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Islam-Verbände ohne Dialogbereitschaft: Runder Tisch gescheitert

Der Versuch, der zunehmenden Gewalt gegen schwule Männer in der Hauptstadt durch einen "Runden Tisch" entgegenzutreten, ist an der Dialogverweigerung der islamischen Verbände gescheitert. Derweilen erreichen fast täglich Meldungen über Gewalttaten von Tätern aus dem islamistischen Milieu die Öffentlichkeit...

Von Jörg Fischer-Aharon

Am Dienstag trafen sich islamische, Migranten- und Homosexuellenverbände auf Einladung des Berliner Integrationsbeauftragten Günter Piening. Die Runde ging jedoch nach zweistündiger Diskussion ohne Ergebnis auseinander. LSVD-Geschäftsführer Alexander Zinn erklärte, es sei eine "große Chance vertan" worden: "Auf die Vorschläge des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) Berlin-Brandenburg für konkrete Maßnahmen gegen Homophobie konnte man sich nicht einigen. Eine Folgeveranstaltung wurde vom Integrationsbeauftragten abgelehnt. Es drängt sich der Verdacht auf, dass nie mehr als eine bloße Schauveranstaltung geplant war."

Der LSVD hatte vorgeschlagen, eine Resolution zu verabschieden, die im Wortlaut weitgehend einem Schreiben des Berliner Innensenators Eckhart Körting (SPD) entsprach. Körting hatte darin einen schwulenfeindlichen Hetz-Artikel im arabischsprachigen Berliner Magazin "al-Salam" scharf verurteilt. Die Teilnehmer des "Runden Tisches gegen Homophobie" konnten sich jedoch nicht dazu durchringen, Körtings Position zu unterstützen. Auch die Einladung, gemeinsam eine Akzeptanzkampagne des LSVD unter dem Motto "Liebe verdient Respekt" zu unterstützen, wurde abgelehnt.

Bereits im Vorfeld des Runden Tisches gab es Kritik, weil mehrere schwullesbische Gruppen wie das Anti-Gewalt-Projekt Maneo von der Integrationsverwaltung erst gar nicht eingeladen worden waren. Maneo wurde erst wenige Stunden vor der Veranstaltung aufgrund der öffentlichen Proteste zur Veranstaltung zugelassen. Andere zivilgesellschaftliche Akteure aus den Migrantencommunities wie die Islamkritikerinnen Seyran Ates und Necla Kelek blieben außen vor, kritisierte der LSVD weiter.

Gewalt an der Tagesordnung

In der bundesdeutschen Hauptstadt ist Gewalt gegen Schwule und Lesben zwischenzeitlich an der Tagesordnung - angestachelt von Hasspredigern und -sängern betätigen sich vor allem männliche Jugendliche aus dem islamistischen Milieu als Gewalttäter - mit einer oft erschreckenden Brutalität. Erst vor einer Woche wurde ein lesbisches Pärchen auf einem U-Bahnhof von zwei jungen Männern körperlich attackiert und mit Farbe besprüht. Am Dienstag fand anläßlich eines weiteren Gewaltaktes in Berlin eine Protestkundgebung gegen homophobe Gewalt statt.

Im Aufruf dazu hieß es: "In der Nacht zu Samstag, den 18. Oktober, wurde ein 33-Jähriger in einem Zug der U-Bahnlinie 6 Opfer eines schweren schwulenfeindlichen Übergriffs. Und das war bei weitem nicht der erste Überfall in letzter Zeit in Berlin. „Gesicht Zeigen! Nein zu Hassgewalt gegen Homosexuelle in Berlin!" Wann und Wo: Dienstag, 04.11.08, 18 Uhr, am U-Bahnhof Hallesches Tor. Traust du dich noch, einen Freund auf offener Straße zu küssen? Würdest du in der U-Bahn offen antworten, dass du Schwul bist? Hast du sogar schon Angst auf diese Protestveranstaltung zu gehen? Wir wissen: Das Wetter ist Scheiße und es gibt noch ungefähr 99 weitere Gründe nicht hinzugehen! Aber krieg auch du deinen Arsch hoch und überwinde den inneren Schweinehund! Es kostet dich eine Stunde deines Lebens, aber dies ist gut investierte Zeit! Schon morgen kannst du der Nächste sein! Lasst uns alle gemeinsam zeigen, dass wir es NIEMALS wieder hinnehmen werden einfach stille Opfer zu sein! Es geht auch um UNSER Berlin und das besteht nicht nur aus Schöneberg und Prenzlauer Berg! Es kann und darf nicht sein, dass Schwule in Berlin wieder in Angst leben und außer allgemeinem Betroffenheitsgesülze nichts passiert!"

Tatsächlich gelten zwischenzeitlich auch die "schwulen Kieze" wie etwa Schöneberg als "nicht mehr grundsätzlich sicher". Experten und direkt Betroffene von Gewalttaten berichten vermehrt von regelrechten Schlägergruppen aus dem islamistischen Milieu, die gezielt in Stadtteile wie Schöneberg gehen und dort auch tagsüber und auf offener Straße erkennbare oder vermutete homosexuelle Männer teilweise krankenhausreif schlagen.

Allerdings ist Berlin kein Einzelfall. Auch in Hamburg endete der Versuch eines "Runden Tisches" aus islamischen Verbänden und Homosexuellengruppen im Fiasko. Nach zahlreichen gewalttätigen Übergriffen hatten die Grünen in der Hansestadt den Versuch unternommen, die Fiktion "der heilen Multikulti-Welt" mittels eines solchen "Runden Tisches" zu retten - um dann um so fassungsloser die Realität zur Kenntnis nehmen zu müssen: Die Gespräche scheiterten bereits im Ansatz an der konsequenten Dialogverweigerung der islamischen Verbandsfunktionäre.

(c) www.fischer24.eu & www.haGalil.com

Category: Islamismus
Posted 04/11/08 by: admin

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