld an der bis heute dauernden Diskriminierung der Palästinenser (Ausnahme Jordanien). Die palästinensische Elite unterstützt diese Politik seit Jahrzehnten und redet den Palästinensern ein, dass es eine Rückkehr zum status quo ante geben könnte..<br />
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Ben Gurion werden schwere Vorwürfe gemacht, dass er nicht auf die harten Bedingungen der arabischen Regime für einen Frieden eingegangen ist. Immerhin haben die arabischen Staaten den Krieg begonnen und er wollte diese deswegen nicht noch belohnen. Hat schon irgendjemand gehört, dass man den indischen und pakistanischen Führungen Vorwürfe gemacht hätte, weil sie nicht bereit waren, nach dem 1947/48 zehn Millionen geflüchtet waren, diese Flüchtlinge wieder zurückzubitten? Natürlich nicht, aber Tom Segev macht Ben Gurion und den damaligen israelischen Politikern den Vorwurf, Flüchtlinge nur im Rahmen von Familienvereinigung, die Genehmigung zur Rückkehr gegeben zu haben.<br />
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Ausgesprochen lehrreich ist das Kapitel „Die erste Million“ über die Einwanderung nach Israel, in dem er dokumentiert, wie Juden aus den Volksdemokratien von Zionisten und Israel freigekauft wurden, um ihnen die Einwanderung nach Israel zu ermöglichen. Erschütternd sind die Berichte über Juden in der arabischen Welt, über deren Armut und wie sie von den arabischen Staaten behandelt wurden. Das sei all denjenigen empfohlen, die für jede und sei sie noch so grobe Menschenrechtsverletzungen arabischer Staaten Verständnis aufbringen, gleichzeitig aber von Israel die Maßstäbe einer Utopie einfordern.<br />
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Segev schreibt über die israelische Arme: „Abgesehen von den schweren Verlusten und den militärischen Niederlagen, den Plünderungen, Vergewaltigungen und Morden, die es im Laufe des Krieges gegeben hatte...“ Was hier Segev tendenziös betont, waren wirklich Randerscheinungen in der Armee und nicht charakteristisch, verglichen mit anderen Armeen, waren diese Erscheinungen marginal. Wenn man bedenkt, dass Israel erst im April 1948 die ersten schweren Waffen erhielt, sind die Leistungen der militärischen Führung und der Soldaten nicht zu unterschätzen. Das erkennen auch führende Militärhistoriker an. Das passt aber nicht in die antizionistische Narrative und daher werden die militärischen Niederlagen, die es auch gab von Segev derartig hervorgehoben. Gewalt die von Juden begangen wurde, wird von ihm betont während er die arabische Gewalt vernachlässigt. <br />
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Utopien haben immer ein romantisch-mystisches Element, doch Segev überschätzt seine Rolle als Historiker und als jemand der angebliche Mythen zerstört. Ich las als israelischer Soldat bereits 1949 das Buch von S. Jishar  in dem er schilderte, wie israelische Soldaten die Bewohner eines arabischen Dorfes vertrieben und in meiner Einheit löste das Buch heftige Diskussionen aus. Benny Morris Buch über die Entstehung des palästinensischen Flüchtlingsproblems wurde schon 1991 auch in Hebräischer Sprache veröffentlicht. Dank Ephraim Karsh „Fabricating Israeli History / The „New Historians“ (Hebräisch „Fibruk haHistroia haJisraelit 1999 und zweite Auflage 2001) wissen wir,  welche bisweilen ganz grobe Fehler bzw. Fälschungen diese „neuen Historiker“, die von Segev gelobt werden, begangen haben.<br />
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Segev wirft den israelischen Politikern vor, nicht für einen Frieden – auf dem Papier – den hohen Preis bezahlt zu haben, den seine Feinde verlangten und versucht die andere Seite als friedfertig darzustellen und er bemängelt durchgehend, dass die israelischen Regierungspolitiker nicht nach den heutigen vorgegebenen hohen moralischen europäischen Standards handelten: Auf den gegebenen historischen Kontext geht er nicht ein, deshalb  soll daran erinnert werden, dass in der Zeit nach 1945 Millionen von Menschen vertrieben worden sind und mit der Ausnahme von Israel nirgendwo ernsthaft die Forderung nach Rückkehr erhoben wurde. Im Falle Israels aber „übersieht“ er, dass lediglich ca. 10 Prozent der palästinensischen Flüchtlinge während Kriegshandlungen vertrieben worden sind. Wenn wir nun vergleichen, was unter den Augen der europäischen Staaten im früheren Jugoslawien passiert ist, dann können wir getrost der damaligen israelischen Führung Humanismus bescheinigen, gerade dann, wenn eine verlogene palästinensische und antizionistische „Narrative“ darauf besteht, dass Israel die Palästinenser so behandelt, wie die Nazis die Juden oder sogar schlechter.<br />
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Segev versucht auch mit diesem Buch infotainment zu liefern, doch das gelingt ihm nicht durchgehend, die vielen ermüdenden Details überwiegen und manches stimmt auch nicht, so schreibt Segev, dass in Deir Yassin „über 200 Menschen“ getötet wurden. Bereits vor Jahren hat ein Wissenschaftler der Bir Zeit Universität herausgefunden, dass es 100-110 Opfer waren; auch war Schulamit Lev-Ari kein Kolumnist sondern eine Kolumnistin. <br />
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Für ein Verständnis der Konflikte der israelischen Gesellschaft ist das Buch entbehrlich.<br />
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<a href="http://buecher.hagalil.com/2008/05/segev/">Tom Segev: Die ersten Israelis / Die Anfänge des jüdischen Staates, Siedler Verlag München, 2008, 414 Seiten</a>]]></description>
 <category>Bücher</category>
<comments>http://www.hagalil.com/01/de/index.php?itemid=2322</comments>
 <pubDate>Mon, 26 May 2008 22:23:06 +0200</pubDate>
</item><item>
 <title>&quot;Arisierung&quot; in Leipzig: Verdrängt. Beraubt. Ermordet.</title>
 <link>http://www.hagalil.com/01/de/index.php?itemid=2283</link>
<description><![CDATA[Wanderausstellung, derzeit zu sehen in der Synagoge zu Lutherstadt Eisleben, Lutherstraße 25 von 17. Mai bis 13. Juni 2008...Unmittelbar nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten 1933 begann unter dem Schlagworten „Entjudung der deutschen Wirtschaft" und „Arisierung" die kulturelle und ökonomische Verdrängung der jüdischen Menschen aus der deutschen Gesellschaft.<br />
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Das Projekt „Arisierung" in Leipzig stellt die ersten Forschungsergebnisse zu diesem Thema in Form einer Ausstellung vor. Einer interessierten Öffentlichkeit wird so erstmals anhand von Einzelschicksalen jüdischer Leipziger Unternehmer vor Augen geführt, was „Arisierung" für die international bedeutende Handels- und Buchmetropole Leipzig bedeutete. Die Bilanz von 12 Jahren nationalsozialistischer Diktatur war die Auslöschung des gesamten jüdischen Lebens der Stadt. Damit beraubte sich Leipzig eines seit dem 19. Jahrhundert gewachsenen wichtigen Teils seiner kulturellen und ökonomischen Identität. Dieser Verlust, der auch die Gegenwart mit prägt, wird in der Ausstellung sichtbar.<br />
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Die Schicksale des traditionsreichen Kommissionsgeschäfts für Rauchwaren und Borsten Marcus Harmelin am Brühl, des renommierten Musikverlags C.F. Peters, des Konfektionshauses Bamberger & Hertz, der überregional bedeutenden Privatbank Kroch jr. KGaA oder des Großhandelsunternehmens Gebrüder Heine Tuchhandels-AG zeigen ganz eindrücklich, wie „Arisierung" im Zusammenspiel von Behörden, völkischer Ideologie und „ganz normalen" Deutschen ablief, welche administrativen Grundlagen das Vorgehen bestimmten und wer die Hauptverantwortlichen, die Profiteure, Mitläufer und Zuschauer der „Arisierung" waren.<br />
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Die Ausstellung thematisiert auch den Umgang mit dieser Vergangenheit. Sie zeigt, wie Restitution und Erinnerung in Leipzig in der DDR-Zeit und seit 1990 im vereinigten Deutschland betrieben werden.<br />
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<i>Ein Projekt der Arbeitsgruppe „Arisierung" des Instituts für Kultur- und Universalgeschichte Leipzig e. V. unter Leitung von Dr. sc. Monika Juliane Cibas<br />
Träger: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig<br />
gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes</i><br />
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Öffnungszeiten: Samstags von 14 bis 17 Uhr; Sonderterminwünsche für<br />
Gruppenführungen nach telefonischer Absprache mit dem Synagogenverein<br />
E-Mail: r.seidel(at)gmx.net]]></description>
 <category>Veranstaltungen</category>
<comments>http://www.hagalil.com/01/de/index.php?itemid=2283</comments>
 <pubDate>Wed, 21 May 2008 09:32:55 +0200</pubDate>
</item><item>
 <title>Arab Work in Berlin: Die provokative TV-Serie eröffnet das 14. Jewish Film Festival</title>
 <link>http://www.hagalil.com/01/de/index.php?itemid=2271</link>
<description><![CDATA[In Israel war die Serie ein Strassenfeger, nun ist sie erstmals in Deutschland im Rahmen des Jewish Film Festivals Berlin & Potsdam (25. Mai bis 8. Juni 2008) zu sehen: ARAB WORK (Avoda Aravit) des Regisseurs Ron Ninio. Durch ARAB WORK begegnete dem israelischen TV-Publikum zum ersten Mal eine arabische Familie im eigenen Wohnzimmer – und das zur Hauptsendezeit..."Le Monde" schrieb, dass ARAB WORK „sämtliche Tabus der palästinensischen Bürger Israels durch den Fleischwolf dreht“ und die "New York Times" meinte, dass es den Machern gelingt, „die Mainstream-Produkte der israelischen Unterhaltungskunst durch eine Serie aus arabischer Sicht zu bereichern“.<br />
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In ARAB WORK geht es um den Status von Arabern in der israelischen Gesellschaft. Die Serie deckt die Konflikte von Arabern auf, die zwischen Integrationswunsch und der Wahrung eigener Traditionen und Werte hin- und hergerissen sind. Im Mittelpunkt steht Amjad, ein arabischer Journalist. Er will unbedingt zum Kreis der Angesagten dazugehören und ist deshalb bereit sich anzubiedern. Amjads Bedürfnis, sich an die israelische Gesellschaft anzupassen, führt immer wieder zu Konflikten zwischen ihm und seinen konservativ eingestellten Eltern. Gleichzeitig verliebt sich sein einziger Freund, ein israelischer Jude, in Amal. Diese ist Araberin, Feministin und die beste Freundin von Amjads Frau (Clara Khoury).<br />
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Realisiert wurde die Serie von jüdischen und arabischen Israelis gleichermaßen. So freut sich das Festival auch, die Hauptdarstellerin Clara Khoury (Die syrische Braut), den Produzenten Danny Paran und den Drehbuchautor Sayed Kashua in Berlin begrüssen zu können. Clara Khoury spielt nicht nur in ARAB WORK, sondern wird am Festival auch im Film "Liebesleben" zu sehen sein. Dieser läuft als Eröffnungsfilm des Festivals in Potsdam am 6. Juni 2008.<br />
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Der Autor Sayed Kashua ("Da ward es Morgen" und "Tanzende Araber", beide im Berlin Verlag) liest am Tag der Festivaleröffnung am 25. Mai 2008 um 11 Uhr im Literaturhaus an der Fasanenstrasse 23. Den deutschen Teil der Lesung hält der Schauspieler Jan Josef Liefers ("Tatort", "Der Baader Meinhof Komplex"). Liefers konnte zugleich als Pate des diesjährigen Festivals gewonnen werden.<br />
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Seit seiner Gründung 1995 versteht sich das Jewish Film Festival Berlin als offenes Forum für den jüdischen und israelischen Film. Es hat sich zur Aufgabe gesetzt, die wichtigsten Beiträge jüdischer und israelischer Filmemacher nach Berlin zu holen. Das Festival legt großen Wert auf den Austausch mit dem Publikum. So soll das heutige Judentum aus aller Welt als etwas Spannendes und Anregendes erfahrbar gemacht werden.<br />
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Programm und weitere Infos:<br />
<a href="http://www.jffb.de/">http://www.jffb.de/</a>]]></description>
 <category>Veranstaltungen</category>
<comments>http://www.hagalil.com/01/de/index.php?itemid=2271</comments>
 <pubDate>Tue, 20 May 2008 08:56:15 +0200</pubDate>
</item><item>
 <title>Angst: Antisemitismus in Polen unmittelbar nach dem Krieg</title>
 <link>http://www.hagalil.com/01/de/index.php?itemid=2246</link>
<description><![CDATA[Anhand zahlreicher mündlicher und schriftlicher Erinnerungen von Intellektuellen, polnischen Diplomaten der Vorkriegsregierung, einfachen Bürgern und Zuschauern von Massakern rekonstruiert der in den USA lebende polnische Historiker Jan T. Gross das Horrorszenario von Gleichgültigkeit, Zustimmung, bis hin zu unzähligen, bislang in Polen verschwiegenen, Fällen von Mittäterschaft bei der von den Nazis organisierten Ermordung von drei Millionen polnischer Juden...<i>Von Gabriel Berger</i><br />
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Hautnah beschreibt Gross die Treibjagd polnischer Polizisten und Bauern auf Juden, die sich der „Endlösung“ durch Flucht entziehen wollten. Sie wurden von den Häschern meist nicht den deutschen Besatzern übergeben, vielmehr sofort massakriert. Man bekommt den Eindruck, dass die daran beteiligten Polen die ihnen von Okkupanten übertragene Aufgabe mit Passion erfüllt haben, dass sie schon immer darauf gewartet haben, mit ihren jüdischen Nachbarn abzurechnen. <br />
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Die genaue Anzahl der in die Tausende gehenden Morde der Polen an Juden wird wohl nie ermittelt werden können. Gross gibt zu bedenken, dass von den polnischen Opfern der „Endlösung der Judenfrage“ etwa die Hälfte in Konzentrationslagern ermordet wurde. Die andere Hälfte ist vor Ort getötet worden, entweder durch deutsche „Einsatzkommandos“ oder durch die polnische Bevölkerung und Partisanenabteilungen.<br />
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Kein Volk Europas, schreibt Gross, sei so unmittelbar mit der nazistischen „Endlösung“ konfrontiert gewesen, wie das polnische. Während in Deutschland und Westeuropa von einer gewissen Diskretion der Massentötung gesprochen werden konnte, geschah sie in Polen vor Millionen Zeugen jeden Alters, was auf das ganze Volk, besonders aber auf die polnischen Kinder und Jugendlichen extrem demoralisierend und abstumpfend gewirkt habe. <br />
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Natürlich gab es in Polen auch Tausende Menschen, die Juden gerettet haben. Ein Ruhmesblatt hat hier besonders die katholische Untergrundorganisation „Zegota“ geschrieben. Im Bewusstsein der Nachkriegspolen verbindet sich mit diesem Namen die Haltung der gesamten polnischen Nation während der deutschen Besatzung. Die Untaten werden ausgeblendet. Doch die von „Zegota“ vertretene Haltung vermengte bizarr den Antisemitismus mit der christlichen Nächstenliebe. Tausende Polen halfen den Juden als Menschen, obwohl sie diese zugleich als „Gottesmörder“ betrachteten. Gross bezeugt allerdings zahlreiche Fälle, in denen polnische Judenretter nach dem Krieg so sehr der Ausgrenzung durch Nachbarn ausgesetzt waren, dass sie sich gezwungen sahen, den Wohnort zu wechseln<br />
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Dem Zustand der Demoralisierung der ganzen Gesellschaft, angesichts der monströsen nazistischen „Endlösung“, folgte nach dem Krieg die allgemeine Mitleidlosigkeit für die wenigen Überlebenden der Massaker und der frei ausgelebte Unwille der Bevölkerung von ostpolnischen Dörfern und Kleinstädten über die Rückkehr einer Handvoll Juden. Es kam zu Tausenden Übergriffen auf heimkehrenden Juden durch ihre ehemaligen Nachbarn, deren Motiv es meistens war, dass die einstmals von Juden bewohnten Häuser inzwischen von Polen belegt waren. Dieser nächste Akt des Szenarios der ethnischen Säuberung Polens von den zu Fremden erklärten jüdischen Nachbarn endete schließlich mit der Ermordung von mehr als 1500 und der Vertreibung fast aller Juden. <br />
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Gross weist nach, dass es nach dem Krieg zu Pogromen an mehreren Orten Ostpolens, darunter in Kielce, Krakau und Czestochowa, kam. In allen Fällen sei den Juden unterstellt worden, Blut von getöteten christlichen Kindern für Pessach-Matzen zu verwenden. Opfer der Pogrome seien  Juden, sowie zufällige Personen mit „jüdischem Aussehen“ geworden. Der 1946 inszenierte Pogrom von Kielce mit etwa 40 Todesopfern löste eine Massenflucht von Juden aus, die meist illegal über die Tschechoslowakei Polen verließen, um sich in Bayern in amerikanische Obhut zu begeben. Von den dortigen Lagern für „displaced persons“ wanderten die meisten 1948 in den neu entstandenen jüdischen Staat Israel aus.<br />
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Der in Polen sehr einflussreiche katholische Klerus hat sich, so Gross, fast in seiner Gesamtheit der in der Bevölkerung vorherrschenden antisemitischen Haltung angeschlossen und Verständnis für die „gerechte Wut des Volkes“ gezeigt. Hauptgrund für sie sei die kollektive Kooperation der Juden mit den kommunistischen Machthabern gewesen, ein bis heute in Polen weit verbreitetes Klischee. Zum anderen sei die Verwendung des Blutes von christlichen Kindern für Pessach-Matzen durch die Juden keineswegs auszuschließen. <br />
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Auch den polnischen Arbeitern stellt Gross ein denkbar schlechtes Zeugnis aus. In den meisten Betrieben, schreibt der Autor, lehnten die Beschäftigten die von Behörden angeregte kollektive Verurteilung der Pogrome ab. In Lódz kam es zu Massenstreiks von Arbeitern, die sich öffentlich mit den vor Gericht stehenden Judenmördern von Kielce solidarisierten. <br />
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Schließlich versucht Gross die Frage zu klären, wie sich der neue kommunistische Machtapparat, dem das polnische Volk mehrheitlich unterstellte „verjudet“ zu sein, zu den Pogromen stellte. Er kommt zu dem erstaunlichen Schluss, dass es eine unausgesprochene Komplizenschaft der Machthaber mit den Judenmördern gegeben habe. Die Massenflucht der Juden sei den Machthabern entgegengekommen, weil sie einen in der polnischen Gesellschaft schwer zu beherrschenden Konflikt entschärft habe. Die Staatsmacht sei, schreibt Gross, mit dem polnischen Volk einen Deal eingegangen: Wir vergessen eure Untaten in der Kriegs- und Nachkriegszeit und ihr steht unserer Herrschaft nicht im Wege. Das hieße aber im Klartext: Weniger die Juden haben die kommunistische Nachkriegsherrschaft in Polen stabilisiert, als die Judenmörder.<br />
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Man kann nur hoffen, dass das Buch von Jan T. Gross die polnische Gesellschaft dazu bewegt, sich der eigenen Geschichte zu stellen.<br />
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Jan T. Gross: "Angst. Antisemitismus in Polen unmittelbar nach dem Krieg. Geschichte des moralischen Niedergangs." Verlag znak, Krakau 2008.<br />
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Englische Übersetzung:<br />
<a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/0812967461/buchundjudenhaga">Jan T. Gross: Fear. Anti-Semitism in Poland After Auschwitz: An Essay in Historical Interpretation, Euro 9,95</a><br />
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<i>Gabriel Berger entstammt einer polnisch-jüdischen Familie. Er wurde 1944 als Sohn eines 1933 aus Nazideutschland geflüchteten Kommunisten im französischen Versteck geboren. Sein Vater ging 1948 freiwillig nach Polen, um sich dort am Aufbau des Sozialismus zu beteiligen. Der polnische Antisemitismus zwang ihn jedoch 1957, seine Teilnahme am sozialistischen Experiment in die DDR zu verlegen. Gabriel Berger besuchte in Leipzig die Oberschule und studierte in Dresden Physik. Danach war er in der Kernforschung tätig. Nach der erneuten antisemitischen Welle in Polen und dem gewaltsamen Ende des Prager Frühlings im Jahre 1968 verlor der junge Physiker den Glauben an eine Reformierbarkeit des realen Sozialismus und an die Möglichkeit seiner Demokratisierung. 1975 stellte er einen Antrag auf Übersiedlung in die Bundesrepublik. 1976 wurde er unter dem Vorwurf der „Staatsverleumdung“ verhaftet. Nach einjähriger Haft übersiedelte er nach Westberlin. Dort arbeitete er zunächst im kerntechnischen Bereich, später als Informatiker. In den achtziger Jahren studierte er Philosophie und wurde zugleich publizistisch tätig. Er schrieb für diverse Zeitungen und veröffentlichte 1988 unter dem Titel „Mir langt’s, ich gehe“ ein autobiographisches Buch. Dieser Tage erscheint sein neues Buch mit dem Titel "Ich protestiere, also bin ich. Erinnerungen eines Unangepassten".</i><br />
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Diese Rezension erschien bei <a href="http://www.compass-infodienst.de/Antisemitismus.5061.0.html">Compass Infodienst</a>, 10.04.2008.]]></description>
 <category>Bücher</category>
<comments>http://www.hagalil.com/01/de/index.php?itemid=2246</comments>
 <pubDate>Wed, 14 May 2008 10:00:11 +0200</pubDate>
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